BVB will auch ohne Mkhitaryan bei FK Qäbälä punkten

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Henrikh Mkhitaryan

Baku - Er durfte zuhause bleiben, verzichtete – halb freiwillig, halb gezwungenermaßen – auf die Reise zum dritten Vorrundenspiel der Europa League am Donnerstagabend in Baku (17 Uhr/live bei Sky) gegen FK Qäbälä.

Und obwohl er gar nicht da war, drehte sich vor der Partie von Borussia Dortmund in Aserbaidschan alles um Henrikh Mkhitaryan, den Armenier in Diensten der Schwarz-Gelben.

„Es ist eine Krisensituation zwischen den beiden Ländern. Daher ist es so das Beste für alle Beteiligten”, sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke, der am Tag zuvor noch einmal ein Gespräch mit dem Mittelfeldspieler geführt und dann festgestellt hatte: „Es war bei ihm ein leichtes Unbehagen dabei. Er ist nicht böse darüber, dass er zuhause bleiben kann.”

Aus sportlicher Sicht ist das Fehlen von Mkhitaryan natürlich ein großer Verlust für den BVB. Denn der 26-Jährige befand sich nach zwei schwierigen Jahren in Dortmund zuletzt in starker Form, kurbelte das Offensivspiel des Bundesliga-Zweiten mächtig an – und war auch wieder torgefährlich. Aber die Verantwortlichen der Borussia wollen ihren sensiblen Akteur schützen. Gleichzeitig fürchtet der Verein, dass ein Mitwirken des Armeniers aufgrund der politischen Spannungen für Zündstoff sorgen könnte.

Bei den Dortmunder Spielern stieß der Entschluss, dass Mkhitaryan die Fahrt nach Baku nicht mit antrat, auf großes Verständnis. „Das ist natürlich in Ordnung, wenn es für ihn ein Problem ist”, sagte der junge Julian Weigl, der davon überzeugt ist, dass die Schwarz-Gelben auch ohne den Armenier für die Partie am Kaspischen Meer gut aufgestellt sind: „Wir haben einen guten und breiten Kader für solche Momente. Die Qualität ist da, um das aufzufangen.” Und Torwart Roman Weidenfeller, der in Baku wieder zwischen den Pfosten stehen wird, fügte hinzu: „Allein von der Sorgfaltspflicht her ist das okay, wenn er zuhause bleibt.”

Aber auch ohne Mkhitaryan will der Bundesligist, der gestern Nachmittag bei der Ankunft von einem fiesen Nieselregen empfangen wurde, einen weiteren Schritt Richtung Gruppensieg machen und nach dem Sieg über Krasnodar sowie dem Remis bei Paok Saloniki den zweiten Dreier in der Europa League einfahren. „Natürlich hat auch der Gegner seine Qualitäten. Aber wir sind gut vorbereitet, wollen unser Spiel durchziehen und mit genau den gleichen Tugenden rangehen wie zuletzt”, sagte Weigl vor der Partie in der Bakcell-Arena. Denn dorthin haben die Verantwortlichen aus dem 220 km nordwestlich von Baku gelegenen Qäbälä die Partie verlegt, weil das Qäbälä-Sähär-Stadion lediglich 4000 Zuschauern Platz bietet.

Auch Watzke zeigte sich optimistisch, warnte aber davor, die Partie gegen den aktuellen Zweiten der 1. Liga Aserbaidschans, bei dem der frühere englische Nationalspieler Tony Adams als Manager fungiert, als Selbstläufer anzusehen. „Im Fußball ist alles enger zusammengerückt. Und wenn es eine Chance gibt, um uns zu ärgern, dann wird der Gegner das versuchen”, meinte der BVB-Chef, ehe er noch verriet: „Wenn das ein Halbfinale wäre, dann wäre die Entscheidung in Sachen Henrikh Mkhitaryan wohl eine andere gewesen.”

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