Nach der Niederlage auf Schalke

Wie einst bei "Icke": So kommentiert Stöger Götzes späte Einwechslung im Derby

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Durchlebt gerade eine schwere Phase: Dortmunds einstiger WM-Held Mario Götze.

Vier Minuten. Mehr nicht. Das war die Spielzeit von BVB-Angreifer Mario Götze im Derby beim FC Schalke. Nicht gerade tröstend waren die Worte seines Trainers Peter Stöger.

Gelsenkirchen - Mario Götze besitzt offenbar nicht mehr das Vertrauen des Trainers, der Mannschaft entscheidend helfen zu können. Schon gegen Stuttgart schmorte der Weltmeister 90 Minuten auf der Bank, bei der 0:2-Niederlage auf Schalke wurde er vier Minuten vor Schluss eingewechselt, als die Begegnung längst entschieden war. 

„Mario ist ein talentierter Spieler. Doch ich habe der Mannschaft aus der Stuttgart-Partie nach der guten Leistung eine weitere Chance geben. Wir haben auch noch viele andere junge Spieler, die von der Bank kommen können. Für die gilt das genau so wie für Mario.“ 

Die Aussage von BVB-Coach Peter Stöger erinnerte an einen Spruch des früheren Dortmunder Trainers Michael Skibbe über Thomas Häßler, der in der Saison 1998/99 als damals 31-Jähriger beim BVB angeheuert hatte und unter Skibbe ebenfalls meist auf der Bank saß. 

WM ist für Götze fraglich

Skibbe hatte den Weltmeister von 1990 damals auch als „großes Talent“ bezeichnet. Häßlers Karriere war nur wenig später beendet. So weit sollte Götze mit 25 Jahren noch nicht sein. Doch seine erneute WM-Teilnahme gerät augenscheinlich immer mehr in Gefahr.

Während Götze nur zu einem Kurzeinsatz gekommen war, stand sein Kumpel Marco Reus über die volle Distanz auf dem Platz. Nach dem Abpfiff war er sichtlich angefressen. Und fand nur sehr schwer eine Begründung dafür, warum die Dortmunder mit hängenden Köpfen vom Rasen schleichen mussten. 

Die Königsklasse ist für den BVB in Gefahr

„Wir haben das verkackt“, stammelte der Borusse, der als einziger Schwarz-Gelber in der Gelsenkirchen er Arena offensive Akzente setzte. Zu wenig, um leidenschaftlich agierende Schalker an diesem Tag in Verlegenheit zu bringen.

Einzelkritik BVB

Noch weniger Lust hatte Reus dazu, über angeblich gefährdete Saisonziele zu reden. Angesichts der vier Punkte Vorsprung auf Tabellenplatz fünf hat es der BVB immer noch selbst in der Hand, die Qualifikation für die Champions League zu schaffen, doch die aktuelle Form seiner Mannschaft wird Trainer und Verantwortliche in den nächsten Tagen vor dem so wichtigen Heimspiel am Samstag gegen den direkten Konkurrenten Bayer Leverkusen das eine oder andere Kopfzerbrechen bereiten. 

Stöger kritisiert sein Team

„Ziele interessieren mich nicht, wir müssen sehen, dass wir die Leistung auf den Platz bringen“, echauffierte sich Reus und gestand ein, dass seine Mannschaft in den ersten 60 Minuten der Partie keine gute Leistung gezeigt hatte. „Wir haben die Räume nicht eng genug gemacht, die Schalker spielen lassen“, meinte der Nationalspieler. Das erhöhte Engagement in der Schlussphase kam zu spät. „Nach dem 2:0 durch Naldo war das Ding gelaufen“, sagte Reus.

Naldo und Schalke obenauf: Die Bilder des Schalker-Derbysieges gegen den BVB

BVB-Trainer Peter Stöger sah die Schalker am Ende als bessere Mannschaft: „Wir hatten vorn nicht die Durchschlagskraft, die man in solch einem Derby braucht.“ Zudem beklagte der Dortmunder Fußballer-Lehrer zu viele individuelle Fehler, die die Schalker zielstrebig ausgenutzt hätten: „Da muss man sich am Ende nicht wundern, wenn man als verdienter Verlierer vom Platz geht.“ 

Schmerzhafter Nachmittag für Batshuayi

Noch empfindlicher als die Niederlage traf die Dortmunder die mutmaßlich schwere Verletzung von Torjäger Michy Batshuayi, der in der Nachspielzeit mit einer Blessur am Unterschenkel vom Platz getragen und anschließend zur näheren Untersuchung ins Krankenhaus gefahren wurde. 

„Er hat große Schmerzen. Es sah so aus, als drohe er für längere Zeit auszufallen. Ich hoffe, dass es nicht so schlimm ist“, erklärte Stöger. Eine genaue Diagnose lag am Abend noch nicht vor. Angesichts der Offensivschwäche könnte der BVB einen Ausfall des erst in der Winterpause vom FC Chelsea ausgeliehenen Torjägers im Bundesliga-Endspurt wohl kaum kompensieren.

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