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Manipulations-Vorwurf gegen Zwayer: DFB legt Strafe für Bellingham fest

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Von: Marcel Guboff

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Borussia Dortmunds Jude Bellingham musste nach seinen Äußerungen gegen Felix Zwayer eine Sperre befürchten. Nun hat der DFB die Strafe für den BVB-Spieler verkündet.

Update vom 7. Dezember, 19.15 Uhr: Schiedsrichter Felix Zwayer findet die Aussagen von Jude Bellingham gegen ihn nach dem Bundesliga-Topspiel gegen den FC Bayern „verunglimpfend und respektlos“, dennoch möchte er dies „am liebsten in einem persönlichen Gespräch“ mit dem jungen BVB-Profi selbst klären. Er habe Bellingham „gegenüber Borussia Dortmund ein solches persönliches Gespräch angeboten“, sagte Zwayer bei Bild.

Update vom 7. Dezember, 13.34 Uhr: Borussia Dortmund muss nicht auf Jude Bellingham verzichten. Nach den Manipulationsvorwürfen gegen Schiedsrichter Felix Zwayer wurde gar über eine Sperre gegen den jungen Engländer diskutiert. Am Dienstag der Deutsche Fußball-Bund das Strafmaß.

Demnach muss BVB-Spieler Jude Bellingham 40.000 Euro Strafe zahlen. Der DFB wertete seine Aussagen als unsportliches Verhalten, wie aus der Pressemitteilung hervorgeht. Jude Bellingham hatte sich nach der 2:3-Niederlage gegen den FC Bayern kritisch zu Felix Zwayer geäußert und auf einen Wett-Skandal angespielt, in dem der Unparteiische verwickelt gewesen sein soll.

Update vom 6. Dezember, 13.02 Uhr: Bei der Anzeige eines Schiedsrichter-Beobachters gegen BVB-Profi Jude Bellingham und den früheren Spitzenschiedsrichter Manuel Gräfe handelt es sich dessen Aussagen zufolge um eine private Aktion. Jude Bellingham hatte nach der 2:3-Niederlage des BVB am Samstag im Bundesliga-Topspiel gegen den FC Bayern harsche Kritik an Schiedsrichter Felix Zwayer geübt. Die Polizei in Dortmund bestätigte der Deutschen Presse-Agentur den Eingang der Anzeige. Sie sei zur Prüfung an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden.

FußballspielerJude Bellingham
Geboren29. Juni 2003, Stourbridge, Vereinigtes Königreich
Größe1,86 m

Manipulations-Vorwurf gegen Zwayer: Neue Details zur Anzeige gegen BVB-Star Bellingham

Schiedsrichter-Beobachter Marco Haase erstattete Berichten des Spiegel und des Portals az-online.de zufolge als Privatperson Anzeige in Dortmund und Berlin. Die Bild hatte zuerst über die Anzeige berichtet. Der Deutsche Fußball-Bund hat davon bislang keine Kenntnis. Der Kontrollausschuss hat allerdings ein Ermittlungsverfahren gegen Jude Bellingham eingeleitet. Der BVB-Star wurde zu einer zeitnahen Stellungnahme zu seiner Aussage aufgefordert, teilte der DFB mit.

Es gehe konkret um den Satz: „Du gibst einem Schiedsrichter, der schon vorher mal Spiele geschoben hat, das größte Spiel in Deutschland. Was erwartest du?“ Nach der Auswertung werde der Kontrollausschuss über den weiteren Fortgang des Verfahrens entscheiden.

Manipulations-Vorwurf gegen Zwayer: Anzeige auch gegen Ex-Referee Gräfe

Der 18 Jahre alte englische Nationalspieler hatte Zwayer unter anderem wegen des umstrittenen Handelfmeters, den Robert Lewandowski zum Bayern-Sieg nutzte, verbal attackiert. „Diese Aussagen treffen alle Unparteiischen bis zur Basis auf Kreisebene, die Woche für Woche unterwegs sind und dafür sorgen, dass der Spielbetrieb aufrecht erhalten wird und es fair auf unseren Sportplätzen zugeht“, sagte Haase az-online.de. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke war Jude Bellingham verbal zur Seite gesprungen.

Fußball, Bundesliga, Borussia Dortmund - FC Bayern München, 14. Spieltag im Signal Iduna Park. Dortmunds Jude Bellingham reagiert auf den Spielverlauf.
Der Manipulations-Vorwurf gegen Schiedsrichter Felix Zwayer könnte für BVB-Star Jude Bellingham ein Nachspiel haben. © Bernd Thissen/dpa

Manuel Gräfe kommentierte die Szene derweil am Samstagabend in Dortmund für das ZDF. Gräfes seiner Wahrnehmung nach „erneuter genauso unterirdischer wie unsolidarischer Auftritt“ im ZDF, würde den Verdacht seiner Meinung nach unterstützen, sagte Haase auch dem Spiegel.

Manipulations-Vorwurf gegen Zwayer: Droht BVB-Star Bellingham Sperre?

[Erstmeldung von 5. Dezember] Hamm - Das Topspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern hatte alles zu bieten. Es war das Topspiel, wie es sich alle gewünscht hatten. Doch beim BVB war der Frust groß nach der 2:3-Niederlage gegen den Rekordmeister aus München. Weil sie aus Sicht der Schwarz-Gelben vermeidbar gewesen wäre. Im Fokus der Dortmunder Kritik: Schiedsrichter Felix Zwayer.

Manipulation-Vorwurf gegen Zwayer: BVB-Star Bellingham droht Nachspiel - lange Sperre?

Wie groß der Ärger war, zeigten die harschen Worte, die etwa BVB-Star Jude Bellingham bezogen auf Felix Zwayer wählte. „Du gibst einem Schiedsrichter, der schon in Spielmanipulationen verwickelt war, das größte Spiel in Deutschland. Was erwartest du?“, sagte Englands Nationalspieler Jude Bellingham beim norwegischen Sender Viaplay Fotball.

Die Anspielung des 18 Jahre alten Mittelfeldspielers auf den Schiedsrichter-Skandal um Robert Hoyzer in der Bundesliga 16 Jahre zuvor sorgte für Schlagzeilen und könnte für Jude Bellingham ein sportjuristisches Nachspiel haben. Schließlich ist Felix Zwayer, der 2005 zu den Kronzeugen gegen Robert Hoyzer gehörte, mittlerweile rehabilitiert.

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke springt Jude Bellingham nach Manipuation-Vorwurf zur Seite

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke sprang Jude Bellingham inhaltlich zur Seite und glaubt derweil nicht, dass die krassen Aussagen ein Nachspiel für Jude Bellingham haben werden. „Sein Satz ist nicht falsch, auch wenn er ihn nicht sagen muss. Aber das ist dann auch der Emotionalität geschuldet, die man einem 18-Jährigen zugestehen muss“, sagte der 62-Jährige dem Kicker.

Und weiter: „Jude hat niemanden beleidigt, sondern ein Faktum geschildert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihm daraus irgendwelche Nachteile entstehen.“

Doch es könnte anders kommen. Nach Informationen der Bild habe Schiedsrichter-Beobachter Marco Haase, der demnach ehrenamtlich für den DFB aktiv ist, mittlerweile Strafanzeige gegen BVB-Star Jude Bellingham gestellt. Auch der Kontrollausschuss des DFB ermittelt bereits. „Der Kontrollausschuss wird die Äußerung des Dortmunder Spielers Jude Bellingham auf ihre sportstrafrechtliche Relevanz prüfen“, sagte der Kontrollausschuss-Vorsitzende Anton Nachreiner dem Sport-Informations-Dienst (SID).

In der Strafanzeige gehe es um die Tatbestände Beleidigung, Nachrede und Verleumdung. Diese würden dem Bericht zufolge auch auf Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe zutreffen. Ohne ihn hätte Jude Bellingham „diese Äußerung aus Lebenserfahrung nicht getan haben“ können, zitiert die Bild aus der Strafanzeige.

Sky-Experte Didi Hamann rechnet mit langer Sperre für BVB-Star Jude Bellingham

Für Sky-Experte Didi Hamann genau der richtige Schritt. „Wir können und dürfen es nicht zulassen, dass ein Spieler die Integrität des Schiedsrichters infrage stellt“, sagte der Ex-Profi bei Sky90. „Deshalb hoffe ich und gehe auch davon aus, dass der DFB da mit aller Härte vorgeht. Wir haben eine Vorbild-Funktion.“

Seine Begründung: „Wir haben eine Verantwortung auch der Jugend gegenüber. Deswegen ist es eine Aussage, die ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Ich gehe davon aus, dass wir ihn möglicherweise vor Weihnachten nicht mehr in der Bundesliga sehen werden.“

BVB-Trainer Marco Rose war nicht minder verärgert - auch wenn seine Aussagen keine Konsequenzen haben dürften. Grund für all die Kritik war der spielentscheidende Elfmeter von Robert Lewandowski (78.) für den FC Bayern nach einem Handspiel von Mats Hummels. Diesen hatte Felix Zwayer erst nach Studium der Video-Bilder und entsprechendem Hinweis des Video-Assistant-Referees gegeben. Marco Rose echauffierte sich am Spielfeldrand und wurde daraufhin auf die Tribüne geschickt.

Nach dem Spiel klagte der Trainer von Borussia Dortmund. „Das Spiel hätte einen anderen Ausgang und eine andere Entscheidungsfindung verdient.“ Mit sarkastischem Unterton fügte er an: „Herr Zwayer kann ruhig noch ein paar BVB-Spiele pfeifen. Wir sind hier, wir sind bereit. Er kann uns noch ein paar Steine und Stöcke in den Weg werfen. Wir machen weiter.“ Ähnlich kritisch äußerte sich BVB-Torschütze Erling Haaland (47.) zu Wort: „Die Schiedsrichterleistung war ein Skandal. Er war arrogant, mehr will ich nicht sagen.“

Felix Zwayer verteidigt seine Elfmeter-Entscheidung im Topspiel BVB vs. FC Bayern

Bei aller Kritik: Felix Zwayer sah sich im Recht. „Der Video-Schiedsrichter hat für sich eine Beurteilung vorgenommen und gesagt: ‚Hummels hat den Arm in einer unnatürlichen Armhaltung vom Körper weggestreckt.‘ Daraufhin habe ich es mir am Monitor angeschaut und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass es ein strafbares Handspiel ist», sagte der Referee bei Sky.

Dass er jedoch wenige Minuten vor dem Elfmeter für die Bayern nach einem Tackling von Lucas Hernandez an BVB-Kapitän Marco Reus im Münchner Strafraum auf eine Sichtung der TV-Bilder verzichtet hatte, vergrößerte den Ärger im Lager der Dortmunder, die im Spiel auch Julian Brandt nach Schock-Szenen verloren hatten. „Meine Elfmeterszene war auch 50:50. Das hätte er sich wenigstens anschauen müssen“, meinte Marco Reus: „Wir hatten immer das Gefühl, dass wir das Spiel gewinnen können. Und dann ist es natürlich doppelt bitter, wenn wir so bestraft werden.“

Didi Hamann hätte diesen Elfmeter auch gegeben, sagte der Sky-Experte: „Aber den Vorwurf kann man Zwayer nicht machen, dass er es sich nicht angeschaut hat. Der Impuls muss hier vom Assistenten kommen, dass er es sich noch einmal anschauen soll.“ *az-online.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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