4:2-Sieg in St. Petersburg

BVB erarbeitet sich eine glänzende Ausgangsposition

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Schwarz-gelbe Jubeltraube: Gleich vier Treffer durften die BVB-Spieler in St. Petersburg feiern.

ST. PETERSBURG - Borussia Dortmund hat allerbeste Chancen, zum zweiten Mal in Folge die Runde der besten Acht in der Champions League zu erreichen. Am Mittwochabend legten die Schwarz-Gelben im Achtelfinale einen verdienten 4:2 (2:0)-Erfolg beim russischen Tabellenführer Zenit St. Petersburg vor. Damit dürfte die Hürde im Rückspiel am 19. März in Dortmund für den BVB bei entsprechender Konzentration eigentlich zu meistern sein.

Von Peter Schwennecker 

"Wir haben gegen den Ball herausragend gearbeitet", lobte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp die Vorstellung seiner Mannschaft. "Das war der Schlüssel zum Sieg." Zudem stellte er die Leistung des zweifachen Torschützen Robert Lewandowski heraus: "Dass er die Bälle reinschießen kann, wissen wir. Doch was er ansonsten gespielt hat, das war richtig stark." Der BVB-Fußball-Lehrer warnte aber davor, das zweite Aufeinandertreffen in drei Wochen auf die leichte Schulter zu nehmen: "Wir sind nicht durch und werden Zenit hochkonzentriert in Dortmund empfangen."

Zwei Änderungen gab es in der BVB-Startelf gegenüber der enttäuschenden Partie in Hamburg. Für den verletzten Sven Bender agierte Sebastian Kehl auf der Doppelsechs neben Nuri Sahin, für Pierre-Emerick Aubameyang übernahm Marco Reus die Offensivaufgabe auf der rechten Seite. Ein Einsatz von Innenverteidiger Mats Hummels erschien dem BVB-Coach mit Blick auf das harte Programm in den kommenden Wochen noch zu risikoreich.

Zenit St. Petersburg gegen Borussia Dortmund

Es lief früh nach Plan für die von Beginn an entschlossen auftretenden Borussen. Zwischen der vierten und sechsten Minute benötigten sie ganze 74 Sekunden, um die Weichen vorzeitig auf Sieg zu stellen. Erst traf Henrikh Mkhitaryan nach guter Vorarbeit von Reus aus kurzer Distanz zum 0:1 (4.), denn leitete der Armenier mit einer Flanke von rechts den zweiten Dortmunder Treffer (6.) ein. Der gewohnt laufstarke Kevin Großkreutz legte den Ball maßgenau für Reus auf, der per Direktabnahme ins untere rechte Eck einschoss. Der Ex-Münchner "Das war natürlich ganz wichtig. Wir haben das Spiel in die richtige Richtung gebracht und Zenit verunsichert", sagte BVB-Kapitän Sebastian Kehl. "Man kann sehr zufrieden sein mit dem heutigen Spiel und dem heutigen Ergebnis."

Kurve der berüchtigten Zenit-Ultras musste leer bleiben

Früh war es ruhig im Petrovsky-Stadion, das mit 15 000 Zuschauern ausverkauft war. Die Kurve der berüchtigten Zenit-Ultras musste auf Uefa-Beschluss wegen der Ausschreitungen in Wien leer bleiben. Einige Hooligans der Russen luden schon am Nachmittag in der Innenstadt ihren Frust ab, indem sie regelrecht Jagd auf BVB-Fans machten, um sie zu verprügeln. Insgesamt 1 070 Borussia-Anhänger hatten ihre Mannschaft in den russischen Norden begleitet. Und sie hatten im Stadion ihre Freude am konsequenten Gegenpressing des deutschen Vizemeisters, der damit die Gastgeber, die seit Ende November Liga-Pause haben, vor große Probleme stellte. Der BVB hätte zur Pause schon deutlicher führen können. Lewandowski (18.) und Reus (34.) ließen weitere gute Möglichkeiten aus.

Lewandowski erzielt sein 17. Champions-League-Tor

Die Dortmunder bauten durch den ersten schweren Abwehrschnitzer die eigentlich harmlosen Gastgeber auf. Nachdem Jose Randon zuvor nur den Pfosten getroffen hatte, erzielte Oleg Shatov im Nachschuss das 1:2. Plötzlich wurde es wieder lauter im Stadion, allerdings nur für kurze Zeit. Denn Lewandowski netzte nach glänzender Vorarbeit von Lukasz Piszczek zum 1:3 (61.) ein. Die Partie nahm nun Fahrt auf. St. Petersburg kam durch einen Foulelfmeter von Hulk zum 2:3 (69.). Angeblich hatte Piszczek Viktor Fayzulin auflaufen lassen. Doch der Bundesligist reagierte prompt, legte nach einem Steilpass von Nuri Sahin auf Lewandowski durch den überragenden Polen schnell das 2:4 (71.) nach. Es war in seinem 50. Europacup-Spiel das 17. Champions-League-Tor Lewandowskis. Damit löste er den Schweizer Stephane Chapuisat (16) als erfolgreichsten BVB-Torschützen in der Königsklasse ab. Der Rest war für die Borussia nur noch Formsache.

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