BVB-Profis freuen sich "wie Bolle" aufs Pokalfinale

Die Spieler feiert und zogen ihre eigens gedruckten Final-T-Shirts an.

DORTMUND - Als die Dortmunder in den eigens gedruckten T-Shirts mit der Aufschrift „Finale, schön wieder hier zu sein“ ihre Ehrenrunde im Stadion drehten, lobte Hans-Joachim Watzke, Vorsitzender der Geschäftsführung des BVB, Trainer und Mannschaft. Das dritte Jahr in Folge zieht die Mannschaft ins DFP-Pokal-Finale ein.

Von Peter Schwennecker

Dem 2:0 in der Champions League gegen Real Madrid und dem 3:0-Triumph beim Meister FC Bayern München in der Bundesliga ließen die Schwarz-Gelben das 2:0 (2:0) im Halbfinale gegen den VfL Wolfsburg folgen und zogen damit zum sechsten Mal in der Vereinsgeschichte in das DFB-Pokal-Endspiel ein, das am 17. Mai in Berlin stattfindet.

Was Watzke dazu veranlasste, dem Team eine fantastische Arbeit zu bescheinigen: „Was sie in dieser Woche geleistet haben, ist schon außergewöhnlich. Spätestens mit dem heutigen Tag ist für mich klar, dass wir wieder eine tolle Saison gespielt haben.“ Schließlich seien die gesteckten Saisonziele erreicht. Lediglich zwei „Baustellen“ erkannte Watzke noch: Die Verteidigung des zweiten Platzes in der Liga und – natürlich – der Pokalsieg. Deshalb schickte er schon einmal eine Kampfansage Richtung Bayern: „Wir sind jetzt das dritte Jahr hintereinander in einem Finale, nachhaltiger kann man nicht beweisen, dass man mit uns rechnen muss.“

Derweil verspürte Fußball-Lehrer Jürgen Klopp trotz des glücklichen Erfolges über den VfL Wolfsburg, den Henrikh Mkhitaryan (13.) und Robert Lewandowski (43.) mit seinem 100. Pflichtspieltor im BVB-Trikot sicherten, noch während der Pressekonferenz einen ganz besonderen Druck. „Ich muss mal für kleine Trainer“, beendete der Coach den Dialog mit den Journalisten abrupt. „Und von da, wo ich hin muss, da kommt man nicht so schnell wieder.“ Sprachs und verschwand.

Allerdings hatte der 46-Jährige zuvor deutlich ausgedrückt, wie sehr er angesichts der starken Leistung der Niedersachsen während der 90 Minuten gelitten hatte. Dabei verwies er auf die schweren englischen Wochen. „Die Jungs gehen auf der Felge. Ich hätte Panikattacken bekommen,wenn wir in die Verlängerung gemusst hätten“, sagte Klopp. „Am Ende dieses Marathons ist das unfassbar. Wir freuen uns alle wie Bolle auf Berlin. Das wird ein großartiges Event.“

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp herzt den Torschützen Henrikh Mkhitaryan nach dem Spiel.

Tatsächlich hatten die Wolfsburger den Schwarz-Gelben wie schon im Bundesliga-Vergleich zehn Tage zuvor alles abverlangt. Vor allem mit dem Diagonalspiel stellten die Niedersachsen den BVB vor große Probleme. „Da haben wir uns taktisch nicht wahnsinnig clever verhalten, uns deshalb brutal viel Laufarbeit aufgebürdet“, stöhnte Klopp. Aus diesem Grund konnte seine Mannschaft am Ende der Partie mangels „Sauerstoffzufuhr“ keine richtigen Entscheidungen mehr treffen, was den Sieg trotz des 2:0-Vorsprungs noch einmal in Gefahr brachte. „Wenn man es objektiv betrachtet, muss man ganz klar feststellen, dass wir in der einen oder anderen Szene durchaus Glück hatten. Wolfsburg hat sich eine Menge Chancen herausgespielt, war aber – aus welchen Gründen auch immer – nicht in der Lage, ein Tor zu schießen“, gestand Kapitän Sebastian Kehl ein.

Die Chancenverwertung war auch der einzige Vorwurf, den VfL-Trainer Dieter Hecking seinen „Wölfen“ machen konnte. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Sie hat ein super Spiel gemacht und bewiesen, dass wir sehr nah dran sind an Dortmund“, sagte Hecking. „Wir haben ein Team, das Real Madrid und Bayern München beherrscht hat, ins Wackeln gebracht.“ Und der Wolfsburger Coach gab seinem westfälischen Kollegen noch einen kleinen Wunsch mit auf den Weg nach Berlin: „Zeigt den Bayern, dass die anderen da sind.“

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