Luxus-Probleme einer Viererkette

Hummels, Akanji, Diallo und Co. beim BVB: Was tun mit der vollen Defensive?

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Werden vielleicht nicht mehr so häufig nebeneinander in der Deckung stehen: Abdou Diallo (links) und Manuel Akanji von Borussia Dortmund.

Der BVB hat ein Luxus-Problem: Er hat zu viele Innenverteidiger. Abdou Diallo und Julian Weigl wollen vielleicht gehen. Fügt sich Mats Hummels in die Hierarchie?

Dortmund – Lucien Favre mag die Viererkette. Sie passt zur Philosophie von Borussia Dortmund, er kann seine durchgeplante Offensive davor aufbauen. Das Problem mit der Viererkette: Sie hat nur Platz für zwei Innenverteidiger. Und davon hat der BVB nun viel zu viele. Es muss sich also etwas tun.

Abdou Diallo, der im vergangenen Jahr erst für knapp 30 Millionen Euro von Mainz 05 an die Strobelallee wechselte, hat offenbar bereits signalisiert, dass er seine Zelte schon wieder abbrechen möchte. Wie Sky berichtet, sei der französische Erstligist Paris St. Germain mit Ex-BVB-Trainer Thomas Tuchel interessiert. Diallo ist Franzose, würde sich dort wohl schnell einleben.

Abdou Diallo könnte wechseln – oder sich unter Favre beim BVB entwickeln

Auf der anderen Seite schwärmt der 23-Jährige immer wieder von Favre, der ebenfalls seine Muttersprache spricht, und dessen Professionalität gerade im Umgang mit jungen Spielern. So habe der Schweizer etwa Diallo auf kleinste Details wie die Haltung seiner Hände bei einer Ballannahme hingewiesen.

Dem jungen Verteidiger imponieren solche Dinge, er würde wohl allzu gerne beim BVB sich noch weiterentwickeln. Aber dafür müsste er eben auch spielen.

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Zagadou: Der Riese mit dem großen Potenzial

Ähnlich geht es Dan-Axel Zagadou. Der 20-Jährige ist ein Riesen-Talent – in doppelter Hinsicht. Der Hüne ist stark am Ball, hat auch ein Auge für den Aufbau – sieht sich aber großer Konkurrenz ausgesetzt, die seine so wichtige Spielzeit für die nötigen Erfahrungen kosten könnte. Der Franzose wurde zuletzt mit dem FC Arsenal in Verbindung gebracht.

Beim BVB steht Zagadou noch bis 2022 unter Vertrag, soll nach und nach zum Abwehrchef aufgebaut werden. Zeit bleibt ihm dazu noch genug. Kritiker erinnern immer wieder gerne an die Anfänge des Verteidiger-Duos Neven Subotic und Mats Hummels. In jungen Jahren passierten noch Schnitzer, im Zenit waren beide hinten ein Bank.

Mats Hummels kann die jungen Wilden anlernen in der Innenverteidigung

Hummels ist es noch immer, wird daher Borussia Dortmund hinten mehr Stabilität verleihen. Seine Rückkehr vom FC wurde aber auch kritisch beäugt. Doch Hummels ist das, was dem BVB fehlte. Einer, der das richtige Timing bei gegnerischen Standards hat.

Das Problem: Spielt er, nimmt er jüngeren Spielern den Platz weg. Profis wie Diallo oder Zagadou, die Erfahrungen sammeln müssen. Auch sein Führungsanspruch könnte für Reibereien innerhalb der Mannschaft sorgen. Hält die Hierarchie stand?

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BVB-Verteidiger Akanji braucht Hummels als Lehrmeister

In der ist nämlich auch ein weiterer Innenverteidiger aufgestiegen in der abgelaufenen Saison. Der junge Manuel Akanji. 23 Jahre alt, bis 2022 vertraglich an den BVB gebunden. Er mimte den Abwehrchef, übernahm immer mehr Verantwortung.

Er könnte wohl aber am meisten von Hummels' Rückkehr profitieren. Der Eidgenosse dürfte neben dem Routinier in der Innenverteidigung gesetzt sein, kann sicher noch viel lernen, was Aufbau und Timing angeht – Dinge, die Hummels wie kaum ein anderer Defensivmann beherrscht.

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Für Weigl wird es eng – der Kader von Borussia Dortmund ist zu groß

Der größte Leidtragende der überfüllten Hintermannschaft dürfte dann wohl Julian Weigl sein. Für den gelernten Sechser, der aus der Not heraus in der vergangenen Saison als Innenverteidiger fungierte, ist eigentlich kein Platz mehr vorhanden.

Zwar verpackte er die Umstellung gut und spielte oft sehr stark auf der neuen Position – so recht passt er aber nicht mehr ins System Favre. Seit Monaten kursieren Wechselgerüchte, der BVB warte wohl nur auf das richtige Angebot. Zuletzt war von einer Schmerzensgrenze in Höhe von 30 Millionen Euro die Rede.

Perspektive trotz – oder gerade wegen – großer Konkurrenz: Leonardo Balerdi

Zumal in Leo Balerdi noch ein weiteres Talent in den Startlöchern steht, das eine Perspektivlösung darstellen soll – und auf kurz oder lang ebenfalls um Einsatzzeiten in der Innenverteidigung mitmischen wird. Anders etwa noch als Ömer Toprak, der allenfalls die Rolle des besseren Reservisten einnimmt und auch bereits mit anderen Klubs in Verbindung gebracht worden ist. Borussia Dortmund kann also nicht nur einkaufen – bald muss der Vizemeister auch aussortieren.

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