Borussia Dortmund

Das fehlt dem BVB noch zur Spitzenmannschaft

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Die Protagonisten von Borussia Dortmund waren mit der Nullnummer in Hannover herzlich wenig zufrieden.

Der Auftritt in Hannover hat die Schwächen von Borussia Dortmund offengelegt. Trainer Lucien Favre sieht immer noch viel Arbeit - zu Recht.

Dortmund – Seit seinem Dienstantritt bei Borussia Dortmund vergeht eigentlich kaum ein Tag, an dem Lucien Favre diesen Satz nicht ausspricht: „Wir haben noch viel zu tun.“ Allerspätestens seit dem 0:0 des BVB bei Hannover 96 ist klar, wie recht der Cheftrainer damit hat.

Natürlich war bereits beim zu hoch ausgefallenen Auftaktsieg gegen RB Leipzig (4:1) längst nicht alles Gold, was glänzte. Doch das Duell mit den Niedersachsen veranschaulichte den Verantwortlichen der Schwarz-Gelben noch einmal, wo der Schuh derzeit besonders drückt.

Dass der Erfolg gegen Leipzig derart klar ausgefallen war, lag an der Effizienz vor dem Tor. In Hannover bewies der BVB wie schon in vielen Vorbereitungsbegegnungen zuvor, dass vor allem eines fehlt: die Kaltschnäuzigkeit. Es wird nicht wenige Gegner geben, die der Borussia mit Kompaktheit den Zahn ziehen wollen.

"Aus zwei Chancen auch mal zwei Tore machen"

#„Es gibt solche Spiele, in denen es uns schwer fällt“, erklärte Verteidiger Manuel Akanji: „Aber dann müssen wir die Chancen auch machen, die wir bekommen.“ In Hannover waren es gerade einmal drei klare: zweimal Marco Reus, einmal Maximilian Philipp – zweimal davon Aluminium. „Manchmal muss man aus zwei Möglichkeiten auch zwei Tore machen – oder mindestens eins“, sagte der 23 Jahre alte Verteidiger.

Doch die größte Schwierigkeit tauchte weiter hinten auf. Gegen die Mann-gegen-Mann-Bewachung der Niedersachsen hatte der BVB schlichtweg kein Mittel parat. Zu einfallslos. Zu unkreativ.

„Dass Dortmund ein Problem hat, wenn sie zugestellt werden und einen langen Ball spielen müssen, hat unser Trainer-Team ganz gut erkannt“, erklärte 96-Angreifer Niclas Füllkrug zutreffend. Oder wie Favre es formulierte: „Wir haben viel gelitten, vor allem in den ersten 25 Minuten.“

Weniger Ballbesitz als der Gegner

Dass es anschließend „ein bisschen besser“ war, dürfte für den Schweizer nur ein kleiner Trost gewesen sein. Zu sehr ärgerte er sich darüber, dass seine Mannen nur selten die Kontrolle über das Geschehen auf dem Rasen hatten.

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Nur 46 Prozent Ballbesitz sind gar nicht nach dem Geschmack des 60-Jährigen. Es ist kein Wert einer Spitzenmannschaft. „Wir hatten keine Phase, in der wir die Partie kontrolliert haben oder Ruhe hatten“, stellte auch Sebastian Kehl, der Leiter der Lizenzspielerabteilung, fest.

Immer dann, wenn die Hanonveraner das Dortmunder Mittelfeld-Zentrum attackierten, bekam der BVB Schwierigkeiten. Hatte keine Lösungen parat.

Alcacer integrieren

„Wir waren nicht gut in der Balleroberung, und wenn du nicht gut bei Balleroberung bist, hast du den Ball nicht“, führte Favre aus: „Wir müssen das Spiel besser beherrschen und viel mehr Ballbesitz haben. Es ist eine Frage der Bewegung. Man denkt oft, dass der Spieler, der den Ball hat, nicht gut ist. Aber es ist oft auch der andere, der sich falsch bewegt. Das ist manchmal das Problem.“ Akanji meinte: „Wir müssen fähig sein, solche Spiele zu gewinnen, auch wenn es uns nicht einfach fällt.“

Kein Spiel für ihn? Götze schon wieder außen vor

Es bedarf also weiterhin an Feinabstimmung des neu formierten Teams, das darüber hinaus die Vorstellungen ihres Trainers noch mehr verinnerlichen muss. Um auch die Abteilung Attacke wieder besser in Szene zu setzen.

Helfen könnte dabei Paco Alcacer. Der von Barca ausgeliehene Stürmer war in Hannover noch keine Option für Favre. Die Länderspielpause wird er sicher auch dafür nutzen, dem 25-Jähirgen seine Idee von Fußball zu vermitteln. Damit er und der BVB künftig weniger zu tun haben werden.

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