Klopp: Dem BVB-Trainer droht neuer Ärger

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Jürgen Klopp

DORTMUND - Ausgerechnet vor dem geplanten Viertelfinal-Einzug in der Champions League am Mittwoch gegen Zenit St. Petersburg (20.45 Uhr/live im ZDF) musste der BV Borussia Dortmund mit dem bitteren 1:2 (0:2) vor 80.645 Zuschauern (ausverkauft) gegen die Borussia aus Mönchengladbach einen weiteren Rückschlag hinnehmen.

Von Peter Schwennecker

Es war nicht nur die vierte Heimniederlage im Fußball-Oberhaus, sondern bereits das vierte Mal in der laufenden Saison, dass die Schwarz-Gelben direkt vor einem Auftritt in der Königsklasse patzten.

„Meine Mannschaft hat schon einige Male bewiesen, dass sie mit solchen Situationen gut umgehen kann“, machte sich Jürgen Klopp zunächst keine Sorgen um die Aufgabe gegen den russischen Tabellenzweiten, obwohl auch der Vorsitzender der Geschäftsführung, Hans-Joachim Watzke, noch einmal eindringlich davor warnte, dass der BVB trotz des 4:2-Hinspielerfolges längst nicht im Viertelfinale sei.

Nach der Partie gegen die Gladbacher, in der die Schwarz-Gelben mit Neven Subotic, Ilkay Gündogan, Jakub Blaszczykowski, Henrikh Mkhitaryan, Sven Bender und Marco Reus gleich sechs Stammspieler ersetzen mussten, konnte der BVB-Trainer seiner vor allem in spielerischer Hinsicht und Offensivkraft geschwächten Mannschaft keinen Vorwurf machen. „Ich bin bereit, vor allem intern, immer Kritik zu üben, wenn es angebracht ist. Aber heute hatte ich nicht das Gefühl“, sagte Klopp.

Die Westfalen hatten zunächst recht gut begonnen, durch Jonas Hofmann (6.) und Mats Hummels (27.) auch zwei gute Chancen, kassierten dann aber innerhalb von neun Minuten zwei Gegentreffer durch Patrick Herrmann (31.) und Max Kruse (40.). Dabei konterte der VfL die Gastgeber nach Ballverlusten zweimal klassisch aus. Die Führung der Gäste war verdient, weil sie sich laut Trainer Lucien Favre als starke Einheit präsentierten, hinten sehr kompakt standen und vorn immer wieder feine Nadelstiche setzten. Womit sie die Dortmunder sichtlich beindruckten.

Bilder vom Spiel:

BVB verliert 1:2 gegen Mönchengladbach

Richtig Druck entwickelten die Schwarz-Gelben erst in der Schlussphase, nachdem die Gladbacher durch die berechtigte Ampelkarte für Harvard Nordveit in Unterzahl waren. Doch mehr als der Anschlusstreffer durch den eingewechselten Milos Jojic (77.) sprang dabei nicht heraus. Schiedsrichter Deniz Aytekin erkannte einen Treffer von Marvin Ducksch nicht an, weil Robert Lewandowski im Fünfmeterraum Schlussmann Marc-Andre ter Stegen gefoult haben sollte, zudem verweigerte er den Dortmundern einen aus Klopps Sicht möglichen Handelfmeter, als Filips Daems einen Schuss mit dem Arm blockierte.

Was die Emotionen bei Klopp natürlich hochkochen ließ. Der wurde vom vierten Offiziellen Christoph Bornhorst in den letzten Minuten auf die Tribüne verbannt, nachdem Aytekin an der Außenlinie direkt vor Klopps Augen ein Foul an Marcel Schmelzer nicht geahndet hatte. Gegen drohende Konsequenzen will sich der Wiederholungstäter in jedem Fall wehren. „Ich weiß, was ich gesagt habe“, erklärte der Fußball-Lehrer. „Ich habe mich umgedreht und ihm gesagt, das pfeifst du jetzt nicht. Das natürlich mit meinem inzwischen weltbekannten Gesicht. Mehr war nicht“, versicherte Klopp. Eine mögliche Bestrafung würde er nicht akzeptieren. „Ich bin mal gespannt, was die jetzt daraus machen. Ich bin oft zu Recht bestraft worden, doch diesmal nicht!“

Derweil ärgerten sich die Spieler über die vergebene Chance, in der Bundesliga vielleicht vorentscheidende Weichen zu stellen. „Wir hätten uns heute etwas absetzen können“, haderte Nuri Sahin. „Wir haben in der zweiten Halbzeit alles versucht, am Ende hat das letzte Quäntchen gefehlt“, ärgerte sich Hofmann, der erstmals in der Startformation stand. Und Schmelzer blickte schon in die Zukunft: „Die Enttäuschung ist groß, auch wenn ich gerade gehört habe, dass der Trainer gar nicht so unzufrieden mit unserer Leistung war. Am Mittwoch wartet das nächste schwere Spiel auf uns. Wir sind nicht der Meinung, dass wir schon im Viertelfinale stehen. Sankt Petersburg wird uns alles abfordern.“

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