Zum zweiten Mal in Folge

Kein Spiel für ihn? Götze schon wieder außen vor

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Mario Götze saß im zweiten Liga-Spiel in Folge 90 Minuten lang auf der BVB-Bank.

Zum zweiten Mal in Folge saß Mario Götze in Hannover 90 Minuten auf der Bank von Borussia Dortmund. Die Verantwortlichen weichen vielsagend aus.

Hannover - Er war einer der Ersten aus dem Team von Borussia Dortmund, der das Stadion von Hannover 96 verlassen hatte. Nach außen hin machte Mario Götze gute Miene zum eigentlich bösen Spiel, plauderte hier und da mit ihm bekannten Gesichtern.

Doch innerlich dürfte es anders ausgesehen haben beim 26-Jährigen, der in der Vorbereitung gesetzt schien. Aber: Im Pokalspiel in Fürth (2:1 nach Verlängerung) nach 64 Minuten ausgewechselt. In der Bundesliga sowohl beim Auftakt gegen RB Leipzig (4:1) wie auch beim jüngsten 0:0 in Hannover nur auf der Bank.

Ein Novum, denn seit Götze in der Saison 2010/11 Stammspieler wurde, ist ihm das - sofern körperlich fit und gesund - noch nie passiert. Nicht unter Jürgen Klopp. Nicht unter Thomas Tuchel. Nicht unter Peter Bosz. Nicht unter Peter Stöger. Selbst beim FC Bayern unter Guardiola nicht.

"Es ist, wie es ist"

Dabei hatte während der Partie in Niedersachsen einiges für den Mittelfeldspieler gesprochen. Dem BVB fehlte es an nötigen Impulsen im Spiel nach vorne. Ideen und Kreativität eines Götze hätten den Schwarz-Gelben sicherlich gut zu Gesicht gestanden.

Doch Lucien Favre entschied anders. In der Anfangsformation setzte der Cheftrainer des BVB im Dreier-Mittelfeld erneut auf Mahmoud Dahoud neben Thomas Delaney und Axel Witsel. Und als er Dahoud aus der Begegnung genommen hatte, brachte er lieber Raphael Guerreiro.

Warum? Favre wich der Frage ein wenig aus, verwies auf das praktizierte 4-3-3-System der Borussia. "Es war sehr intensiv mit vielen Zweikämpfen, viel vor und zurück. Es war sehr, sehr engagiert", erklärte der Schweizer. "C’est comme ca." Es ist, wie es ist.

Kehl verweist auf Intensität

Klingt fast so, als sei genau dies kein Spiel für Götze. Sebastian Kehl, der Leiter der Lizenzspielerabteilung, wollte das Thema Götze noch weniger vertiefen und verwies darauf, dass Aufstellung und Auswechslungen die Sache des Trainers sei. 

Allgemein sagte er nur: "Es war ein intensives Spiel. Da muss man schauen, dass man körperlich noch eine gewisse Präsenz auf dem Platz hat. Auch Größe ist wichtig, denn Hannover ist stark bei Standards."

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Offenbar, zumindest ist das aus den Worten herauszuhören, traut Favre dem 26-Jähirgen genau das nicht zu:  gegen körperlich robuste Gegner dagegenzuhalten. Dabei dürften viele Bundesligisten in Hannover genau hingeschaut haben: Mit Intensität und Aggressivität in den Zweikämpfen kann der BVB durchaus Probleme bekommen.

Löw: Götze muss sich in Dortmund zeigen

Will heißen: Spiele wie bei den Niedersachsen dürften nicht zur Seltenheit werden für die Dortmunder. Kein gutes Zeichen für Götze.

Dabei wollte er in diesem Jahr - parallel zum Verein - zum Neustart ansetzen. Zu alter Form zurückfinden. Und wieder ein Thema für die Nationalmannschaft werden.

Doch damit dürfte es mit einer möglichen Reservistenrolle bei der Borussia zunehmend schwierig werden. Bundestrainer Joachim Löw verzichtete bei den kommenden Länderspielen auf ihn, betonte aber: "Mario Götze ist bei uns nicht abgeschrieben. Er hat ein gutes Alter, und man weiß, dass er gute Qualitäten hat. Meine Sicht der Dinge ist: Er soll sich in Dortmund mal wieder richtig zeigen. Wenn er das schafft, dann wird er für uns mit Sicherheit wieder ein Thema."

Dafür muss er aber erst einmal wieder ein Thema bei Favre sein.

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