Kleinlauter "Tiger" nach Dortmunds 7:1-Sieg

+
Dortmunds Torschütze Gonzalo Castro und Henrikh Mkhitaryan.

Dortmund - In zwei Meisterschaftsspielen war Stefan Effenberg seit seiner Amtsübernahme beim Zweitligisten SC Paderborn ohne Gegentor geblieben, bei der Rückkehr auf die große Fußballbühne erhielt der Trainer-Novize aber eine ganz bittere Lektion. Vor 74605 Zuschauern wurden die Ostwestfalen in der 2. DFB-Pokalhauptrunde vom gastgebenden Bundesliga-Zweiten BV Borussia Dortmund mit 7:1 (3:1) demontiert. Und der mit breiter Brust nach Dortmund angereiste „Tiger“, der im Vorfeld mächtig gebrüllt hatte, war nach dem Schlusspfiff ziemlich kleinlaut.

„Sieben Gegentreffer hören sich nicht gut an. Nach vier oder fünf muss man zumachen, doch wir haben weiter nach vorn gespielt“, erklärte Effenberg. „Daraus muss die Mannschaft lernen, und ich persönlich auch. Wir müssen uns jetzt schütteln, und dann geht es weiter.“ Sehr zufrieden war BVB-Fußball-Lehrer Thomas Tuchel. „Wir haben gut gespielt, zahlreiche Chancen erarbeitet, viele Tore geschossen und die Zuschauer begeistert.“

Von einer Rotation angesichts der vielen englischen Wochen konnte beim BVB nicht die Rede sein, auch wenn Tuchel seinen Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang auf der Bank ließ und sogar ganz auf Marco Reus verzichtete. „Individuelle Belastungsdosierung“, gab Tuchel als Grund für diese Maßnahme an. Henrikh Mkhitaryan und Adrian Ramos ersetzten die beiden Offensivkräfte.

Ansonsten rückte nur Julian Weigl für Sven Bender in die Mannschaft. Im Gegensatz zu den bisherigen Gepflogenheiten in den Wettbewerben außerhalb der Bundesliga gab es keinen Torhüterwechsel. Roman Bürki blieb zwischen den Pfosten, Roman Weidenfeller nur die Beobachterrolle. Und der Schweizer leistete sich nach 21 Minuten einen kapitalen Patzer, als er im Strafraum ein Dribbling gegen Paderborns Srdjan Lakic riskierte, der den Ball zum 0:1 ins Tor spitzelte.

7:1 - BVB lässt "Effes" Paderbornern keine Chance

„Dieser Initialzündung brauchte es nicht“, ärgerte sich Bürki. „Ich bin froh, dass meine Kollegen das schnell wieder ausgebügelt haben.“ Dortmund erhöhte sofort den Druck und schlug innerhalb von nur sieben Minuten zurück. Zunächst traf Ramos nach Zuspiel des gut aufgelegten Gonzala Castro zum Ausgleich (25.), dann war es Castro selbst, der diesmal nach Vorarbeit von Ramos das 2:1 markierte (30.).

Als dann auch noch Shinji Kagawa kurz vor der Pause die Paderborner Abwehr austanzte und zum 3:1 (43.) einschoss, waren die Verhältnisse auf dem Rasen endgültig zurecht gerückt.

Effenberg selbst versuchte zu Beginn des zweiten Durchgangs noch einmal einen Reizpunkt in Form eines Disputs mit Mats Hummels an der Seitenlinie zu setzen. Doch der BVB ließ sich vom „Tiger“ nicht mehr beeindrucken. Nach einem Foul von Dominik Wydra an Matthias Ginter zeigte Schiedsrichter Peter Sippel sofort auf den Elfmeterpunkt. Ilkay Gündogan verwandelte den Strafstoß sicher zum 4:1 (54.), bereitete nur kurz darauf auch das 5:1 durch Castro (58.) vor. Der BVB schaltete danach deutlich einen Gang zurück. Tuchel wechselte dreimal aus, um Kräfte für die Bundesliga-Partie am Samstag bei Werder Bremen zu schonen. Mit einem Doppelschlag durch Lukasz Piszczek (87.) und Mkhitaryan (89.) schraubten die Schwarz-Gelben das Ergebnis am Ende auf 7:1. Es war Dortmunds höchster Pokalsieg seit 1997, als es ein 8:0 beim SV Warnemünde gab. „Wir haben die Aufgabe souverän gelöst. Aus dieser Partie können wir sehr viel mitnehmen“, freute sich der zweifache Torschütze Castro.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare