Kommentar

Dem BVB fehlen echte Typen auf dem Platz

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Ratlose Spieler und ein Trainer, der vor dem Abschied steht. Peter Stöger und die Dortmunder erlebten bei den Bayern ein Debakel.

Der Auftritt der BVB-Elf bei der 0:6-Pleite in München war erschreckend. Die Demütigung war der letzte Beweis, dass in diesem Team vieles nicht stimmt. Veränderungen müssen her. Ein Kommentar.

Vom früheren Dortmunder Erfolgstrainer Ottmar Hitzfeld stammt der Spruch „lieber einmal 5:0 verlieren als fünfmal 1:0“. Am 31. Spieltag der Saison 1995/96 waren die Schwarz-Gelben damals mit diesem Ergebnis beim Karlsruher SC unter die Räder gekommen, wurden aber noch Meister, übrigens mit sechs Punkten vor den Münchner Bayern. Ein Jahr später krönten sie mit dem Gewinn der Champions League die Hitzfeld-Ära.

Eine ähnlich positive Entwicklung ist von der aktuellen Dortmunder Truppe nicht zu erwarten. Die Borussen kassierten beim alten und neuen Deutschen Meister ein halbes Dutzend Treffer. Einfach nur peinlich. Eine Demütigung, mit der die Münchner schonungslos aufdeckten, dass derzeit im Team der Borussia vieles nicht mehr stimmt. 

Von einer Mannschaft, in der jeder für den anderen einsteht, ist nichts zu sehen. Die Klübchenbildung innerhalb des Kaders hat dazu geführt, dass eher persönliches Interesse im Vordergrund steht, nicht der Verein.

Ein Trend, den Hans-Joachim Watzke als Vorsitzender der Geschäftsführung und Sportdirektor Michael Zorc offenbar schon vor dem Debakel an der Isar erkannten. Deshalb haben sie bereits Matthias Sammer als Berater mit ins Boot genommen, Sebastian Kehl soll jetzt als Leiter der Lizenzspielerabteilung folgen.

Zwei ehemalige Spieler, die im BVB-Dress auch auf dem Rasen vehement eingriffen, wenn es nicht lief. Echte Typen mit großer Führungsqualität, die den Dortmundern auf dem Platz schon lange fehlen. Und die jetzt Watzkes und Zorcs Sinne schärfen sollen, wenn es um die Auswahl und den Umgang mit den Profis geht.

Trainer Peter Stöger wird nach dem Debakel von München nicht mehr mit einer Vertragsverlängerung rechnen, auch wenn es seine erste Niederlage mit den Dortmundern in der Bundesliga war. Fußballerisch hat er das Team nicht nach vorn bringen können. 

Beim kickenden Personal bedarf es ohnehin einer dringenden Kader-Auffrischung. Viele sind vielleicht schon zu lange dabei, es herrscht zu große Selbstzufriedenheit. Und die gefährdet jetzt sogar die Qualifikation für die Champions League. Es stehen äußerst spannende Wochen in Dortmund an.

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