DFB-Pokal

Sahin gastiert mit Bremen beim Ex-Klub BVB – und spielt diese Rolle bei Werder

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Nuri Sahin (rechts) trifft auf seinen ehemaligen Teamkameraden Marco Reus.

Sahins ersten fünf Monate in Bremen: nicht schlecht, aber ziemlich unauffällig. Am Dienstag kehrt er nach Dortmund zurück im DFB-Pokal.

Bremen – Es passiert in der Bundesliga fast jede Woche. Weil es sich einfach anbietet und weil es gute Geschichten liefert: Profis, die mit ihrem aktuellen auf ihren Ex-Club treffen, rücken kurz vor dem Spiel ins Rampenlicht. Was ist das für ein Gefühl, den alten Kollegen plötzlich als Gegner gegenüberzustehen? Sind Sie besonders motiviert? Und hat Sie der Trainer schon nach Tipps gefragt?

Kevin Möhwald beispielswiese hat darauf gerade erst wieder Rede und Antwort gestanden, vor Werders Gastspiel bei seinem vorherigen Verein aus Nürnberg saß er während der Pressekonferenz auf dem Podium. Dieser Logik folgend hätte dort gestern eigentlich Nuri Sahin sitzen müssen, schließlich tritt Werder heute Abend im DFB-Pokal-Achtelfinale bei dessen großer Liebe Borussia Dortmund an (20.45 Uhr, bei uns im Live-Ticker). Der Stuhl zur Rechten von Trainer Florian Kohfeldt blieb allerdings leer, wie die Deichstube berichtet.

Rampenlicht als Begleiterscheinung

Sahin, 30 Jahre alt, Deutscher Meister und Pokalsieger, mag es nicht so gerne, wenn sich alles um seine Person dreht. Das Rampenlicht sieht er eher als notwendige Begleiterscheinung seines Berufs – selbst wenn das Duell gegen seinen Herzensverein unmittelbar vor der Tür steht, bevorzugt er das Unauffällige. Wie schon vor seinem ersten Gastspiel Mitte Dezember in Dortmund. Das spricht auf der einen Seite für ein hohes Maß an Fokussierung, für das Wissen ums Wesentliche. Der Türke ist ein Musterprofi, einer, den jeder Trainer schätzt. Auf der anderen Seite passt es aber auch ganz gut zu Sahins ersten fünf Monaten in Bremen: Sie waren sportlich keinesfalls schlecht, aber weitestgehend eben doch unauffällig.

Elfmal hat der Linksfuß bisher für Werder in der Bundesliga gespielt, zehnmal davon stand er in der Startelf – jeweils mit dem Auftrag, dem Spiel seiner Mannschaft im Mittelfeld durch Passsicherheit und Ballkontrolle Stabilität zu verleihen. „Mit seiner Ruhe gibt er unserem Spiel eine wichtige Note“, lobt Trainer Florian Kohfeldt. Der große Anführer auf dem Platz ist Sahin bei Werder aber noch nicht. Das hat zuletzt seine Leistung beim 1:1 in Nürnberg einmal mehr gezeigt.

Sahin schwamm mit

In einem Spiel, in dem die Bremer Mannschaft große Probleme damit hatte, in ihren Rhythmus zu finden, gelang es auch Sahin nicht, die nötigen Impulse im Zentrum zu geben und die Kollegen mitzureißen. Nun sind 86 Ballkontakte, eine Passquote von 83 und eine Zweikampfquote von 71 Prozent zwar keine schlechten Werte, spielprägende Aktionen waren allerdings nicht dabei. Sahin schwamm mit. Es wäre also keine große Überraschung, wenn Trainer Kohfeldt den Ex-Dortmunder heute Abend – anders als beim 1:2 im Bundesliga-Hinspiel gegen den BVB – zunächst auf die Bank setzt. Philipp Bargfrede, der in Nürnberg wegen einer Gelbsperre gefehlt hatte, dürfte ob seiner Körperlichkeit die bessere Option sein.

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Nun hebt Kohfeldt, wann immer er über Sahin spricht, dessen großen Wert für die Mannschaft hervor. Teil des Lobes ist meist folgende Präzisierung des Trainers: Sportlich und auch in der Kabine sei der erfahrene Profi ungemein wichtig. So gesehen darf Sahins Wirken bei Werder nicht nur anhand von dessen Leistungen auf dem Platz bewertet werden. Er ist Gesprächspartner für den Trainer, Vorbild für die jüngeren Spieler, mit seiner sympathischen und angenehm reflektierten Art zudem ein toller Imageträger für den Verein – nur eben fußballerisch noch nicht die prägende Figur, die sein großer Name im Sommer in Aussicht gestellt hatte. dco

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