Nach Anschlag auf den BVB-Bus

Hitzfeld exklusiv: „Enorm hart für die Spieler“

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Ottmar Hitzfeld trainierte 1991 bis 1997 den BVB.

Dortmund - Ottmar Hitzfeld, ehemaliger Trainer von Borussia Dortmund, Bayern München und der Schweizer Nationalmannschaft sowie aktuell TV-Experte bei Sky, äußerte sich im Gespräch mit Jens Greinke zu den Ermittlungsergebnissen nach demAnschlag auf den BVB-Bus und zu den Auswirkungen auf die Mannschaft.

Herr Hitzfeld, wie krank ist die Welt geworden, dass offenbar aufgrund von Aktienspekulationen eine Fußball-Mannschaft in die Luft gejagt werden sollte? 

Ottmar Hitzfeld: Das ist schon unglaublich hart, so etwas zu lesen. Dass aufgrund von Finanzspekulationen Menschenleben in Kauf genommen werden, ist so verwerflich, dass man sich das gar nicht vorstellen kann. Ich bin erschrocken. Ich war auch schockiert darüber, dass überhaupt auf Sportler Anschläge verübt werden. Da sieht man schon, wie krank unsere Welt geworden ist. Dass nun offenbar finanzielle Gründe dahinter stecken, macht mich regelrecht fassungslos.

Hilft es dem Klub und der Mannschaft bei der Verarbeitung des Vorfalls, wenn bekannt ist, wer das Attentat verübt hat? Schließlich waren auch eigene Fan-Gruppierungen in Verdacht geraten. 

Hitzfeld: Ich glaube schon, dass es speziell für die Mannschaft und den Trainerstab wichtig ist, dass die Täter gefasst sind und man weiß, welche Beweggründe dahinter stecken. Weiter zu spekulieren und in der Angst zu leben, dass der Täter weiter auf freiem Fuß ist und vielleicht etwas Neues planen könnte, wäre sehr belastend.

Wie sehr hat dieser Vorfall das Team auch sportlich gehemmt in den vergangenen Tagen? 

Hitzfeld: Das hat natürlich auch großen Einfluss auf die Leistung der Mannschaft gehabt. Das war eine riesige nervliche, mentale Belastung. Schließlich kann ein solcher Schock nicht so schnell verarbeitet werden, auch wenn ich es für richtig gehalten habe, dass das Spiel gegen Monaco sofort am nächsten Tag stattgefunden hat. Es war vom Psychologischen her richtig, so schnell wie möglich wieder in den Alltag zurückzukehren. Wenn man eine Woche wartet, trägt man es mit sich rum. Es war enorm hart für die Spieler, aber es war auch aufgrund des engen Terminkalenders die einzige Möglichkeit.

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