Borussia Dortmund

Kommentar: Favres Verpflichtung ist für Watzke und Co. nur kurz ein Grund zum Durchatmen

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BVB-Boss Hans-Joachim Watzke und Co. müssen den Kader von Borussia Dortmund umkrempeln.

Mit der Verpflichtung von Lucien Favre hat Borussia Dortmund die Trainer-Baustelle geschlossen. Die große Arbeit wartet aber noch auf die Verantwortlichen. Ein Kommentar.

Eine Sensation ist es nun wirklich nicht mehr, was Borussia Dortmund der Welt am Dienstag nüchtern per Pressemitteilung verkündete. Dass der Schweizer Lucien Favre als neuer Trainer vom OGC Nizza zum schmucklos in die Champions League gestolperten BVB wechseln würde, war seit Wochen ein offenes Geheimnis.

Dass dieses jetzt auch offiziell gelüftet ist, ist für die Verantwortlichen um Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc nur kurzfristig ein Grund zum Durchatmen. Zwar ist es aus Sicht der Dortmunder erfreulich, dass sie die Baustelle auf der Trainerposition mit der Verpflichtung des früheren Gladbacher und Berliner Coaches geschlossen haben.

Allerdings geht die Arbeit erst richtig los. Denn die Aufgabe für Favre ist keine gemütliche. Nach den fußballerisch oftmals rumpeligen Darbietungen unter Favres Vorgänger Peter Stöger und dem konfusen Harakiri-Gekicke zuvor unter dem Niederländer Peter Bosz ist selbst Romantikern wie Watzke mittlerweile klar, dass der BVB-Kader arg reformbedürftig ist: spielerisch, taktisch, disziplinarisch und personell.

Favre kann Spielidee auch vermitteln

Immerhin: Favre eilt im Gegensatz zu Stöger der Ruf voraus, eine offensiv-konstruktive Spielidee nicht nur zu haben, sondern diese seinen Mannschaften auch nachhaltig vermitteln zu können.

Von Köppel bis Favre: Die BVB-Trainer seit den Neunzigern

Gelingt Favre dies auch an der Strobelallee, könnten die Schwarz-Gelben schon bald wieder da stehen, wo sie sich selbst sehen: in Schlagdistanz zu den derzeit enteilten Bayern.

Allerdings gilt Favre auch als wankelmütiger Charakter, der bisweilen dazu neigt, die Brocken hinzuwerfen, wenn die Dinge nicht nach seinem Gusto laufen. So setzte der 60-Jährige in Gladbach 2015 gegen den Willen des Klubs seinen Rücktritt durch. Ob sich bis zur Côte d’Azur herumgesprochen hat, dass derlei in einer Malocher-Stadt wie Dortmund nicht besonders gut ankäme?

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