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Schiedsrichter Felix Zwayer nimmt nach Zoff-Topspiel BVB - Bayern Urlaub

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Von: Tobias Hinne-Schneider

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Felix Zwayer wurde nach dem Bundesliga-Spiel BVB gegen den FC Bayern heftig kritisiert. Der Schiedsrichter hat sich eine Auszeit genommen.

Hamm - Schiedsrichter Felix Zwayer hat am 4. Dezember das Bundesliga-Topspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern (2:3) geleitet. Zwayer hatte einige umstrittene Entscheidungen getroffen und wurde anschließend heftig kritisiert. Fünf Tage später leitete der Referee noch die Europa-League-Partie zwischen Real Sociedad (Spanien) und PSV Eindhoven (Niederlande), seitdem stand der Immobilienkaufmann nicht mehr auf dem Platz. Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich hat bei Bild-TV jetzt die Hintergründe erklärt.

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MeisterFC Bayern München

Schiedsrichter Felix Zwayer nimmt nach Zoff-Topspiel BVB - Bayern Urlaub

Die Debatte um Zwayer entfacht, hatte BVB-Jungstar Jude Bellingham mit einer harten Attacke im Anschluss an die Niederlage seiner Mannschaft. „Sie geben einem Schiedsrichter, der bereits Spiele manipuliert hat, das wichtigste und größte Spiel Deutschlands. Was erwarten Sie?“, sagte Bellingham. Worauf der junge Engländer anspielte: Im Jahr 2005 war Zwayer in den Wettskandal um den damaligen Schiedsrichter Robert Hoyzer verwickelt - auch wenn er damals geholfen hatte, den Skandal aufzudecken. Der 18-Jährige wurde anschließend vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) bestraft und musste eine hohe Geldstrafe zahlen.

Aber auch für Zwayer hatte das Topspiel Konsequenzen: Der 40-Jährige darf vorerst keine BVB-Spiele mehr pfeifen. „Es wäre für meine Begriffe in einem solchen oder vergleichbaren Fall nicht verantwortungsvoll gegenüber allen Seiten, dieselbe Konstellation gleich wieder anzusetzen“, erklärte Fröhlich im Anschluss.

Beim Schiedsrichter selber hat die heftige Kritik offenbar seine Spuren hinterlassen. „Im Moment ist er als Schiedsrichter nicht aktiv“, sagte Fröhlich jetzt Bild-TV. Das sei von Zwayer selbst bestimmt, er habe sich nach seinem letzten internationalen Spiel „Urlaub genommen“. Wie lange der Berliner nicht mehr pfeifen will? Unklar. „Bis auf Weiteres“, sagte Fröhlich in der Sportschau.

Schiedsrichter Felix Zwayer und der Robert-Hoyzer-Skandal

Was ist dran an den Vorwürfen von Bellingham? 2004 hat Zwayer als Assistent Geld von Drahtzieher Hoyzer angenommen. Das geht aus den offiziellen Akten hervor. Die Aktenlage spiegele aber nicht die tatsächlichen Vorkommnisse wider, sagte Schiri-Chef Fröhlich. „Hier stand die Aussage von Robert Hoyzer, Felix Zwayer habe Geld genommen, gegen die von Zwayer, der das dementiert hat. In dieser Situation hat er dann das Urteil akzeptiert“, schilderte Fröhlich die Situation. „Immer wenn der Vorgang in den letzten Jahren wieder aufgerollt wurde, hatte Felix mir gegenüber betont, dass er kein Geld angenommen hat“, fügte der Schiedsrichter-Boss hinzu.

Felix Zwayer
Schiedsrichter Felix Zwayer wird vorerst keine Spiele von Borussia Dortmunds leiten. © Bernd Thissen/dpa

Fröhlich und seine Kollegen haben auf dieser Grundlage Zwayer offenbar in den vergangenen Jahren bewertet. Denn sonst wäre die Karriere des Berliners vorbei gewesen, daraus macht auch Fröhlich keinen Hehl. Wer Geld angenommen habe, um eine Spielleitung zu manipulieren, der sei für den Job des Schiedsrichters grundsätzlich nicht tragbar.

Der Wettskandal hatte die Karriere von Zwayer nur vorübergehend beeinträchtigt. Mittlerweile gehört der 40-Jährige zu den Top-Schiedsrichtern in Deutschland und der Welt. Die FIFA hatte Zwayer Mitte Dezember - also nach dem Bundesliga-Topspiel - auf der Liste des Weltverbands bestätigt.

Beim BVB läuft es nach dem Topspiel derweil wieder rund. Der Rückrundenauftakt in die Bundesliga ist geglückt, wenn auch glücklich. Bei Eintracht Frankfurt drehte der BVB einen 0:2-Rückstand und gewann. Mit dem Sieg verbessert Borussia Dortmund eine bis dato sehr ernüchternde Statistik.

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