2:2 gegen Paderborn

Reus' Verletzung überschattet das BVB-Spiel

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Der Schockmoment: Schiedsrichter Wolfgang Stark zeigt Paderborns Marvin Bakalorz (hockend) die Gelbe Karte, nachdem dieser BVB-Star Marco Reus (rechts) brutal von den Beinen geholt hat.

PADERBORN - Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc sprach nach dem 2:2 beim Neuling in Paderborn von einem „scheiß Nachmittag“. Und BVB-Trainer Jürgen Klopp hatte angesichts der schweren Verletzung von Marco Reus eigentlich keine Lust, über Fußball zu reden.

Von Peter Schwennecker

Der Nationalspieler zog sich durch ein schweres Foul des Ex-Dortmunders Marvin Bakalorz einen Außenbandriss im rechten Sprunggelenk zu und wird laut ersten Prognosen bis Anfang Januar ausfallen. Das wirft die Schwarz-Gelben bei der geplanten Klettertour in der Tabelle wieder weit zurück.

Klopp knöpfte sich seinen ehemaligen Schützlinge direkt nach der Partie vor. „Die Szene mit Reus war Wahinsinn. Diese Situation habe ich nicht das erste Mal von ihm gesehen“, erklärte der BVB-Fußball-Lehrer. „Ich habe ihm früher schon gesagt, er soll das nicht machen. Diesmal waren wir die Leidtragenden.“ Der 25-Jährige saß laut Paderborns Trainer Andre Breitenreiter danach kreidebleich in der Kabine.

„Marvin tut das sehr leid. Er liebt den BVB immer noch. Das war keine Absicht“, sagte der SCP-Coach. Wenig später hatte sich auch Bakalorz wieder gefangen. „Ja, es stimmt, Klopp hat mich angeschrien. Aber er hat Recht“, betonte der Mittelfeldspieler. „Marco und ich waren damals im Trainingslager zusammen auf einem Zimmer. Ich würde ihn niemals gewollt umtreten. Ich wollte zum Ball gehen, aber ich berühre ihn. Das war zu heftig.“

Nicht nur die schwere Reus-Verletzung, sondern auch die Tatsache, dass der BVB vor 15 000 Zuschauern in der Benteler Arena eine komfortable 2:0-Pausenführung durch Tore von Pierre-Emerick Aubameyang (12.) und Reus (45.) verspielte, schlug den Borussen aufs Gemüt. Woran auch Schiedsrichter Wolfgang Stark seinen Anteil hatte, der beim Stande von 2:1 für die Gäste ein einwandfreies Tor von Kevin Großkreutz (79.) zurückpfiff. Doch es war nicht Großkreutz, sondern Milos Jojic, der dabei im passiven Abseits stand.

Bilder zum Spiel gegen Paderborn

BVB verspielt Vorsprung beim SC Paderborn

Statistik

Ballbesitz in %: 35,9 - 64,1 Torschüsse: 8 - 13 

gew. Zweikämpfe in %: 44,7 - 55,3

Fouls: 15 - 11

Ecken: 1 - 6

„Ist der Ball drin, führen wir 3:1, dann ist das Ding gegessen“, ärgerte sich Klopp. „Aber so ist nun mal unsere derzeitige Situation. Jeder, der hofft, dass es mit einem Schlag anders ist und er in den Europapokal-Rängen aufwacht, der täuscht sich.“ Mit nur elf Punkten nach zwölf Spieltagen befinden sich die Schwarz-Gelben deshalb weiter in der gefährlichen Abstiegszone. „Jeder sagt uns, wir seien eine Weltklassemannschaft, die da schon wieder herauskomme. Aber wir müssen arbeiten“, beteuerte der BVB-Trainer. „Qualität ist das, was man aus seinem Potenzial macht. Und das war gegen Paderborn mal gut, mal weniger gut.“

Qualität und Einsatz stimmten aber nach der Pause beim Neuling aus Ostwestfalen. Und es passte an diesem Tag ins Bild, dass nach dem Anschlusstreffer durch Lukas Rupp (60.) mit Mahir Saglik ausgerechnet ein weiterer Ex-Dortmunder nach einer Ecke von Süleyman Koc den Ausgleich köpfte (81.) . „Wir sind keine Mannschaft, die einfach aufsteckt“, freute sich Saglik. „Es entspricht unserem Charakter, wie wir wieder zurückgekommen sind. Das Tor ist für mich natürlich ein tolles Gefühl.“

Großer Respekt vor dem Vizemeister

Stolz auf sein Team war einmal mehr Trainer Breitenreiter, der vor dem Seitenwechsel noch einen zu großen Respekt bei seinen Spielern vor dem Vizemeister sah. „Wir haben den Jungs in der Pause mit auf den Weg gegeben, dass sie nichts mehr zu verlieren hätten. Wir wollten mutiger und präsenter sein und wussten, dass mit den Fans im Rücken noch etwas gehen würde, wenn uns der Anschlusstreffer gelingt“, so der Coach. „Respekt vor einem Team, das nach einem 0:2 gegen eine Weltklassemannschaft noch so zurückzukommt.“

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