Dieter Hecking ist nach dem Pokal-Sieg der "King"

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Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking trägt eine Basecap mit der Aufschrift "King" und stemmt DFB-Pokal in die Luft.

Berlin - Der ansonsten äußerst bescheidene Fußball-Lehrer gab ein sehr ungewöhnliches Bild ab. Mit einer Baseball-Kappe mit der Aufschrift "King" erschien Dieter Hecking nach dem Pokal-Triumph des VfL Wolfsburg zur Pressekonferenz in der Aufwärmhalle des Olympiastadions.

"Mein Sohn hat mir gesagt, wenn ich den Pokal gewinnen, dann müsste ich unbedingt diese Mütze aufsetzen", schmunzelte der Coach. "Und seinen Kindern kann man doch keinen Wunsch abschlagen."

Hecking, der in Castrop-Rauxel geboren wurde, aber im westfälischen Soest aufwuchs, genoss den Erfolg in vollen Zügen. "Ich wollte mit 50 unbedingt einen Titel haben. Das ist mir gelungen, ich bin noch 50", sagte der Coach, der mit den Niedersachsen eine Erfolgsgeschichte schrieb. "Wir haben uns für die Champions League qualifiziert, sind in der Europa League bis ins Viertelfinale gekommen und haben den Pokal gewonnen. Diese Mannschaft hat in dieser Saison Außergewöhnliches geleistet", erklärte der Trainer.

Allofs stellt Rekord auf

Erst vor zweieinhalb Jahren übernahmen Sportdirektor Klaus Allofs, der kürzlich seinen Vertrag bereits bis 2019 verlängert hat, und Hecking den VfL, um diesen Verein - so der Trainer - auf Kurs zu bringen. "Eigentlich sind wir mit dem Pokalsieg unseren Planungen schon weit voraus", verriet der Coach. Für Allofs allerdings keine große Überraschung. "Wenn man sich weiter entwickeln will, gehören solche Erfolge, solche Titel dazu", sagte Allofs, der einen Rekord aufstellte und bereits mit dem vierten Verein den DFB-Pokal gewann. Als Spieler war ihm das schon mit Fortuna Düssseldorf, dem 1. FC Köln und Werder Bremen gelungen. Allofs lobte die gute Arbeit seines Fußball-Lehrers: "Er ist ein Baustein dieser Mannschaft. Man hat gesehen, dass das Team 90 Minuten Gas geben kann, dass sie taktisch immer vorbereitet ist. Das ist sein Verdienst."

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Hecking gab das Lob brav an seine Spieler weiter, stellte den "unwahrscheinlichen Teamgeist" heraus. Eine gesunde Mischung von Stars und Leuten, die laut Hecking bereit sind, auch die Drecksarbeit zu leisten. Wobei er Kevin de Bruyne, den vielumworbenen Ausnahmekicker, in diese Kategorie mit einbezog. "Auch dafür ist er sich nicht zu schade", erklärte Hecking, der allerdings nicht weiß, ob die Wolfsburger trotz der VW-Millionen in der Lage sein werden, den Belgier über die Saison hinaus zu halten. De Bruyne selbst hielt sich weiter bedeckt, verzichtete auf Treuebekenntnisse. "Man weiß nie, was im Fußball so passiert." Das wissen Trainer oft auch nicht, selbst wenn sie Hecking heißen. Der war auf dem Rasen des Olympiastadions der obligatorischen Bierdusche geschickt entgangen. Doch die Spieler Naldo, Caligiuri und Vieirinha stürmten die Pressekonferenz und holten das nach. Und wieder gab Hecking ein gutes Bild ab, selbst als "begossener King".

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