Dortmund verliert Topspiel

Marco Reus sieht Bayern-Bonus: BVB-Kapitän macht Schiedsrichter krassen Vorwurf

Marco Reus kritisiert Schiedsrichter Marco Fritz nach der Niederlage in München heftig. Dortmunds Kapitän geht einmal mehr von einem Bayern-Bonus aus.

Hamm - Borussia Dortmund hat das Topspiel gegen den FC Bayern verloren. Mit 2:4 hatte der BVB-Kader von Cheftrainer Edin Terzic beim Rekordmeister in München das Nachsehen. „Es war insgesamt nicht gut genug“, räumte Emre Can bei Sky ein: „Da muss man ehrlich sein. Wir haben gut angefangen und dann haben wir irgendwie nicht mehr versucht, Fußball zu spielen.“

NameMarco Reus
Geboren31. Mai 1989 in Dortmund
Größe1,80 Meter

Marco Reus sieht Bayern-Bonus: BVB-Kapitän macht Schiedsrichter Marco Fritz krassen Vorwurf

So sachlich wie der 27 Jahre alte Defensiv-Spezialist analysierte kaum einer die Dortmunder Niederlage in München. Denn besonders eine Szene erhitzte die schwarz-gelben Gemüter. Vor allem bei Marco Reus.

Der BVB-Kapitän ging dabei heftig mit Schiedsrichter Marco Fritz ins Gericht. Grund war eine Szene in der 88. Minute, als Leon Goretzka das 3:2 für die Münchner erzielte. Emre Can war im Vorfeld im Mittelfeld in einem Zweikampf mit Bayerns Leroy Sané zu Fall gekommen. Für den Referee war das kein Foul. Auch aus dem Video-Keller in Köln kam kein entsprechender Hinweis.

„Für mich ein ganz klares Foul, so sah es für mich von der Bank aus“, sagte Marco Reus, der zu diesem Zeitpunkt bereits ausgewechselt worden war und auf der Bank Platz genommen hatte.

Marco Reus nach BVB-Pleite in München: „Bei Bayern wäre es gepfiffen worden“

Als er im Sky-Interview die besagte Szene noch einmal gezeigt bekommen hatte, folgte der heftige Vorwurf gegen Schiedsrichter Marco Fritz: „Ich sage Ihnen ganz ehrlich: Wenn das bei Bayern gewesen wäre, hätte er 100-prozentig gepfiffen. Das ist so. Bei Bayern wäre es gepfiffen worden. Fertig, aus - ist so.“

Als wäre diese Anschuldigung nicht schon genug, lederte Marco Reus im ZDF weiter und legte noch einen drauf. „Für mich hat der Schiri keine Eier gehabt, da zu pfeifen“, sagte der Kapitän von Borussia Dortmund.

Auch BVB-Coach Edin Terzic habe in der Szene zwischen Leroy Sané und Emre Can „ein klares Foulspiel“ gesehen. In der anschließenden Pressekonferenz analysierte der das Ganze jedoch deutlich sachlicher. „Ich habe mich auch geärgert. Trotzdem weiß ich, dass es im Training einer meiner schwersten Aufgaben ist, Schiedsrichter zu sein. Es ist oftmals nicht leicht.“

BVB verliert beim FC Bayern: Zweikampf Sané vs. Can war für Dortmunds Trainer die Schlüsselszene

Für ihn war es jedoch das bereits erwähnte „klare Foulspiel“, „daher verstehe ich auch den Unmut“, sagte Edin Terzic: „Es war ärgerlich, weil es einige ähnliche Dinge auf der anderen Seite gab, die gegen uns gepfiffen wurden. Das war die Schlüsselszene kurz für Schluss und für mich einer der Gründe, warum wir mit null Punkten nach Hause fliegen.“ Selbst Emre Can, der vermeintlich Gefoulte selbst, war sogar der Meinung: „Kann er pfeifen, muss er nicht.“

Also alles nur die Wut aus den Emotionen heraus? Bayerns Thomas Müller versuchte anschließend im Interview bei Sky einen sachlicheren Ansatz. „Es gehen beide mit dem Körper zum Ball“, meinte er. Und einem Spiel „voller intensiver Zweikämpfe“ müsse nicht jede Szene wie diese direkt abgepfiffen werden.

BVB-Kapitän Marco Reus kritisierte Schiedsrichter Marco Fritz nach der Pleite beim FC Bayern.

„Natürlich ist danach das Tor gefallen, aber es hatte keinen direkten Einfluss. Auch wenn es für die anderen, neutralen Fans schwer zu glauben ist, hätte ich das gegen uns auch nicht als Foul gesehen“, sagte der 31-Jährige. Tatsächlich sind solche Aussagen am ehesten Bayerns Thomas Müller zu glauben.

Schiedsrichter-Experte von „Collinas Erben“: „Das kann man so laufen lassen“

Zumal es auch aus neutraler Sicht diesen Standpunkt gab. „Das konnte man schon so laufen lassen“, sagte Schiedsrichter-Experte Alexander Feuerherdt vom Podcast Collinas Erben bei Sky. Für ihn sei die Linie von Referee Marco Fritz bei der Zweikampfbeurteilung während des gesamten Spiels FCB vs. BVB entscheidend gewesen. Sein Urteil: „Marco Fritz hat eher großzügig gepfiffen, hat körperbetonten Einsatz zugelassen.“ Ein Eingreifen des Video-Assistenten hätte bei einer solchen Szene derweil nicht zur Debatte gestanden.

Für die Dortmunder wird das aber nur ein schwacher Trost sein. Sie verpassten die Chance, den Rückstand auf die Champions-League-Plätze zu verkürzen. Nach einem Doppelpack von BVB-Stürmer Erling Haaland (2./9. Minute) drehten Robert Lewandowski (26./44./90.) und Leon Goretzka (88.) das Spiel zugunsten des FC Bayern. Zu allem Überfluss verletzte sich auch noch BVB-Stürmer Erling Haaland im Spiel beim FC Bayern, doch Trainer Edin Terzic gab nach dem Abpfiff bereits Entwarnung. Länger droht dagegen Jadon Sancho auszufallen.

Rubriklistenbild: © Günther Schiffmann/dpa

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