Klopp und Kehl zum letzten Mal auf der Heim-Bühne

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Klopp und Kehl: Zwei Dortmunder Institutionen bestreiten am Samstag ihr letztes Spiel im Dortmunder Stadion.

Dortmund - Der Saisonkehraus 2014/15 wird ein besonderer Tag für alle Dortmunder Borussen. Einer, an denen die Gefühle der schwarz-gelben Familie wieder einmal Achterbahn fahren.

Erst soll heute gegen Werder Bremen (Anstoß 15.30 Uhr) nach einer verkorksten Bundesliga-Runde die Qualifikation für die Europa League gefeiert werden, dann dürften Tränen fließen, so oder so. Der langjährige Kapitän Sebastian Kehl wird vor dem Spiel offiziell verabschiedet.

Jürgen Klopp verzichtet auf Blumen vor dem Anpfiff, weil er bis zum Ende der Partie im Wettbewerbsmodus bleiben möchte. Der Trainer will sich erst nach der Begegnung in Richtung Südtribüne bewegen und sich noch einmal vor den Fans verbeugen. Dass dabei auf beiden Seiten des Zaunes die Luftfeuchtigkeit steigen wird, dürfte klar sein.

Menschen, die viel bewegt haben

Zumal Klopp nach eigener Aussage sehr nah am Wasser gebaut ist, auch heute noch bei der xten Wiederholung von Karl Mays Winnetou III weinen muss. Was bleibt, ist die Hochachtung vor zwei Persönlichkeiten, die beim BVB in den vergangenen Jahren sehr viel bewegt haben, oder wie es der Vorsitzende der Geschäftsführung, Hans-Joachim Watzke ausdrückt: „Die Borussia Dortmund geprägt haben wie nur wenige vor ihnen.“ Deswegen möchten sowohl Klopp als auch Kehl ihren letzten Auftritt im Signal Iduna Park unbedingt mit einem Erfolgserlebnis krönen.

Klopp gibt Wohnzimmer für Tuchel frei

„Ich werde versuchen, den Tag noch irgendwie zu genießen“, sagt Kehl. „Ich hoffe, dass wir am Ende vor allem sportlich ein tolles Ergebnis abliefern.“ Für Klopp sind die Voraussetzungen für eine letzte „Vollgasveranstaltung“ in seinem Wohnzimmer, das er nach sieben meist erfolgreichen Jahren freiwillig für seinen Nachfolger Thomas Tuchel räumt, gegeben. Schließlich ist es ein echtes Endspiel, in dem es für beide Mannschaften um etwas geht.

Respekt vor dem Bremer Gegner

Dortmund reicht ein Unentschieden zur Qualifikation für die europäische Bühne, während Bremen unbedingt gewinnen muss. „Werder spielt eine richtig gute Saison und besitzt eine Mannschaft mit speziellen Fähigkeiten, vor allem bei Standardsituationen“, beteuert der scheidende Coach. Dabei denkt er natürlich besonders an die präzisen Freistöße des Österreichers Zlatko Junuzovic.

„Dementsprechend müssen wir uns einstellen“, erklärt Klopp. In erster Linie geht es darum, trotz aller Ereignisse am Rande die Konzentration von Beginn an hoch zu halten.

Klopp ärgert immer noch die Tatsache, dass seine Mannschaft beim 1:2 in Wolfsburg zum vierten Mal in der Runde ein Tor in der ersten Minute kassierte. „Wir müssen den Weckruf von Wolfsburg nur richtig verarbeiten.“ Sollte das gegen Bremen nicht gelingen, würde für den Fußball-Lehrer die Welt keineswegs untergehen: „Die Geschichte, die wir zusammen geschrieben haben, ist auch durch einen Misserfolg am letzten Spieltag nicht zu schmälern. Wer das so sieht, dem ist nicht zu helfen.“

Große Lust auf Heimsieg

Deswegen empfindet der 47-Jährige keinen Druck, sondern lediglich große Lust, das letzte Heimspiel unbedingt zu gewinnen. Verzichten müssen die Dortmunder auf die Langzeitverletzten Nuri Sahin, Adrian Ramos und Kevin Großkreutz. Jakub Blaszczykowski befindet sich zwar wieder im Mannschaftstraining, doch käme ein Einsatz gegen Bremen wohl zu früh.

Weidenfeller wird spielen

Festgelegt hat sich Klopp auf der Torhüterposition: „Wenn nichts passiert, wird Roman Weidenfeller im Tor stehen.“ Vor dem Pokalfinale werden dann die Karten neu gemischt.

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