Fans feiern ihren BVB nach 4:2 über den FSV Mainz 05

DORTMUND - Marco Reus durfte sich von den Fans vorzeitig feiern lassen, die gesamte Mannschaft tanzte nach dem befreienden zweiten Sieg nacheinander vor der Südkurve. Vor 80.200 Zuschauern sorgte Reus für den Treffer zum 2:1 (55. Minute) und bereitete das vorentscheidende 3:2 durch Pierre-Emerick Aubameyang (71.) beim hart erkämpften 4:2 (0:1)-Sieg vor.

Von Patrick Droste

Wie hätte da auch etwas schief gehen können? Der Rückenwind für die Mannschaft durch die Vertragsverlängerung von Marco Reus, die beeindruckende Bilanz von Flutlichtspielen an einem Freitagabend mit keiner einzigen Niederlage in den vergangenen elf Jahren, das Selbstvertrauen durch den 3:0-Sieg in Freiburg und ein Gegner, gegen den der BVB noch nie ein Heimspiel verloren hatte – da war es nur die logische Konsequenz, dass Borussia Dortmund am Freitagabend mit dem 4:2 (0:1)-Sieg gegen den FSV Mainz 05 den zweiten Sieg in Folge feierte und zumindest bis heute Nachmittag die Abstiegsränge der Bundesliga-Tabelle verließ.

„Dieser Sieg ist sehr viel wert. Für die Moral und für die Tabelle“, freute sich Nuri Sahin nach dem Schlusspfiff. Auch die BVB-Verantwortlichen zeigten sich schwer erleichtert. „Vor allem nach diesem frühen Tor – ein Treffer aus der Comedy-Abteilung“, wie Sportdirektor Michael Zorc sagte.

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BVB gewinnt 4:2 gegen FSV Mainz 05

Vor dem Anpfiff hatten die Dortmunder allerdings den ersten Schreck zu verdauen. Mannschaftskapitän Mats Hummels musste krankheitsbedingt passen und wurde auf der zweiten Innenverteidigerposition neben Neven Subotic durch Sokratis ersetzt. Den zweiten Schock gab es dann bereits in der ersten Spielminute, als Mainz zum 0:1 traf. Nach einem langen Ball von Julian Baumgartlinger in den BVB-Strafraum agierten Subotic zu verhalten und Roman Weidenfeller zu spät, so dass die Faustabwehr des Dortmunder Keepers nicht energisch genug war und zudem genau vor den Füßen von Elkin Soto landete. Der Mainzer nahm den Ball volley mit links und markierte vom Strafraumeck aus auf spektakuläre Weise den Führungstreffer des FSV. „Das war Slapstick“, sagte BVB -Coach Jürgen Klopp.

Anschließend hatten zwar Reus, der nur den Pfosten traf (3.), und Pierre-Emerick Aubameyang, der am Mainzer Torwart Stefanos Kapino scheiterte (8.), den Ausgleich auf dem Fuß. Doch danach kam von Dortmunder Seite im ersten Durchgang nicht mehr viel. Die Schwarz-Gelben, denen der Wille nicht abzusprechen war und die auch immer wieder aufs Tempo drückten, waren zu hektisch, umständlich und selten zielstrebig in ihren Aktionen. Lediglich in der 32. Minute hatten die Mainzer noch eine heikle Situation zu überstehen, aber Reus schoss den Ball aus 14 Metern nach einem Querpass von Shinji Kagawa weit über das Tor der 05er.

Nach dem Wechsel überschlugen sich dann jedoch die Ereignisse. Zuerst sorgte Subotic nach einer Ecke von Marcel Schmelzer per Kopf für das 1:1 (48.), ehe ausgerechnet Reus in seinem ersten Spiel nach seinem vor dem Anpfiff noch einmal lauthals von den Fans gefeierten Ja-Wort bis 2019 den Dortmunder Führungstreffer markierte. Der Nationalspieler war von Kevin Kampl mustergültig freigespielt worden, umkurvte Kapino und schob ungehindert zum 2:1 ein (55.). Aber der nächste Nackenschlag für den BVB ließ nicht lange auf sich warten. Nur zwei Minuten später war die Defensive der Borussia wieder einmal völlig ungeordnet, Yunus Malli machte sich den Freiraum zu nutze und überwand den machtlosen Weidenfeller zum 2:2 (57.).

Es sprach allerdings für die Moral der Dortmunder, dass sie sich von dem Ausgleich nicht beeindrucken ließen und mit viel Herzblut auf den erneuten Führungstreffer drängten. Und der fiel dann auch. Einen Diagonalpass von der linken Seite durch Schmelzer nahm Aubameyang auf, ließ sich durch nichts und niemanden abschütten und bugsierte das Leder an Kapino vorbei zum 3:2 über die Linie (71.). Für die endgültige Entscheidung sorgte in der 78. Minute Nuri Sahin. Nach einem Aubameyang-Freistoß, den der Mainzer Torwart nach vorne abklatschen ließ, staubte der BVB-Mittelfeldspieler zum 4:2 ab und sorgte für prächtige Stimmung auf den Rängen. “Der BVB ist wieder da”, hallte es anschließend durch das mit 80200 Zuschauern ausverkaufte Dortmunder Stadion.

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