Von Dortmund nach Barcelona

Ex-BVB-Scout Mislintat über Kritik an Transfer von Dembélé: "Überzogen"

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Ex-BVB-Chefscout Sven Mislintat ist heute Sportdirektor beim VfB Stuttgart.

Sven Mislintat hat sich über die Kritik am Transfer von Ousmane Dembélé zum FC Barcelona geäußert. Der Ex-Chefscout des BVB sieht die Probleme woanders.

Stuttgart - Der ehemalige BVB-Chefscout Sven Mislintat hat die Kritik am Transfer von Ousmane Dembélé zum FC Barcelona 2017 als überzogen bezeichnet.

"Ich finde es total überflüssig, dass dieser Transfer, der sportlich mit Ousmanes großem Anteil am Pokalsieg wie finanziell mit einem dreistelligem Millionengewinn für alle Beteiligten ein maximaler Erfolg war, immer nur negativ diskutiert wird", sagte der heutige Sportdirektor des VfB Stuttgart im Interview der Welt: "Klubs müssen aufhören, vom bösen Spieler und dem guten Klub zu kommunizieren. Wir als Klubs kämpfen doch auch mit harten Bandagen untereinander und mit Spielern."

Dembéle sei aber auch, so Misintat, ein Spieler, der alles tut, um seinen Willen durchzusetzen: ""Ousmane, das habe ich schon häufiger gesagt, ist in gewisser Weise ein Bandit. Wenn man ihn versteht und unterstützt, geht er für einen durchs Feuer. Er nutzt auf dem Platz jeden Raum, um Spiele zu gewinnen. Das hat Dortmund geholfen, erfolgreich zu sein. Es bedeutet aber auch, dass er, wenn er zu Barça will, auch alles dafür tut, um dorthin zu kommen."

Mislintat: Persönlichkeit und Individualität kommen zu kurz

Der 47-jährige Mislintat hatte den französischen Fußball-Nationalspieler 2016 zu Borussia Dortmund gelotst. Ein Jahr später wechselte Dembélé nach einem Trainingsstreik für eine Ablöse von mehr als 100 Millionen Euro zu Barça.

Unabhängig von Dembélé glaube er mit Blick auf die Arbeit im deutschen Nachwuchsbereich, dass Dinge wie Persönlichkeit und Individualität zu kurz kommen.

"Und talentierte Spieler, die möglicherweise einen etwas schwierigen Charakter haben und auch mal über die Stränge schlagen, kaum eine Chance haben, es ganz nach oben zu schaffen", sagte Mislintat.

Solche Spieler seien nach Auffassung der Verantwortlichen nicht gut für die Gruppe. "Aber oftmals sind genau diese Typen die Gewinnertypen."

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