Kevin Kampl freut sich auf seine Aufgabe beim BVB

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LA MANGA - Kevin Kampl, Neuzugang des BV Borussia, strahlt im Dortmunder Trainingslager in La Manga mit der Sonne um die Wette. Der Slowene hat sich nach eigener Aussage einen Kindheitstraum erfüllt.

Von Peter Schwennecker 

 „Ich darf jetzt bei dem Verein spielen, bei dem ich früher als Fan auf der Tribüne stand“, erzählt der 24-Jährige nach der ersten Übungseinheit an der Costa Calida. Der slowenische Nationalspieler tritt locker auf, geht seine neue Herausforderung unbelastet an. Gerade deshalb hat sich der BVB diesen Transfer auch zwölf Millionen Euro kosten lassen, die an RB Salzburg überwiesen wurden.

„Mein Ziel war immer, aus Österreich irgendwann wieder den Sprung nach Deutschland zu schaffen. Mit 24 bin ich jetzt sowohl menschlich als auch spielerisch reif genug, diesen Schritt zu wagen.“

Auch Bayer Leverkusen mit seinem ehemaligen Trainer Roger Schmidt hatte großes Interesse an den quirligen Offensivspieler gezeigt. „Meine Verhandlungen mit Dortmund waren positiver. Ich hatte einfach super Gespräche, die mich überzeugt haben, das hier zu machen. Der BVB hat sich auch mehr um mich bemüht.“

Die ersten Tage in Dortmund sind Kampl sehr leicht gefallen. Die Stimmung in der Mannschaft sei ähnlich familiär wie in Salzburg. Der Slowene ist ein Typ, der die Nähe zu den Mitspielern und die große Offenheit untereinander braucht. „Das ist hier alles super“, sagt er. „Die Jungs haben es mir aber auch sehr einfach gemacht und mich toll aufgenommen. Deswegen kann ich auch gleich Vollgas geben.“

"Die Rückrunde wird ganz anders aussehen" 

Die aktuelle Tabellensituation der Dortmunder kennt Kampl. „So etwas kann passieren“, sagt er. „Mir war es bewusst, was ich da mache. Ich würde es nicht machen, wenn ich es mir nicht zutrauen würde. Dortmund gehört von dem ganzen Konstrukt her da unten nicht hin.“ Und der Slowene verbreitet gleich Optimismus: „Das wird in der Rückrunde ganz anders aussehen. Jeder weiß, worum es geht. Da müssen wir uns alle an der Hand packen und uns gemeinsam da rausziehen.“

In welcher Rolle er dabei helfen wird, ist ihm egal. Er hat in seiner Laufbahn schon auf allen Mittelfeldpositionen gespielt, zuletzt in Salzburg auf der rechten Seite. „Als halbrechter Zehner“, wie er betont. Direkt zentral hinter der Spitze agiert er in der slowenischen Nationalmannschaft. Viele sehen ihn ähnlich in der Veranlagung wie seinen neuen Mannschaftskameraden Marco Reus.

Bilder aus La Manga

BVB im Trainingslager in La Manga

„Ich glaube, dass Marco ein Spieler ist, der für das Gegenpressing super geeignet ist“, sagt Kampl. „Schnelle Bewegungen, schnelles Ballführen, die Lücken suchen. Ich glaube, dass wir uns da ganz gut ergänzen können“, betont der Neuzugang, der sich riesig auf die Zeit „mit solchen Superspielern“ freut. „Ich glaube, dass ich mir da noch einiges abgucken kann. Ich kann mich noch weiter entwickeln, in allen Belangen. Ich möchte an meine Grenzen kommen, an meine Grenzen stoßen. Und ich glaube, das kann ich hier bei diesem Verein.“

Rückkehr in alte Heimat

Die Umstellung wird Kampl nicht schwer fallen. Schließlich ist er nicht weit von Dortmund in Solingen aufgewachsen. Er kehrt praktisch in seine alte Heimat zurück. „Ich habe Deutschland sehr viel zu verdanken. Bin aber froh, dass ich für Slowenien spielen darf“, erklärt der Profi. „Alle in meiner Familie haben einen slowenischen Pass. Deswegen war für mich klar, dass ich nichts Anderes mache“, beteuert der 24-Jährige. Die Verbundenheit zu seinen Eltern sowie den zwei Schwestern und zwei Brüdern ist groß.

„Die haben mich stets gefördert, immer zum Training gefahren.“ Als das seine beiden älteren Brüder aus beruflichen Gründen nicht mehr konnten, hat seine Mutter mit 50 Jahren sogar noch den Führerschein gemacht. „Ohne sie würde ich hier heute nicht sitzen“, weiß Kampl, wer großen Anteil am bisher positiven Verlauf seiner Karriere hat. In Dortmund wagt er jetzt den nächsten Schritt. „Ich möchte hier mein Bestes geben, wie ich das immer mache. Ich hoffe, dass ich der Mannschaft schnell mit meinen Stärken helfen und mich integrieren kann.“

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