Stöger macht "klar Schiff" - Kapitän Schmelzer musste von Bord

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Für BVB-Kapitän Marcel Schmelzer war kein Platz im Kader gegen Bayer Leverkusen.

Bereits vor dem Anpfiff der Partie gegen Bayer Leverkusen hatte BVB-Coach Peter Stöger mit dem Verzicht von Kapitän Marcel Schmelzer für Aufsehen gesorgt. Anschließend lieferte die Mannschaft.

Es war eine sehr mutige Entscheidung von Peter Stöger. Nach der Derby-Pleite auf Schalke machte der Trainer des BV Borussia Dortmund „klar Schiff“, beorderte den Kapitän von Bord. Von der Tribüne aus musste Marcel Schmelzer beobachten, wie seine Mannschaft vor 81360 begeisterten Zuschauern mit dem 4:0 (1:0)-Erfolg gegen den Tabellennachbarn Bayer Leverkusen wieder mächtig Fahrt aufnahm und mit der Rückkehr auf Rang drei klaren Kurs Richtung Champions League steuerte. 

„Es war eine rein sportliche Maßnahme“, stützte Michael Zorc die überraschende Aktion des österreichischen Fußball-Lehrers. Schmelzer war natürlich „not amused“, wie es der Sportdirektor ausdrückte. „Marcel ist in keiner guten Verfassung. Es fehlte der Glaube, dass er uns helfen kann in dieser Situation“, ergänzte Zorc. Immerhin zog sich der Außenverteidiger nicht in den Schmollwinkel zurück und wünschte seinen Teamkollegen vor dem Anpfiff in der Kabine viel Glück. 

Stögers schlüssige Erklärung

Und Stöger lieferte nach dem Schlusspfiff eine stichhaltige Erklärung dafür ab, warum er den Schweizer Manuel Akanji auf der linken Defensivseite bevorzugte: „Wir wollten gegen die schnellen Leverkusener Jungs auf ein gewisses Maß von körperliche Robustheit und Tempo setzen. Das bringt Ankanji mit.“ 

Die Rechnung ging auf. Die Schwarz-Gelben zeigten die wohl beste Leistung seit dem Amtsantritt von Stöger im Dezember, fanden gegen eine enttäuschende Werkself dank der überragenden Marco Reus und Jadon Sancho zu ihrer spielerischen Leichtigkeit zurück und gewannen durch Treffer von Sancho (13.), Reus (55. und 79.) sowie Maximilian Philipp auch in der Höhe verdient, zumal Reus mit einem Foulelfmeter an Leverkusens Schlussmann Ramazan Özcan scheiterte (37.). 

Reus mit ehrlichen Worten

„Der war ganz schwach geschossen“, gestand Reus ein. „Ich bin froh, dass ich der Mannschaft in der zweiten Hälfte mit den Toren noch helfen konnte.“ Von einer Wiedergutmachung wollte nach der Derby-Pleite auf Schalke aber niemand reden. Vor dem Anpfiff hatte die Südtribüne die Mannschaft mit den Transparenten „Den Stellenwert des Derbys nicht verstanden - Versager“ und „Kein Wille, keine Leidenschaft, kein Mut, keine Mannschaft - niemand verkörpert Borussia Dortmund so wenig wie ihr“, abgewatscht, nach dem Schlusspfiff lieber den nach Leverkusen gewechselten Sven Bender euphorisch gefeiert. 

BVB siegt deutlich mit 4:0 gegen Leverkusen

„Es war eine super Reaktion auf die letzte Woche, aber ein Spiel reicht nicht, um die Derby-Niederlage wieder gut zu machen. Wir müssen in den nächsten Partien genauso weitermachen“, meinte der starke Akanji, der seinen Platz für die anstehende Aufgabe erst einmal sicher haben dürfte. 

Kein Lichtblick für den Kapitän

„Angesichts der tollen Mannschaftsleistung wird es schwer für Schmelzer“, meinte auch Stöger, der diesmal in seiner Elf keinen Ausfall registrierte. Auch Mario Götze zeigte sich vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw formverbessert. Die Erleichterung auf Dortmunder Seite war deshalb groß. 

Doch Stöger blieb fokussiert. „Trotzdem haben wir noch einiges zu tun. Wir sind nicht so stabil. Deswegen ist jeder Dreier, den wir machen, ein großer Schritt“, erklärte der BVB-Coach. 

Bei Bayer hängen die Köpfe

Enttäuscht verließen dagegen die Leverkusener den Rasen. „Um in die Champions League zu kommen, muss man anders auftreten. Die Bereitschaft, alles zu investieren, hat gefehlt. Dann bekommt man hier eben so eine Packung“, meinte Sven Bender. „Ich bin noch nie nach einer 0:4-Niederlage in die Kurve gegangen und habe mich feiern lassen. Aber es war mir einfach wichtig, Danke zu sagen. Das bedeutet mit sehr viel.“ 

Klartext sprach sein Teamkollege Kevin Volland. „Wir haben keinen Männerfußball gespielt, kamen immer zwei Schritte zu spät. Wir haben die Basis nicht geliefert.“

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