Nach Pleite gegen Leverkusen

"Favre raus"? Viel zu einfach, dennoch unausweichlich! - Kommentar

Der Hashtag "Favre raus" landete nach der Pleite gegen Leverkusen erneut in den Twitter-Trends. Den BVB-Trainer trifft allerdings nicht die Alleinschuld. Ein Kommentar.

  • Borussia Dortmund gab gegen Bayer Leverkusen den Sieg leichtfertig aus der Hand.
  • Trainer Lucien Favre findet kein Mittel, um die BVB-Defensive zu stabilisieren.
  • Allerdings stehen die Spieler ebenso in der Pflicht.

Update vom 12.45 Uhr: "Favre raus" - gar nicht mehr so unrealistisch? Im Vergleich zu den Diskussionen um den Trainer von Borussia Dortmund denken die BVB-Bosse wohl um. 

"Favre raus"? Viel zu einfach, dennoch unausweichlich! - Kommentar

Borussia Dortmund ist wieder einmal an sich selbst gescheitert. Gegen ein gutes, aber eben nicht überragendes Bayer Leverkusen kassierte der BVB vier Treffer. Besorgniserregend: 21 Bundesliga-Spieltage sind absolviert worden, an acht davon holte die Elf von Trainer Lucien Favre mindestens dreimal den Ball aus dem eigenen Netz. Der BVB dreht sich im Kreis. 

Die Schuld einzig und allein beim Trainer zu suchen, wäre allerdings für alle Beteiligten zu einfach. Der Coach ist das schwächste Glied in der Kette, das weiß wohl auch Favre. Seit seinem Amtsantritt beim BVB im Sommer 2018 hat er es nicht geschafft, das wacklige Gebilde namens BVB-Defensive zu festigen. 

Favre raus: BVB-Coach weiter auf der Suche nach defensiver Stabilität

Erst Fünfer-, dann Vierer- und letztlich die Dreierkette. Keines seiner Systeme hat bislang funktioniert. 32 Gegentreffer in dieser Saison sprechen eine deutliche Sprache – und lassen den Schweizer rat- und machtlos zurück. 

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„Ich probiere mein Bestes, um die richtigen Dinge zu korrigieren. Aber ich hatte, seitdem ich Trainer bin, selten eine Mannschaft, die solche Schwierigkeiten hatte“, kapitulierte Favre am Samstagabend. Der Fußball-Lehrer ist derjenige, der das vermeintlich bestmögliche Personal ins Rennen schickt. Und er ist auch derjenige, der Woche für Woche auf den sich völlig außer Form befindlichen Manuel Akanji setzt. 

Favre raus: BVB-Coach setzt weiterhin auf Manuel Akanji - ein Fehler

Gegen Leverkusens Kevin Volland hatte sich der 24-jährige völlig falsch positioniert vor dem 0:1, beim 3:3 Leon Bailey hinter sich aus den Augen verloren. Allerdings ist er nicht der einzige, der immer wieder zu fahrlässigen Fehlern neigt. Welche Mitschuld trifft dementsprechend die Mannschaft? Eine genau so große! 

Denn der beste Trainer der Welt ist machtlos, wenn das Personal auf dem Rasen nicht das umsetzt, was ihm mit auf den Weg gegeben wird. „Wir müssen mit mehr Geduld das Spiel besser kontrollieren und nicht immer naiv nach vorne gehen“, hatte Coach Favre kritisiert. Eine Predigt, die er sicherlich schon häufiger in der BVB-Kabine abgehalten, die bislang aber jegliche Wirkung verfehlt hat. 

Favre raus: Die Mannschaft des BVB trägt mit nicht zu erklärenden Fehlern die Mitschuld

Die zum Teil einfachsten und haarsträubenden Fehler sind kaum zu erklären und einem selbst ernannten Meisterschaftskandidaten nicht würdig. Der droht nun, innerhalb nur weniger Wochen, alle drei mögliche Titel zu verspielen – aus dem Pokal hat er sich schon verabschiedet. 

Nicht nur aufgrund der jüngsten Ergebnisse scheint die Beziehung zwischen Trainer und Mannschaft zerrüttet. Die jungen, wilden und oft auch kopflos agierenden Spieler passen nicht zum ruhigen und in sich gekehrten Favre

Eine baldige Trennung scheint unausweichlich zum Wohle beider Parteien. Wann der endgültige Schlussstrich gezogen werden wird, werden die kommenden Wochen beantworten. Eine Zusammenarbeit über den Sommer hinaus ist aktuell sehr schwer vorstellbar.

Ex-Trainer Thomas Tuchel zeigte sich derweil vor dem Wiedersehen mit dem BVB in der Champions League von der Dortmunder Krise unbeeindruckt.

Rubriklistenbild: © dpa / picture alliance

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