Nach dem 0:0 gegen Köln

Klopp: „Gegen Turin müssen wir es besser machen“

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Der Braslianer Deyverson vergab nach 66 Minuten die größte Chance für die Kölner in Dortmund.

DORTMUND - Stagnation statt Aufschwung? Nein, davon wollte Jürgen Klopp nach dem Spiel gegen den 1. FC Köln und dem zweiten torlosen Remis in der Bundesliga nicht reden.

Von Peter Schwennecker

Schließlich hatte der Trainer des BV Borussia Dortmund keineswegs damit gerechnet, dass die Schwarz-Gelben in der Rückrunde nur so durch die Tabelle Richtung Europa rauschen werden. „Wir nehmen den Punkt mit“, sagte Klopp. „Auch wenn wir jetzt nicht mit hocherhobenen Armen durch die Gegend laufen.“

Im Abstiegskampf können durchaus auch Unentschieden helfen. Vom Relegationsplatz hat sich der BVB erst einmal mit sieben Punkten abgesetzt und darf die kommenden Aufgaben etwas beruhigter angehen. Andere Ziele sieht der Dortmunder Fußball-Lehrer derzeit ohnehin nicht. Eine positive Entwicklung war in den vergangenen Wochen deutlich zu erkennen, doch ist die Borussia – das haben die Spiele beim HSV und gegen die Kölner gezeigt – spielerisch noch nicht in der Lage, einen sehr tief stehenden Gegner auseinander zu hebeln.

Mit Blick auf das anstehende Achtelfinal-Rückspiel gegen Juventus Turin am kommenden Mittwoch (20.45 Uhr/live im ZDF) wertete Klopp die Partie vor 80667 Zuschauern (ausverkauft) gegen Köln als besten Anschauungsunterricht, wie man es nicht macht. „Jetzt kommen diese Ergebnisfußballer aus Italien“, betonte Klopp. „Und die sind nicht gerade dafür bekannt, dass sie uns schon am Fünfmeterraum attackieren werden.“ Doch die Erklärung, wie seine Mannschaft nach der 1:2-Niederlage den Einzug in das Viertelfinale schaffen will, lieferte der Chefcoach gleich mit: „Wir müssen es nur besser machen als gegen Köln.“ Die Analyse Klopps folgte postwendend.

„Köln verschiebt extrem zum Ball, da muss man es als Gegner dann schaffen, in die richtigen Räume zu spielen, aber auch ohne Ball in die richtigen Räume hineinzustechen“, erklärte der 47-Jährige. „Das haben wir zu selten gemacht, vor allem in der ersten Halbzeit. Nach der Pause sind wir da konsequenter und besser aufgetreten, am Ende hat die Kraft ein bisschen nachgelassen.“ Auch Marco Reus war enttäuscht: „Wir haben uns einfach zu wenig bewegt. Insgesamt gesehen war der Wille nicht groß genug.“ Von fehlender Durchschlagskraft sprach Schlussmann Roman Weidenfeller, der schon zu Beginn mit seinen guten Reaktionen gegen die freistehenden Deyverson und Anthony Ujah einen frühen Rückstand verhinderte. Auch im zweiten Durchgang besaß der Aufsteiger durch Deyverson die größte Möglichkeit in der Partie überhaupt, aber der Brasilianer schoss unbedrängt über das Tor (66.).

Deshalb sah Kölns Trainer Peter Stöger das siebte Kölner 0:0 in der laufenden Saison (Einstellung des Bundesliga-Rekords) mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit unsere Chancen liegengelassen, deshalb war nicht mehr drin“, erklärte der Österreicher. „Aber natürlich sind wir zufrieden mit dem Ergebnis. Bei unseren Konterchancen war die Umsetzung nicht optimal. Was Kampf und Einstellung angeht, kann ich der Mannschaft nur ein Riesenkompliment machen.“

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