Nach glänzendem Saisonstart lobt Tuchel Vorgänger Klopp

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Pierre-Emerick Aubameyang und Henrikh Mkhitaryan waren von den Gladbachern nicht zu bremsen.

Dortmund - Die BVB-Fans unter den 81.359 Zuschauern rieben sich verwundert die Augen und feierten nach dem 4:0 (3:0) zum Bundesliga-Start gegen Mönchengladbach die Wiedergeburt des Dortmunder Spektakel-Fußballs.

Mit einer eindrucksvollen Leistung demontierten die Schwarz-Gelben den Namensvetter vom Niederrhein, der am Ende nach Treffern von Marco Reus (15.), Pierre-Emerick Aubameyang (21.) und Henrikh Mkhitaryan (33. und 50.) mit dem Resultat sogar sehr gut bedient war.

„Das Ergebnis ist leider korrekt“, gestand nach dem Schlusspfiff selbst Gladbachs Sportdirektor Max Eberl ein. „Dortmund war viel besser, und wir haben einfach zu naiv verteidigt“, ergänzte Eberl. Und Gästetrainer Lucien Favre brachte es auf den Punkt: „Wir sind mit dem Dortmunder Tempo nicht zurecht gekommen.“

4:0 - BVB zerlegt bei Tuchels Liga-Premiere die Gladbacher Fohlen

Während sich die BVB-Mannschaft vor der Südtribüne von den Fans feiern ließ, war Thomas Tuchel längst im Kabinengang verschwunden. Er wollte bei seiner Bundesliga-Premiere als verantwortlicher Trainer der Schwarz-Gelben nicht gleich im Rampenlicht stehen, mit Rücksichtnahme auf seinen prominenten Vorgänger.

„Wir hätten hier nicht so gewinnen können, wenn Jürgen nicht super Arbeit geleistet hätte. Wir müssen damit aufräumen, dass unsere jetzigen Leistungen immer gleich Kritik an Jürgen Klopp sind. Das gehört sich nicht, das will ich nicht“, beteuerte Tuchel. „Solche vier Pflichtspiele sind nur möglich, wenn vorher top gearbeitet wurde. Da gehört alles mit dazu. Wir führen die Basis, die Jürgen hier hingestellt hat, fort. Und die ist herausragend.“

Mit Ausnahme des neuen Torhüters Roman Bürki, der den Vorzug vor Routinier Roman Weidenfeller erhielt, und Mittelfeldspieler Julian Weigl standen ausnahmslos Akteure in der Startformation, die schon unter Klopp zur Stammbesetzung zählten.

Die Pressekonferenz nach dem Spiel:

Tuchel hat in der Vorbereitung die Dortmunder Herangehensweise nicht grundlegend verändert, lediglich an kleinen Stellschrauben gedreht. Der BVB spielte gegen Gladbach disziplinierter, wartete geduldig auf die Lücken, die die „Fohlen“ immer wieder anboten. „Insgesamt gesehen haben wir den Ball schön zirkulieren lassen, sind auf unseren Positionen geblieben, sehr ruhig geblieben und haben auf unsere Chancen gewartet“, meinte Torschütze Reus. „Und wichtig war, dass wir die Dinger diesmal auch rein gemacht haben.“

Mats Hummels sprach davon, dass die neue Spielidee, die neben den schon unter Klopp praktizierten Gegenpressing längere Ballbesitz-Passagen zulässt, schon gut umgesetzt wurde. „Wenn wir so weitermachen, können wir damit sehr erfolgreich sein“, erklärte der Kapitän. „Bisher läuft alles sehr gut, darauf müssen wir aufbauen. Wir wollen aber nichts in den Himmel loben, dazu ist es noch viel zu früh.“

Tuchel war jedenfalls voll des Lobes über seine neue Mannschaft, die nach einer starken ersten Hälfte auch nach dem Wechsel weiter auf das Tempo drückte. „Die erste Halbzeit war vom Verlauf her, mit diesen drei Toren, so, wie man es sich fast nicht zu wünschen traut“, erklärte der BVB-Trainer. „Nach der Pause dann eben nicht nachzulassen, ganz im Gegenteil, das Tempo drin zu lassen, die Zweikämpfe weiterzuführen, war sehr wichtig. Wir haben weiter vorwärts verteidigt, haben in solchen Kleinigkeiten die Signale aufrechterhalten. Das hat mir sehr gut gefallen. Ich freue mich sehr, dass wir auch die zweite Halbzeit gewonnen haben.“

Viel Arbeit bleibt Gladbachs Trainer Favre, dessen Innenverteidigung mit den beiden Youngstern Marvin Schulz und Andreas Christensen teilweise überfordert wirkte. Der Schweizer Coach stellte die Nachwuchsspieler nicht allein an den Pranger: „Wir müssen an unserer Defensive arbeiten. In der vergangenen Rückrunde hatten wir die beste Abwehr, weil wir intelligent verteidigt haben. Heute war dem nicht so.“

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