Torjägerkanone: Lewandowski und Mandzukic als Favoriten

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Robert Lewandowski

DORTMUND/MÜNCHEN - Erst nach der letzten Minute der aktuellen Spielzeit wird feststehen, wer die begehrte Torjägerkanone gewinnt. Selten zuvor in der Bundesliga-Geschichte gab es vor dem Saisonfinale derart viele Bewerber.

Wenn schon keine Schale oder den Pokal - dann zumindest die Torjägerkanone. Selten zuvor war die Trophäe für den besten Schützen der 18 Bundesliga-Klubs derart umkämpft wie am letzten Spieltag der 51. Saison am kommenden Samstag. Erstmals in der Liga-Geschichte könnten sogar drei oder mehr Akteure nach dem Abpfiff der neun Begegnungen an der Spitze der Rangliste stehen - möglicherweise bekommt auch jemand die 3,2 Kilogramm schwere Kanone, der das Saisonfinale auf der Reservebank erlebt.

Mario Mandzukic

Gemeint ist Mario Mandzukic von Bayern München, der zusammen mit seinem künftigen Mannschaftskollegen Robert Lewandowski von Borussia Dortmund die Torjägerliste mit jeweils 18 Treffern anführt, gefolgt von Marco Reus (Dortmund), Adrian Ramos (Hertha BSC) und Josip Drmic (Nürnberg) mit jeweils 16 Toren.

Sollte Bayern-Coach Pep Guardiola den Kroaten Mandzukic im Heimspiel gegen Stuttgart doch zum Einsatz bringen, stehen die Chancen für den Bayern-Profi im Fernduell mit der Konkurrenz nicht schlecht. In Berlin stellt sich Lewandowski im direkten Duell Ramos, seinem Nachfolger beim BVB.

Noch nicht geklärt sind jedoch die Münchner Verhältnisse für die kommende Saison mit Lewandowski und Mandzukic. Fest steht: Der Kroate (Vertrag bis 2016) schmollt seit der Bekanntgabe des Wechsels von Dortmunds "Jahrhundertstürmer" (BVB-Internetseite).

Der Pole, der bisher im Gegensatz zu Mandzukic allein viermal vom Elfmeterpunkt erfolgreich war, traf zuletzt am 19. April beim 4: 2 gegen den FSV Mainz 05 zum zwischenzeitlichen 2:1. Mandzukic wartet ebenfalls seit zwei Begegnungen auf einen Treffer. Doch wenn zwei sich streiten, könnte sich einer der Dritten freuen.

"Die Torjägerkanone wäre ein schönes Abschiedsgeschenk. Mir fehlen zwei Tore, möglich ist das. Ich will mich am liebsten mit einem Treffer verabschieden. Ich bin bis zur letzten Minute Herthaner und werde bis zum Abpfiff auch alles geben", wurde Ramos in Berliner Medien zitiert. Ähnliche Worte sind auch von Lewandowski zu hören: "Ich will mich mit einem Titel verabschieden. " Die Chance besteht am 17. Mai im Pokalfinale gegen seinen neuen Arbeitgeber aus München.

Dass mehr als zwei Exemplare (bisher zehnmal) der gusseisernen Kanone, die das einstige Fachmagazin Sport-Magazin 1966 - seit 1968 kicker Sportmagazin - erstmals an BVB-Torjäger Lothar Emmerich (31 Treffer) verlieh, überreicht werden können, wäre ein Novum. Das inzwischen verstorbene Dortmunder Idol war einer von insgesamt 42 Schützenkönigen in den bisherigen 50 Bundesliga-Spielzeiten. Allein siebenmal führte Münchens "Bomber" Gerd Müller die Liste am Saisonende an, einmal sogar mit der Rekordquote von 40 Toren.

In der Spielzeit 1988/89 reichten sogar 17 Tore. Thomas Allofs (1. FC Köln) und Roland Wohlfarth (München) teilten sich damals Platz eins. Sollte es bei den bisherigen 18 Toren bleiben, wäre es die insgesamt zweitschlechteste Ausbeute der Historie. 20 Tore und mehr waren bislang die Regel. Doch in der vergangenen Spielzeit reichten Lewandowski nicht einmal 24 Treffer, weil der Leverkusener Stefan Kießling einmal mehr erfolgreich war. Damals trafen beide in ihrem Fernduell am letzten Spieltag jeweils einmal. - sid

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