WM 2018

BVB-Star Reus ist Löws Spezialkraft

+
Bundestrainer Joachim Löw (r.) wird wohl in den kommenden Spielen vermehrt auf BVB-Star Marco Reus setzen.

Gegen Mexiko durfte Reus nur die letzten 30 Minuten ran, versuchte viel, fand aber auch keine Torlösung. Nun ist Löws Spezialkraft für das wichtige Turnier-Spiel gegen Schweden besonders gefragt.

Moskau - Viele Fans hätten ihn schon zum WM-Auftakt gern als Startspieler gesehen. Nach der unliebsamen Überraschung gegen Mexiko wird Marco Reus nun zu einem besonderen Hoffnungsträger.

Der Spezialplan von Joachim Löw mit dem 29-jährigen Dortmunder steht schon seit einigen Wochen, wie Reus selbst berichtete: Der WM-Neuling wird "vor allem in den wichtigen Spielen" gebraucht. Denn alle Planungen gingen davon aus, "dass das Turnier sehr lang geht".

"Ich wusste es schon im Trainingslager", sagte Reus zu seiner Reservistenrolle beim 0:1 zum Turnierstart in Moskau. Dieses Spiel hatte der Bundestrainer in der Wichtigkeitsskala offenbar noch nicht in der obersten Kategorie eingestuft.

Löw wollte "Rakete" dosiert zünden

Reus kam im Luschniki-Stadion nach 60. Minuten auf das Feld. "Natürlich war das Spiel auch wichtig. Aber wir haben einen breiten Kader. Da wird jeder gebraucht und deshalb war das so abgesprochen", sagte der BVB-Profi.

Seine ungewöhnliche Geschichte als Nationalspieler und seine besonderen Fähigkeiten machen Reus in Russland zu einer Spezialkraft. Nachdem der hochbegabte Fußballer 2014 die WM und auch die EM 2016 kurzfristig wegen Verletzungen verpasst hatte, ihn eine weitere Kreuzbandverletzung zu einer Pause bis zum Februar dieses Jahres zwang, wollte Chefcoach Löw seine "Rakete" nur dosiert zünden.

Der wichtige Zeitpunkt ist nun schon am Samstag in Sotschi gekommen. Denn gegen Schweden muss der Weltmeister unbedingt punkten, um nicht brutal aus der WM zu stürzen. "Das ist ein Hopp-oder-Top-Spiel", sagte Reus selbst.

"Wahnsinnig geschickt und intelligent"

Seine Dynamik soll das deutsche Spiel in einer schwierigen Situation wieder auf ein höheres Level heben. "Ich nehme ihn als Spieler wahr, der wahnsinnig geschickt und intelligent ist, die Gegner überraschen kann. Es wirkt bei ihm alles so leicht und spielerisch", hatte der Bundestrainer Reus' Stil beschrieben.

Gegen die aufmüpfigen Mexikaner wollte es der Einwechselspieler Reus erzwingen. Er stieß rechts und links in die Räume, flankte und versuchte es auch mit einem fulminanten Volleyschuss.

Reus nimmt ganzes Team in die Pflicht

"Ich suche das Dribbling, will Chancen kreieren", bemerkte Reus. Eine Torlösung aber fand auch er diesmal nicht. "Man hat sich natürlich etwas anderes gewünscht. Es war dann schwierig, weil Mexiko mit sechs, sieben Mann hinten drin standen, die Ketten eng geschlossen waren. Es war nicht unser Tag", bekannte Reus.

Die Schuld an der Konteranfälligkeit wollte der Offensivmann nicht der Defensive zuschieben. "Die ganze Mannschaft ist in der Pflicht, das schnellstmöglich abzustellen", betonte BVB-Star Reus. "Der Bundestrainer wird die richtige Lösung finden, damit wir gegen Schweden besser auftreten."  

Eine Lösung kann eigentlich nur heißen: Reus beginnt.

dpa

Verpassen Sie keine Nachricht zu Borussia Dortmund und werden Sie Fan unserer Facebook-Seite.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare