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BVB-Boss Watzke greift Hoeneß an: „Das ist der größte Unfug“

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Von: Marcel Guboff

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Uli Hoeneß forderte jüngst die Abschaffung der 50+1-Regel in der Bundesliga. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke reagiert und greift den langfährigen FC-Bayern-Chef an.

Hamm - Sie fliegen schon wieder, die Giftpfeile zwischen München und Dortmund. Genauer gesagt zwischen Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern, und BVB-Boss und DFL-Chef Hans-Joachim Watzke. Auch wenn es diesmal gar nicht im Konkreten um Rekordmeister FC Bayern und Dauer-Rivale Borussia Dortmund geht.

NameHans-Joachim Watzke
Geboren21. Juni 1959, Marsberg
EhepartnerAnnette Watzke

BVB-Boss Watzke greift Hoeneß an: „Das ist der größte Unfug“

Ausgangspunkt ist die 50+1-Regel. In Deutschland hält sie sich nach wie vor hartnäckig, während andere Top-Ligen in Europa ihre Türen für Investoren längst geöffnet haben. In der Bundesliga hingegen muss die Mehrheit eines Vereins nach wie vor in den Händen der Mitglieder liegen.

Aus diesem Grund sorge sich Uli Hoeneß um die Bundesliga - wegen der „Diskrepanz zwischen dem deutschen Fußball, dem französischen mit Ausnahme von Paris Saint-Germain und teilweise dem italienischen gegenüber Ländern, die vor allem arabisches Geld, aber auch amerikanisches in Milliardenhöhe haben“, sagt der langjährige Chef des FC Bayern der Redaktions-Kooperation G14plus. „Wenn die Bundesliga - das gilt nicht für Bayern München - nicht darüber nachdenkt, die 50+1-Regel aufzulösen, werden wir große Probleme haben, international auf Dauer mithalten zu können.“

Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, spricht bei der Mitgliederversammlung seines Vereins auf dem Podium neben dem DFB-Pokal.
BVB-Boss Watzke greift Hoeneß an: „Das ist der größte Unfug“ © Bernd Thissen/dpa

Worte, die bei Hans-Joachim Watzke gar nicht gut angekommen sind. Es sei „gar nicht mehr nötig, über 50+1 zu diskutieren“, sagte der 63-Jährige der Bild am Sonntag: „Weil es in Deutschland unter meiner Verantwortung als DFL-Aufsichtsratschef in den nächsten Jahren keine Änderung geben wird. Das ist hundertprozentig sicher.“

Hans-Joachim Watzke: „Das Faszinierende an Uli Hoeneß‘ Argumentation ist, ...“

Dann sprach der BVB-Boss auch den ehemaligen Präsidenten der Münchner an. Hans-Joachim Watzke sagte: „Das Faszinierende an Uli Hoeneß‘ Argumentation ist, dass er anderen Vereinen etwas vorschlägt, den FC Bayern dann aber explizit ausnimmt - diesmal bezogen auf das Aufgeben von 50+1.“ Der Geschäftsführer von Borussia Dortmund habe eine andere Meinung. „Nicht nur Frankfurts Erfolg in der Europa League gibt mir recht, sondern auch die Champions League. Die hat Real Madrid gewonnen - ein glasklarer 50+1-Klub, in dem der Präsident sogar noch von den Mitgliedern gewählt wird.“

Dazu sei es in den Augen von Hans-Joachim Watzke „der größte Unfug“ zu behaupten, „dass man mit 50+1 keinen Erfolg haben kann. Es gibt auch in der Bundesliga eine ganze Reihe von Klubs, die mit ihren Möglichkeiten großartige Arbeit leisten: Union Berlin, Köln, Freiburg, Bochum – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.“ Auf der anderen Seite gäbe es „international etliche Investorenklubs, die trotz unerschöpflicher Geldquellen die Champions League noch nicht gewonnen haben“, meinte der BVB-Boss.

Sein Klub Borussia Dortmund hat derweil den Transfer von Sebastien Haller fix gemacht - auch wenn die offizielle Bestätigung noch aussteht.

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