Beim Spiel in Mainz

So führte BVB-Coach Stöger seinen Strategen Weigl zur alter Stärke zurück

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Kommt unter Stöger wieder in Fahrt: BVB-Stratege Julian Weigl.

Unter Ex-Trainer Peter Bosz kam Julian Weigl nicht zurecht. Ganz anders sah das bereits bei der Premiere des neuen Trainers Peter Stöger aus, der Weigl wieder zur alten Stärke führte.

Mainz – Wenn das Glückshormon Serotonin ein Gesicht hätte, dann wäre es das Grinsen von Borussia Dortmunds Julian Weigl nach dem 2:0-Auswärtssieg beim 1. FSV Mainz 05 gewesen. Der 22-Jährige strahlte über das ganze Gesicht. Kein Wunder, denn für die Borussen sprang nach acht vergeblichen Anläufen der lang ersehnte Dreier heraus. 

„Die Erleichterung ist riesig. Wenn man so lange nicht gewinnt wie wir, lechzt man danach, dieses Gefühl wieder zu haben. Wir mussten das auch heute schaffen. Für uns, für die Fans, für den Verein. Es war aber nur der erste Schritt, doch der tat sehr gut“, so Weigl. Doch die blendende Laune lag nicht nur an dem dreifach Punktgewinn, sondern hatte auch persönliche Gründe. 

Weigl spielt wieder defensiver

Denn unter dem neuen Trainer Peter Stöger durfte „Jule“ wieder das machen, was er am besten kann. Sich fallen zwischen die Innenverteidiger fallen lassen, um von dort den Spielaufbau mit einfachen, aber klugen Pässen die Statik des Dortmunder Spiels zu bestimmen. 

Ganz anders war es noch unter Ex-Coach Peter Bosz gewesen. Dieser hatte versucht, den im Sommer monatelang verletzen Spielgestalter in eine offensivere Rolle zu zwängen. Ohne Erfolg, Weigl fand sich erst auf dem Platz nicht zurecht und dann auf der Bank wieder. 

Zurück zur alten Form

In Mainz war es wieder der spielstarke Ballverteiler, der die Fäden zog. Nur ein Beleg waren die herausragende Passquote von 96 Prozent. Doch Weigl selbst hielt sich nicht lange mit der Vergangenheit auf. „Ob alter oder neuer Jule weiß ich nicht“, war er sich nicht sicher. Sicher war: „Es hat mir heute riesigen Spaß gemacht. Ich war viel mehr im Spiel als in den vergangenen Partien. Deshalb bin ich glücklich. Ich war etwas freier in meiner Position.“ 

2:0-Erfolg in Mainz bei Peter Stögers Debüt als BVB-Coach

Kein Wunder, dass er über den neuen Mann an der Seitenlinie nur lobende Worte fand: „Klar, in etwas mehr als einem Tag hat Peter Stöger uns noch nicht seine ganze Philosophie sagen können. Aber er hat in kleinen Meetings versucht, seinen Plan für die Partie in Mainz klarzumachen. Das hat schon gut funktioniert, auch wenn noch nicht alles so war, wie wir uns das vorstellen. Es war aber auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung.“

Defensive hui - Offensive pfui

Dass die Richtung stimmte, lag vor allem an der defensiven Ausrichtung der Borusssen. Im 4-1-4-1-System zogen sich bei Ballbesitz der Rheinhessen alle Mannschaftsteile zurück. Nach der wackeligen Anfangsphase stabilisierten sich die Borussen. Großes Verbesserungspotential hingegen gibt es noch beim Angriffsspiel. „Dass noch nicht alles glatt läuft, war klar. Wir haben den Ball viel bewegt, sind aber nicht hinter die Mainzer Abwehrkette gekommen“, so fünffache Nationalspieler. 

Endlich ⚽️⚽️ #3points #win #fight #team #staypositive

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Mit einem freudestrahlenden Gesicht tut sich Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc im Gegensatz zum meist gut gelaunten Weigl eher schwer. Der knorrige Westfale analysierte zunächst auch in gewohnter Sachlichkeit die Partie in Mainz. „Ich bin sehr erleichtert. Der Sieg tut richtig gut. Es war das Wichtigste, dass wir Stabilität bekommen. Peter Stöger hat sehr intensiv mit der Mannschaft gearbeitet, hat viele Gespräche geführt, an kleinen Stellschrauben gedreht, etwas an den Positionen geändert.“ 

Zorc vom Glück übermannt

Doch dann nahmen offensichtlich auch bei Zorc die Glücksgefühle überhand. „Ich habe gerade mit Peter Stöger geflachst. Ich habe zu ihm gesagt, dass wir seit September nicht gewonnen haben da meinte er ‚ich seit Mai nicht‘“, sagte Zorc und lachte lauthals los. 

Stöger selbst wollte kein Loblied auf sich anstimmen: „Wir haben nur eine Trainingseinheit gehabt, haben etwas im taktischen Bereich gemacht. Ich habe viel zugehört, und versucht, die Jungs etwas weiterzubringen“, so das simple, aber erfolgreiche Rezept des Österreichers.

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