Fernziel WM 2018

Weigl über Comeback: In erster Linie muss ich dankbar sein

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Julian Weigl hat die WM 2018 im Visier.

Julian Weigl ist nach seiner ersten längeren Verletzungspause zurück beim BVB. Der BVB spricht über seine Leidenszeit, Ziele mit Borussia Dortmund und die Nationalmannschaft.

Dortmund - Knapp vier Monate lang war Julian Weigl zum Zuschauen verdonnert. Ein Verrenkungsbruch des Sprunggelenks hatte den defensiven Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund außer Gefecht gesetzt. Es war seine erste langwierige Verletzung in seiner noch jungen Karriere.

Eine Situation, mit der der 22-Jährige erst einmal klar kommen musste. "Es war keine einfache Zeit", räumte Weigl im Interview mit den Ruhr Nachrichten ein: "Auch deshalb, weil ich zuvor noch nie schlimmer verletzt war. Ich musste mit diesem Schlag schon erst mal klar kommen. Auch in der Reha-Phase, als ich anfangs nicht wusste, was am nächsten Tag passiert. Andere, die schon öfter verletzt waren, kennen ihren Körper und können besser abschätzen, ob es normal ist, wenn der Körper auch gewisse Situationen mit Schmerzen reagiert."

Aber dem Ex-Münchner sei schnell bewusst geworden: Es bringt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. "Ich habe relativ früh den Schalter umgelegt und mir vor Augen geführt, dass ich in erster Linie dafür dankbar sein muss, dass ich so lange keine schwere Verletzung hatte", erklärt der Nationalspieler: "Ich habe mir vorgestellt, wie es hätte laufen können, wenn ich vor zwei Jahren schwer verletzt in Dortmund hätte starten müssen. Wahrscheinlich wäre dann vieles anders gelaufen."

"Reha hat mir als Mensch gut getan"

Ist es nicht. Kaum war Weigl zur Saison 2015/16 von 1860 München zum BVB gewechselt, hatte er sich unter dem damaligen Coach Thomas Tuchel einen Stammplatz erkämpft. Fand sich schnell in der neuen Klasse zurecht. War gesetzt. Bis ihn die Verletzung erst einmal ausbremste. Dennoch war die Regenerationszeit für ihn eine wertvolle: "Die Reha hat mir als Mensch gut getan. Ich war ja auch in München und konnte viel mit alten Freunden quatschen, die jetzt ihr Leben als Kreisliga-Fußballer leben und damit sehr glücklich sind. Ich weiß, dass ich als Fußballprofi immer noch am Anfang bin. Jetzt gilt es weiterzumachen."

Einfach nur glücklich!!! #great #teamperformance #bvb09 #tempel #first #goal

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Dabei muss Weigl in gewisser Weise einen neuen Anlauf nehmen. Der BVB hat mit Peter Bosz einen neuen Chefcoach. In den ersten Wochen der Saison hinterließ Nuri Sahin im defensiven Mittelfeld einen bleibenden Eindruck und setzt Weigl damit unter Druck. Die Konkurrenz ist groß und auf der Lauer. "Es ist auf jeden Fall eine neue Situation, weil ich eben aus einer Verletzung komme", sagt der 22-Jährige: "Ich war immer dabei, immer bereit und konnte mich jeden Tag zeigen. Wichtig für mich ist, dass ich jetzt wieder fit bin und mich anbieten kann. Alles andere entscheidet sowieso der Trainer."

Fernziel WM 2018

Dennoch würde er gerne dabei helfen, mit dem BVB weiter erfolgreich zu sein. Nicht nur in der Bundesliga, da sind die Schwarz-Gelben bislang auf Kurs. In der Champions League läuft es derweil noch nicht nach den Vorstellungen der Dortmunder. "Ziel ist es, jetzt endlich auch dort Spiele zu gewinnen, um dort auch über die Gruppenphase hinaus weiterspielen zu können", sagt Weigl: "In der Bundesliga scheinen wir gefestigter als im Vorjahr. Wir hatten zuletzt ein schlechtes Spiel in Augsburg und haben trotzdem die drei Punkte mitgenommen. Das zeigt, dass wir auch schlechte Spiele gewinnen können."

Ein weiteres Fernziel von Weigl ist die WM 2018 in Russland. "Wer wie ich bei einem Turnier (EM 2016, Anm. d. Red.) dabei war, wenn auch ohne Einsatz, der will beim nächsten Turnier wieder mitfahren", stellt Weigl klar: "Ich war vor meiner Verletzung auf einem sehr guten Weg und wurde immer eingeladen zu den Länderspielen. Ich habe meine Chancen bekommen und auch mal von Beginn an gespielt. Das Feedback war ganz gut vom Bundestrainer." Doch auch hier kam dem 22-Jährigen die Verletzung dazwischen. Jetzt will Weigl wieder Top-Leistung bringen. Für den BVB. Und am liebsten auch für das DFB-Team.

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