Zu Gast beim VfB: "Kein Freundschaftsspiel"

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Wiedersehen: Der BVB hat Moritz Leitner vor der Saison an den VfB Stuttgart ausgeliehen.

DORTMUND - Manchmal zeigt Jürgen Klopp, Trainer von Borussia Dortmund, seiner Mannschaft vor einer Aufgabe im Oberhaus Videosequenzen vom Hinspiel. Mit Blick auf die Partie beim VfB Stuttgart (Samstag, 15.30 Uhr) wäre das für die BVB-Profis ein sehr angenehmer Anschauungsunterricht, gewannen sie das erste Aufeinandertreffen deutlich mit 6:1.

Von Peter Schwennecker

Doch wertvolle Erkenntnisse dürften weder Klopp noch sein Team daraus schöpfen, dann die Umstände beim VfB Stuttgart haben sich verändert, dramatisch sogar. „Das ist Abstiegskampf pur“, beschreibt Klopp die aktuelle Situation der Baden-Württemberger.

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„Beim VfB hat sich vieles verändert, sie haben einen neuen Trainer. Deswegen konzentrieren wir uns bei der Analyse lieber auf die letzten beiden Begegnungen. Das Hinspiel ist schon ewig her und hat deshalb für uns leider keine große Relevanz.“

Aufgrund der 0:2-Niederlage in Nürnberg rutschte Stuttgart mit nur 24 Punkten auf einen Abstiegsplatz ab. Nach der Trennung von Trainer Thomas Schneider hatte der VfB zuvor unter dem neuen Coach Huub Stevens mit dem 1:1 in Bremen und dem 1:0 gegen den Hamburger SV immerhin vier Punkte errungen. Die Leistung beim Club war deshalb ein herber Rückschlag.

Und Klopp hat die Reaktion des Holländers nach der Partie vernommen. „Stevens hat nicht gefallen, dass zu wenig Aggressivität im Spiel war“, sagt der BVB-Coach, der deshalb mit einer sehr intensiven Begegnung rechnet, was er allerdings für normal hält. „In dieser Saisonphase geht es für fast alle um alles. Es ist ja bisher nur eine Entscheidung gefallen. Es wird deshalb überall eine Schippe drauf gepackt. Wir müssen uns darauf einstellen, dass es kein Freundschaftsspiel wird.“

Ein Wiedersehen feiern die Dortmunder mit Junioren-Nationalspieler Moritz Leitner, der vor Saisonbeginn für zwei Jahre an die Stuttgarter ausgeliehen wurde. „Für ihn war es wichtig, Spielpraxis zu bekommen“, rechtfertigt Klopp das Geschäft, räumt aber ein, dass die Situation eine andere wäre, wenn er vorher gewusst hätte, welche Probleme die Borussia angesichts des Verletzungspechs gerade auf dieser Position hat.

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Leitners Entwicklung verfolgt er aufmerksam: „Durch mehr Einsätze hat er sicherlich einen Schritt nach vorn gemacht. Für Moritz geht es darum, auch auf dem Platz erwachsener zu werden. Und da gehören auch einige Probleme dazu, wie es sie gerade in Stuttgart gibt. Wenn er damit richtig umgeht, ist er ein Stück weiter.“

Ob Leitner sofort nach Dortmund zurückkehren würde, falls der VfB absteigen sollte, ist für den gebürtigen Stuttgarter Klopp derzeit kein Thema. „Ich gehe davon aus, dass das nicht passiert und sie den Klassenerhalt noch schaffen.“

Allerdings hofft er nicht darauf, dass die Schwaben die große Wende ausgerechnet gegen die Schwarz-Gelben einleiten. Zumal die Dortmunder mit Blick auf das Spiel in der Champions League am Mittwoch bei Real Madrid ihr Trauma ablegen wollen, dass sie vor einem Spiel in der Königsklasse nicht gewinnen können. „Diese Diskussionen sollten wir endgültig beenden“, fordert Klopp.

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