"Das macht nicht zwingend Spaß": Tuchel warnt vor Pokalschreck Lotte

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Lukasz Piszczek (rechts) könnte gegen Lotte in die BVB-Startelf zurückkehren.

Dortmund - BVB-Trainer Thomas Tuchel will eine böse Überraschung im DFB-Pokalviertelfinale gegen Sportfreunde Lotte verhindern. Der erste Termin hätte ihm besser gepasst, sein Team stellt er auf viel Arbeit ein. 

Ende Februar stand das Thema „Sportfreunde Lotte“ bereits bei drei Sitzungen auf der Tagesordnung von Borussia Dortmund. Vor dem zweiten Anlauf im DFB-Pokal-Viertelfinale (Dienstag, 18.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) frischte Trainer Thomas Tuchel das Gelernte nur noch einmal auf. Er zollt dem Favoriten-Schreck großen Respekt und sieht seinen BVB durch die Austragung in Osnabrück keinesfalls im Vorteil.

Vor genau zwei Wochen standen die Spieler von Borussia Dortmund und von Sportfreunde Lotte in der Kabine bereit, als Schiedsrichter Dr. Felix Brych ihnen einen Strich durch die Rechnung machte.Er sagte die Partie aufgrund der Unbespielbarkeit des Platzes im Lotter Frimo-Stadion ab – schuld daran war einsetzender Schneefall.

"Hätten lieber damals gespielt"

Vor dem zweiten Versuch, dieses Mal im Stadion des Lotter Liga-Rivalen VfL Osnabrück, ist Tuchel zuversichtlich, dass die Vorbereitung nicht für die Katz war. „Wir gehen fest davon aus, dass wir spielen“, sagt er. Lieber wäre dem BVB-Coach allerdings eine Austragung Ende Februar gewesen, wie er unumwunden zugibt: „Wir hätten sehr gerne damals gegen Lotte gespielt. Sie hatten zwei Spielabsagen gehabt und waren gar nicht im Wettkampfmodus.“

Mittlerweile steht der Drittligist wieder voll im Saft, gewann zuletzt gegen den Chemnitzer FC (3:0) und Hansa Rostock (2:0). „Das ist von der Qualität vergleichbar mit einem Zweitligisten, da brauchen wir uns nichts vorzumachen“, meint Tuchel. „Und wenn du im Viertelfinale bei einem Zweitligisten spielst, dann macht das nicht zwingend Spaß.“

Sorgen um Weigl

Umso wichtiger wäre es für den BVB, wenn der Trainer die aktuell beste Aufstellung ins Rennen schicken könnte. Das ist allerdings unklar, weil mit Julian Weigl der Dreh- und Angelpunkt des Dortmunder Spiels auszufallen droht. „Er hat sehr viele Partien absolviert und jetzt Muskelprobleme“, erklärt Tuchel. 

Eine mögliche Alternative wäre Mikel Merino, der 20-jährige Spanier kam bislang aber nur in fünf Bundesliga-Spielen zum Einsatz – meist als Einwechselspieler. Möglich ist auch, dass Gonzalo Castro etwas defensiver als üblich aufläuft.

Sokratis und Lukasz Piszczek fehlten am vergangenen Samstag bei der 1:2-Niederlage gegen Hertha BSC. Gegen Lotte wird der Grieche erneut aussetzen müssen, er sah im Pokal-Achtelfinale gegen Berlin die Gelb-Rote Karte. Piszczek hingegen könnte in die Startformation zurückkehren. Gleiches gilt für Christian Pulisic und Ousmane Dembelé.

Dembelé steht unter Beobachtung

Letzterer kam in Berlin zwar nur zu einem Kurzeinsatz über rund 15 Minuten, geriet aber prompt mit Mitchell Weiser aneinander und sah seine fünfte Gelbe Karte – er wird im nächsten Bundesliga-Spiel gegen den FC Ingolstadt fehlen. Beim BVB beobachtet man derlei Aktionen des jungen Franzosen sehr genau, wie Tuchel einräumte.

„Das finden wir nicht gut. Wir versuchen darauf einzuwirken. Es ist manchmal ein ganz schmaler Grat, bis er sich ungerecht behandelt fühlt“, sagt der Dortmunder Trainer, räumt aber zugleich ein: „Natürlich freuen wir uns auch über den Jähzorn und den Biss, den Ousmane entwickeln kann.“

"Wir werden alles brauchen"

Biss wird es auch gegen Lotte brauchen, wenn der BVB nicht – wie die bisherigen Pokalgegner des Drittligisten –eine unliebsame Überraschung erleben will. „Lotte wird mit Selbstvertrauen versuchen, die Sensation zu schaffen“, meint Tuchel. Die Ansage an das eigene Team ist klar: „Wir werden alles brauchen und alles geben müssen, um in die nächste Runde einzuziehen.“

Die Tatsache, dass in Osnabrück gespielt wird, sieht er nicht als Vorteil des BVB: „Es sind nicht viele Kilometer von Lotte aus. Unter Umständen kommen jetzt sogar noch mehr gegnerische Fans.“

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