Nach dem Pokalfinale

Kein Angebot von Watzke für Eintracht-Trainer Kovac

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Frankfurts Trainer Niko Kovac hat sich als fairer Verlierer erwiesen.

BERLIN - Es war eine äußerst herzliche und innige Umarmung zwischen Frankfurts Trainer Niko Kovac und dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Borussia, Hans-Joachim Watzke.

Und sie dauerte einige Sekunden länger als die zwischen dem Dortmunder Vereinschef und dem Noch-BVB-Trainer Thomas Tuchel. Von einem Angebot, die Tuchel-Nachfolge bei den Schwarz-Gelben anzutreten, war aber laut Kovac bei dem folgenden kurzen Gespräch auf dem Rasen nicht die Rede. 

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„Herr Watzke hat uns dazu gratuliert, dass wir der Borussia einen harten Kampf geliefert und ihr alles abverlangt haben“, erklärte der Eintracht-Coach, der gute Kontakte zu den Westfalen pflegt. „Schließlich durfte ich beim BVB unter Jürgen Klopp und auch unter Tuchel als Trainer hospitieren. Außerdem hat mein Bruder Robert einmal in Dortmund gespielt. Es gibt da schon einige Berührungspunkte.“ 

Fairer Verlierer Kovac

Kovac erwies sich als fairer Verlierer. „Ein großes Kompliment an meine Mannschaft, die alles gegeben hat. Es hat heute nicht sollen sein, das muss man dann auch mal akzeptieren und den Platz mit erhobenem Haupt verlassen. Herzlichen Glückwunsch an den BVB. Der Sieg war am Ende verdient“, erklärte der 45-Jährige, der stolz auf die Leistung seiner Elf in diesem Finale war. „Wir müssen auch einmal daran denken, woher wir kommen“, fuhr der Kroate fort. „In der vergangenen Saison haben wir noch Relegation gespielt, ein Jahr später standen wir im Pokal-Finale.“ Und der Coach forderte seine Mannschaft auf, anschließend kräftig zu feiern. „Nicht die Niederlage, aber eine insgesamt gute Saison.“ 

Zu Beginn der Partie habe seine Mannschaft zu viel Respekt vor den Dortmundern gezeigt und schnell den Rückstand hinnehmen müssen. Danach wurde die Eintracht, angetrieben von ihren 25000 lautstarken Fans, immer stärker. Und nach dem verdienten Ausgleich durch Ante Rebic wäre Haris Seferovic fast sogar das 2:1 gelungen, doch sein Schuss prallte nur gegen den linken Pfosten. „Bei einer Führung wäre vielleicht mehr möglich gewesen“, trauerte Kovac dieser Möglichkeit nach, „doch nach dem Seitenwechsel wurde die Borussia nach den Einwechselungen von Christian Pulisic, der ein super Fußballer ist, und Gonzalo Castro stärker und hatte am Ende auch die besseren Chancen.“ 

Bobic: "Stolz auf die Jungs"

Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic war zwar enttäuschte, würdigte aber auch die Leistung der Mannschaft: „Wir werden in den nächsten Jahren nicht so viele Chancen auf einen Titel bekommen. Wir haben es dem großen Favoriten sehr schwer gemacht. Insgesamt können wir sehr stolz auf die Jungs sein.“ Ob die Eintracht, die in der Bundesliga Elfter wurde, noch einmal eine so gute Saison spielen kann, ist lau Kovac durchaus fraglich. Bei einem Pokalsieg wären die Hessen in der Europa League angetreten und hätten mit zusätzlichen Einnahmen planen können. Jetzt wird es für die Frankfurter schwer, den aktuellen Kader zu halten, zumal einige Profis lediglich ausgeliehen wurden.

„Es werden uns sicherlich einige Spieler verlassen, nicht aber alle“, versicherte der Trainer. „Und wenn einige gehen werden, nehmen wir ja auch Geld ein, dass wir wieder investieren können“, beteuerte Kovac. „Wir werden alles daran setzen, wieder eine Mannschaft auf den Platz zu bringen, die in der kommenden Saison eine ähnlich gute Rolle spielen kann.“ Direkt nach der Partie in Berlin bestätigte Seferovic schon einmal seinen Wechsel zu Benfica Lissabon. Der Schweizer Nationalspieler erhält beim portugiesischen Meister einen Fünfjahresvertrag. „Benfica wollte mich unbedingt. Und ich wollte mal wieder eine Abwechslung. Ich freue mich auf die neue Aufgabe“, sagte Seferovic. 

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