Dortmunder Höhenflug soll gegen Hannover weiter gehen

Thomas Tuchel

Dortmund - Die Länderspielpause ist zu Ende. Der Höhenflug von Borussia Dortmund soll weitergehen, als ob es sie nie gegeben hätte.

Am Samstag (15.30 Uhr) treten die Schwarz-Gelben bei Hannover 96 an und könnten dort die schwarze Serie ihres Trainers Thomas Tuchel beenden. Als Coach des FSV Mainz 05 hatte er in der Bundesliga nie in der niedersächsischen Landeshauptstadt gewonnen.

„Ich habe den Eindruck, dass der Tapetenwechsel den Nationalspielern gut getan hat. Für alle war es eine kurze Pause, in der man durchatmen konnte. Jetzt müssen wir schnell zurück zu der Lust, die uns ausgezeichnet hat“, sagte Tuchel gestern. Acht Pflichtspiele in Folge haben die Borussen gewonnen. Doch am Trainer perlt dieser Rekordstart ab. „Für mich persönlich ist die Statistik oder mein Ranking unter den BVB-Trainern nicht so interessant“, sagte der 42-Jährige. Wichtig ist der Erfolg allerdings für seine Spieler: „Das Gefühl, in Serie zu gewinnen, ist durch nichts zu ersetzen. Es stärkt das Selbstvertrauen und das Vertrauen in den eigenen Weg“, sagte Tuchel und fügte an: „Wir haben nicht vor, freiwillig mit dem Siegen aufzuhören.“

Dieses Vertrauen in die eigene Stärke sollen auch die Hannoveraner zu spüren bekommen, für die der westfälische Hochflieger eher kein Wunschgegner ist. Zumindest nicht in ihrer aktuellen Situation. Die Niedersachsen sind noch auf der Suche nach Form und System. Nur einen Punkt holten sie aus den ersten drei Bundesliga-Partien. 96-Coach Michael Frontzeck, der sich jüngst als Fan der BVB-Offensive outete, versuchte es jedes Mal mit einer anderen taktischen Anfangsformation.

Ein Gegner in der Krise? Für Tuchel unerheblich. „Die Ergebnisse verkaufen die Leistung von Hannover momentan unter Wert. Wir fokussieren uns auf unser Spiel und unsere Abläufe. Es ist die Kunst, sich von Tabellenkonstellationen frei zu machen“, sagte der Trainer und schüttelte gleich auch aufkommende Vergleiche seines Teams mit Rekordmeister Bayern München ab: „Ich kann niemandem verbieten, Vergleiche anzustellen. Aber unsere Konzentration gilt nur dem nächsten Schritt. Sie geht verloren, wenn wir den Kopf zu hoch nehmen.“

Den Schritt hin zum neunten Pflichtspielerfolg müssen die Borussen aller Voraussicht nach ohne Marco Reus machen. Weil der Nationalspieler wegen eines angebrochenen Zehs noch immer nicht am Mannschaftstraining teilnehmen konnte, plant Tuchel vorerst ohne ihn: „Bei Marco scheint es nicht zu klappen.“ Größere Umbauarbeiten in der zuletzt so treffsicheren Offensive bleiben ihm aber erspart. Einem Einsatz von Pierre-Emerick Aubameyang, der nach der Rückkehr vom Länderspiel mit Gabun über Probleme am Sprunggelenk klagte, steht nichts im Wege. Dagegen droht Adrian Ramos wegen leichter Adduktorenbeschwerden das Aus für die Partie in Hannover.

Der mögliche Ausfall von Reu  öffnet die Tür für Jonas Hofmann, der nach seiner Rückkehr aus Mainz und überstandener Knieverletzung noch seinen Platz beim BVB sucht. Der Traumstart hat seine Lage nicht einfacher gemacht. „Ich hatte nicht so viel Spielzeit, wie ich mir vorgestellt habe“, gab der 23-Jährige zu. „Ich muss noch aufpassen, weil ich lange verletzt war. Aber in naher Zukunft wünsche ich mir, dass es mehr Spielzeit wird.“ Seine Situation auf der rechten Angriffsseite hat sich durch den Weggang von Jakub Blaszczykowski und der gleichzeitigen Verpflichtung von Adnan Januzaj allerdings kaum verändert.

Der Belgier hinterließ bei seinem Debüt im BVB-Trikot einen guten Eindruck. Beim 2:1-Sieg am Dienstag im Testspiel beim Zweitligisten FC St. Pauli gelang der Leihgabe von Manchester United ein Treffer. „Er ist ein sehr ruhiger, offener junger Mann. Er hat den Vorteil, dass er Shinji noch aus Manchester kennt. Er sucht den Kontakt zu den Mitspielern“, lobte Tuchel den 20-Jährigen. „Adnans Talent ist offensichtlich: Er ist ballsicher, kombinationsstark, kreativ und kann auf mehreren Offensivpositionen für uns spielen. Aber jeder Neuzugang braucht seine Zeit.“ Januzaj womöglich nicht. Ob das Talent sein Können bereits in Hannover zeigen darf, ließ der BVB-Trainer betont offen: „Ich will nichts ausschließen.“ Übrigens: Bei seiner Startelf-Premiere für ManU schoss Januzaj im Oktober 2013 beide Tore zum 2:1-Sieg über Sunderland.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare