Nach Pleite

So heftig reagiert BVB-Keeper Bürki auf die Niederlage in Augsburg

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BVB-Keeper Roman Bürki war ziemlich sauer.

Roman Bürki, Torhüter des BVB, hat nach der Niederlage beim FC Augsburg ziemlich heftige Worte gefunden. So viel sei verraten: Er ist wütend.

Augsburg – Hängende Köpfe bei den Spielern von Borussia Dortmund. Viele sind den Fragen der Journalisten sofort aus dem Weg gegangen, wollten nicht Rede und Antwort stehen nach der Pleite beim abstiegsbedrohten FC Augsburg. Dafür fand BVB-Keeper Roman Bürki ziemlich heftige Worte am Eurosport-Mikrofon. "Ich bin enttäuscht wie wir wieder zwei Tore kassiert haben", sagte der Schlussmann. "Ich muss mich auf dem Spielfeld zusammenreißen, dass ich niemandem den Kopf abreiße."

In der Tat war es ein gebrauchter Tag für den Spitzenreiter in der Fuggerstadt. Jeweils in der 24. und in der 67. Minute traf Dong Won Ji für die Gastgeber. Beim 0:1 patzte Dortmunds Dan-Axel Zagadou, beim 0:2 war es erneut Zagadou, der den Gegentreffer nicht verhindern konnte nach einem Fehler im Aufbau von Achraf Hakimi. Der Anschlusstreffer des eingewechselten Paco Alcácers in der 81. Minute kam dann zu spät.

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Das ärgerte aber nicht nur den BVB-Keeper, auch Coach Lucien Favre zeigte sich enttäuscht. "Der Gegner hat keine Torchancen bekommen und trotzdem gewinnt er", sagte er. "Wir verlieren es total unnötig", so Favre. Was er damit sagen will: Dortmund hat den FCA zu den Treffern eingeladen. Unnötig.

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Borussia Dortmund hat am Freitagabend die Chance bekommen, gegen Verfolger FC Bayern München vorzulegen. Der Spitzenreiter patzte aber beim FC Augsburg und verlor. Das 1:2 (0:1) ließ dabei noch etwas anderes in den Hintergrund rücken – die Rückkehr von Kapitän Marco Reus.

Der BVB hat nämlich seinen Kapitän zurück. Marco Reus stand auch direkt gegen den FC Augsburg in der Startelf am Freitagabend. So richtig lief die erste Halbzeit aber nicht nach seinem Geschmack – mit 0:1 ging es für Borussia Dortmund in die Kabine. Ein Fehler von Dan-Axel Zagadou in der Defensive ging dem Treffer von Augsburgs Dong Won Ji voraus – den Ballverlust im Angriff musste aber Reus beklagen. Rani Khedira hatte ihn rüde gestoppt. Bitter.

Generell zeigte der Kapitän auf dem Platz aber schnell wieder, warum er dem BVB so sehr fehlte. 24 Tage lang mussten die Schwarzgelben ohne ihren Dreh- und Angelpunkt auskommen. Seine Dynamik im Umschaltspiel sucht seinesgleichen. Reus verkörpert eben wie kein zweiter den Dortmunder Offensivfußball. So auch direkt nach dem Anpfiff. Die Gastgeber versuchten es mit einer taktischen Raffinesse. 

Anstoß ausgeführt, Ball nach vorne gedrescht in Richtung linke Eckfahne. Einwurf für den BVB. Warum das Ganze, mag man denken. Dahinter verbirgt sich ein einfaches, aber zum Teil auch geniales Kalkül. Der BVB stand beim Anstoß natürlich in seiner perfekten Grundordnung, war optimal gegen den Ball organisiert. Den Einwurf an der Eckfahne konnten die FCA-Spieler dafür wesentlich besser abdecken, hatten so auf einen erneuten Ballgewinn viel tiefer in der Hälfte des Gegners gehofft. Fehlanzeige. Stattdessen kam es direkt zum Konter der Westfalen. Über wen? Klar: Marco Reus. Zusammen mit Mario Götze trieb er den Ball nach vorne, der finale Pass auf Jacob Bruun Larsen scheiterte. Das hätte die frühe Führung sein können. War sie aber nicht und das rächte sich eben in der 24. Minute, als Dong Won Ji für den FCA einnetzte.

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Dabei sorgten Reus und Götze vorne mit starken Laufwegen für viele Durchbrüche. In der 8. Minute war es etwas ebenfalls der BVB-Kapitän, der mittig im Strafraum aber an den Unterschenkeln von FCA-Keeper Gregor Kobel scheiterte. In der 42. Minute dann die zweite Großchance. Diesmal war Götze beteiligt, der einen guten langen Ball auf Bruun Larsen geschlagen hatte. Der Däne setzte das Leder aber genau auf die Brust von Kobel. Zumindest der Ausgleich wäre zu diesem Zeitpunkt verdient gewesen. Zählt man die Chance von Thomas Delaney eine Minute zuvor nach einem Standard – geschlagen von Reus – dazu, der BVB hätte sogar die Führung verdient gehabt. So aber ging es mit einem 0:1-Rückstand in die Pause. Und dafür gab es in der Halbzeit harte Worte von Eurosport-Experte und BVB-Berater Matthias Sammer. „Hier wussten wohl viele Dortmund nicht, was sie erwartet“, sagte er. Das Pressing der Augsburger habe sie offenbar überrascht. „Es geht um die Art und Weise, wie du auftrittst“, so Sammer. Und das sei momentan „viel, viel zu wenig vom BVB“.

BVB-Kapitän Marco Reus hat sich sein Comeback gegen den FC Augsburg sicherlich anders vorgestellt.

Ausgerechnet gegen die formschwachen Augsburger. Dortmund war in einer komfortablen Situation, durfte vorlegen an diesem Abend gegen Verfolger Bayern – verspielte aber im schlimmsten Fall in der Fuggerstadt die Meisterschaft. In der 66. Minute war Schluss für Reus, Chefcoach Lucien Favre brachte Raphael Guerreiro in die Partie, für Thomas Delaney kam in Paco Alcácer der FCA-Schreck aus dem Hinspiel. Zwei Minuten später der bittere Rückschlag: Die Gastgeber erhöhten auf 2:0. Erneut war es Dong Won Ji, der 2014 auch mal ein halbes Jahr bei Schwarzgelb unter Vertrag stand. Erneut war in der Dortmunder Defensive Zagadou der Unglücksrabe. Im Eins-gegen-eins konnte er den Südkoreaner einfach nicht rechtzeitig stoppen.

Reus dürfte sich ein anderes Ergebnis bei seinem Comeback erhofft haben. Daran änderte auch nichts der Anschlusstreffer von Alcácer in der 81. Minute.

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