Leiter Lizenzspielerabteilung beim BVB

"Dortmund-Gefühl erzeugen": Kehls klare Ansagen

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Ein Mann mit Durchblick: Sebastian Kehl weiß, wo er in Dortmund den Hebel ansetzen muss.

Sebastian Kehl hat sein Aufgabengebiet als Leiter der Lizenzspielerabteilung von Borussia Dortmund erläutert und die Probleme benannt. Der Ex-Kapitän fordert etwa eine höhere Identifikation mit dem Verein.

Dortmund - Kompetenz, ein starker Charakter und volle Identifikation mit dem Verein. Laut Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke drei elementare Eigenschaften, die Sebastian Kehl dazu befähigen, die in der vergangenen Saison ins Schlingern geratene Bundesliga-Mannschaft des BV Borussia Dortmund wieder auf klaren Kurs zu bringen.

Der ehemalige Kapitän des BVB wurde am Dienstag von Watzke und Sportdirektor Michael Zorc offiziell als Leiter der Lizenzspielerabteilung vorgestellt. In Zusammenarbeit mit dem externen Berater Matthias Sammer will das Management-Quartett die Schwarz-Gelben in die Erfolgsspur zurückführen.

„In den vergangenen drei Jahren waren wir Vizemeister, Pokalsieger und zweimal im Viertelfinale der Europapokale, jedes Mal in der Champions League. Deshalb müssen wir nicht alles in Schutt und Asche reden“, beteuerte Watzke.

"Wir brauchen Perfektion"

Dennoch sah er angesichts der verkorksten Saison 2017/18 ausreichend Gründe, Veränderungen vorzunehmen. „Das Fundament ist gut, aber wir haben gemerkt, dass wir Perfektionierung und einen neuen Input brauchen.“

Innerhalb der Mannschaft war bei den Dortmundern in den vergangenen Monaten einiges aus dem Ruder gelaufen, vor allem was Disziplin, Verhalten und Verantwortung der Profis betraf. „Bei den Spielern muss es eine Bewusstseinsänderung geben“, betonte Kehl. „Es müssen sich einige Dinge ändern.“

Laut Zorc ist der 38-Jährige dafür der richtige Mann. Kehl soll die komplette Organisation des Lizenzspielerbereichs übernehmen, dazu als Bindeglied zwischen Mannschaft, Staff und Management dienen.

Die sportliche Führung des BVB: Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (von links), Sebastian Kehl (Leiter der Lizenzspielerabteilung) und Sportdirektor Michael Zorc.

Der frühere Nationalspieler, der vor drei Jahren seine aktive Laufbahn beendete, tourte ein Jahr lang über die Kontinente, absolvierte danach bei der Uefa ein Studium im Sportmanagement, hospitierte bei der DFL und in der DFB-Akademie, erwarb bis zur A-Lizenz alle Trainerscheine.

Kehl freut sich auf spannende Aufgabe

„Es war hilfreich, auf Reisen zu gehen und zunächst aus dem Fußballer-Leben raus zu sein. Dadurch bekommt man auch einen anderen Blickwinkel. Ich habe aber gemerkt, dass ich noch lange nicht am Ende bin“, erzählte Kehl. „Als das Angebot kam, hier wieder anzufangen, habe ich mich sehr, sehr gefreut. Wir haben eine Herausforderung zu lösen, aber es ist eine spannende Aufgabe“, sagte der frühere Kapitän der Borussen.

Zorc erhofft für sich selbst durch die Zusammenarbeit mit Kehl eine Entlastung. „Sebastian wird eine ständige Präsenz bei der Mannschaft haben. Davon verspreche ich mir, Fehlentwicklungen früher zu erkennen und schneller darauf reagieren zu können.“

In Zusammenarbeit mit dem neuen Trainer Lucien Favre, der offiziell erst am kommenden Freitag in Dortmund präsentiert wird, will Kehl den Neustart beim BVB einleiten. Dabei wird es auch im Umgang mit der Mannschaft einschneidende Veränderungen geben.

Ein Dortmund-Gefühl erzeugen

„Nach der Analyse sind wir uns einig, dass wir an ein paar Dingen arbeiten müssen, um wieder dieses Dortmund-Gefühl zu erzeugen. Werte wie Disziplin und Regeln gehören für uns alle dazu, um erfolgreich zu arbeiten.“

Kehl forderte die Profis auf, sich an die eigene Nase zu fassen, sich wieder mehr mit dem Verein und der Stadt zu identifizieren, dazu eine größere Bereitschaft mitzubringen. Er betonte, dass seine Vorstellungen mit denen von Favre übereinstimmen. „Wir haben da eine Linie.“

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