Über 300 BVB-Fanclubs im Protest-Bündnis "Südtribüne Dortmund" vereint

"Kein Bock auf Montag!" In der Fan-Szene regt sich Widerstand gegen neuen Termin

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Geht es nach dem Fan-Bündnis „Südtribüne Dortmund“, wird Bundesligist Borussia Dortmund sein Heimspiel gegen den FC Augsburg am Montag, 26. Februar, vor einer nur spärlich besetzten Südtribüne austragen.

Hamm - Eintracht Frankfurt empfängt am kommenden Montag (20.30 Uhr) RB Leipzig. Es ist ein besonderes Duell. Denn es ist das erste reguläre Montagsspiel der Bundesliga-Geschichte. In der Fan-Szene ist der Widerstand groß. Besonders bei den Anhängern von Borussia Dortmund. Sie haben für die Heimpartie am Montag, 26. Februar, gegen den FC Augsburg zum Boykott aufgerufen.

Über 300 Fanclubs haben sich mittlerweile dem Fan-Bündnis „Südtribüne Dortmund“ angeschlossen. Ihre Mitglieder werden gegen Augsburg nicht den gewohnten Platz im Dortmunder Stadion einnehmen und wollen ihre Karte verfallen lassen. 

„Wir wollen zeigen, wie es aussieht, wenn die Fans nicht mehr kommen können und nicht mehr kommen wollen“, sagte Andreas Assmann vom Fanclub Away Sups Werdohl, der vor einigen Wochen den Anstoß zum Boykott gegeben hatte, gegenüber „Radio 91.2“. 

Für Assmann ist klar: „Lieber, wir verzichten einmal, so schwer es auch ist, als dass sich das Montagsspiel durchsetzt und wir in zwei, drei Jahren 34 davon haben.“ 

Stadionbesuch für viele Fans montags nicht machbar

Der Protest ist längst nicht mehr nur ein Thema der Ultra-Szene, die zuletzt im Heimspiel gegen den HSV mit Plakaten wie „Kein Bock auf Montag!“ und „Für Fangerechte Anstoßzeiten – Nein zu Montagsspielen“ erneut auf den Boykott aufmerksam gemacht hatte. 

Die Kernpunkte der Kritik hat die Fanabteilung von Borussia Dortmund zusammengefasst. Sie lehne „Montagsspiele sowie die weitere Aufsplittung von Spieltagen grundsätzlich ab. Denn egal, ob Schüler, Studenten oder Arbeitnehmer: Für viele Fans ist der Stadionbesuch an einem Montagabend mit unzumutbaren Strapazen verbunden. Wer nicht in unmittelbarer Nähe des Spielorts wohnt, muss sich meist schon mittags oder nachmittags auf den Weg zum Stadion machen.“

Boykott-Unterstützung von Kevin Großkreutz

Sogar Ex-Borusse Kevin Grokreutz unterstützte auf Instagram den Boykott. „Zeichen setzen, zuhause bleiben und Karte verfallen lassen“, schrieb er dort.

Die Fanabteilung plant rund um das Augsburg-Spiel weitere Aktionen. Es wird kein Vorprogramm geben, die Infostände bleiben geschlossen, die ehrenamtlichen Helfer werden nicht vor Ort sein. „Es ist unserer Auffassung nach an der Zeit, der Kommerzialisierung und Profitmaximierung im Profifußball verstärkt entgegenzuwirken und im Fußball das zu stärken, was ihn ausmacht: seine gesellschaftliche Bedeutung und seinen verbindenden Charakter“, heißt es seitens der Fanabteilung. 

Drei von fünf Montagsspielen sind terminiert

Augsburger reisen nicht ins Ruhrgebiet Die Anstoßzeit sei von der Deutschen Fußball-Liga „ausschließlich für die übertragenden TV-Sender“ geschaffen worden. Insgesamt fünf Montagstermine soll es in dieser Saison geben. Drei davon sind terminiert. Nach den Spielen zwischen Frankfurt und Leipzig sowie Dortmund und Augsburg folgt am 12. März das Duell zwischen Bremen und Köln. 

Widerstand regt sich nicht nur beim BVB. Ein Augsburger Fan-Zusammenschluss kündigte bereits an, der Partie im Ruhrgebiet aus Protest fernzubleiben. Eintracht-Anhänger haben dazu aufgerufen, gegen Leipzig „Fahnen, Banner und Zaunfahnen zu Hause zu lassen und auf die Unterstützung zu verzichten“. Eine Bremer Ultra-Gruppierung wird auf den Besuch der Partie gegen Köln verzichten. 

DFL: "Keine kommerziellen Gründe!"

Die DFL jedoch betont, die Einführung des zusätzlichen Spieltermins sei „nicht aus kommerziellen Gründen“ geschehen. Viel mehr ginge es um die Entlastung der Europa-League-Starter, die ihre internationalen Partien donnerstags austragen. 

Es gebe „derzeit keine Pläne, die Anzahl der Montagsspiele auszuweiten“, heißt es. Aus Sicht von Frankfurts Vorstandsmitglied Axel Hellmann ergebe das auch keinen Sinn. „Ich glaube, wenn wir alle Vibrationen aufgreifen, dass der Montag keine wirklich große Zukunft haben wird“, sagte er in der Sendung „Heimspiel!“ im hr-Fernsehen. 

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke kündigte an, den Anstoß zu einer Diskussion über Montagsspiele geben zu wollen. Man dürfe keine Politik gegen das Gefühl unserer Fans machen“, sagte er. „Ohne Montagsspiele werden wir ab 2021 vielleicht ein, zwei Millionen Euro weniger einnehmen. Aber eine größere Einheit mit den Fans ist uns mehr wert.“

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