Beide Pressekonferenzen im Video / Voting zur Finalpaarung

Kehrtwende: Pierre-Emerick Aubameyang fällt doch gegen Berlin aus

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Tuchel gibt die Zielrichtung vor: "Wir wollen ins Finale - mindestens."

[Update 16.59 Uhr] Dortmund - Borussia Dortmund kann das Halbfinale im DFB-Pokal am Mittwoch bei Hertha BSC (20.30 Uhr/ARD/Sky) nun doch nicht in Bestbesetzung bestreiten. Denn neben dem an einer Thrombose erkrankten Neven Subotic fehlt auch Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang. "Die MRT-Bilder von Aubameyangs Zeh liegen seit heute Nachmittag vor: Er fällt wegen einer Knochenabsplitterung für Berlin leider doch aus," ließ der Tabellenzweite wissen. Aubameyang, der in der Bundesliga 23 Saisontore erzielt hat, hatte am Montagvormittag sein Training abbrechen müssen.

Nur sechs Tage nach dem ebenso dramatischen wie unglücklichen K.o. in der Europa League in Liverpool bietet sich dem BV Borussia Dortmund heute (Mittwoch) ab 20.30 Uhr (live in der ARD) im Berliner Olympiastadion im Pokal-Halbfinale bei Hertha BSC die wohl letzte Chance, zumindest die Option auf einen Titel in dieser Saison zu wahren. 

Dafür will Trainer Thomas Tuchel trotz der empfindlichen Nachwehen von der Anfield Road („Es wirkt immer noch“) alle Kräfte mobilisieren, nimmt sich dabei selbst in die Pflicht: „Auch ich werde die beste Performance und den Biss brauchen, der nötig ist, um Energie an die Mannschaft weiterzugeben. Wir wollen ins Finale." 

Spekulationen um Hummels und Mkhitaryan

Für den Dortmunder Fußball-Lehrer geht es derzeit vor allem darum, die Nebengeräusche, die die nach Punkten aktuell beste Bundesliga-Saison der Schwarz-Gelben aller Zeiten belasten, zu dämpfen. Die Spekulationen um die Zukunft so wichtiger Leistungsträger wie Ilkay Gündogan, der vermutlich zu Manchester City wechseln wird, sowie Mats Hummels und Henrikh Mkhitaryan reißen einfach nicht ab. 

„Ich stehe nach wie vor zu der Aussage, dass ich die Situation gerne klar hätte. Denn das sind Dinge, die die letzten paar Prozent ausmachen können“, beteuert Tuchel, will die Spieler damit aber keineswegs unter Druck setzen. „Wir wünschen uns, dass alle drei bei uns bleiben. Aber es gibt keine Garantie dafür“, beteuert der Coach. „Es bleibt die Entscheidung der Spieler. Ich hätte sie natürlich gern früher, aber es gibt keine Ultimaten.“ 

Die wären nach Meinung von Tuchel nur kontraproduktiv. Der Trainer nimmt die umworbenen Stars als sehr integere junge Männer wahr, die sich derzeit viele Gedanken über ihren nächsten Schritt machen. 

Nach der Länderspielpause nicht überzeugt

Kein Verständnis zeigt Tuchel für jene Gedankenspiele, dass nach der Liverpool-Pleite ein weiteres Scheitern im Pokal in Berlin einen Makel über die gesamte Saison legen würde. „Ich habe vor zwei Wochen einen Kommentator gehört, der ein Spiel von uns mit den Worten anmoderiert hat: Sie sind derzeit der beste Zweite in ganz Europa, doch wenn sie ohne Titel bleiben, bleibt das wertlos.“ 

Aussagen, die Tuchel auf die Palme bringen: „Da wird mit einer Nonchalance etwas abgewertet, was wir leisten. Wir spielen den Pokal, um ihn zu gewinnen. Es kann sein, dass du es dann nicht hinbekommst, wie du es dir wünscht. Das ist ein Teil davon, Sport zu treiben. Aber ich habe keine Lust, die Konstanz und Energie, die die Mannschaft die ganze Runde auszeichnet, an ein oder zwei Spielen aufzuhängen.“ 

Der Dortmunder Trainer beschäftigt sich lieber mit seiner Mannschaft, kommt dabei zu der Erkenntnis, dass diese ihre Lehren aus den nicht überzeugenden Leistungen nach der Länderspielpause ziehen muss. Da habe es laut Tuchel in allen Begegnungen in vielen Bereichen Luft nach oben gegeben. „Wir müssen insgesamt besser spielen“, fordert der Coach. „Ich bin überzeugt davon, dass wir eine Schippe drauflegen müssen, um in Berlin zu bestehen. Aber ich bin mir sehr sicher, dass die Mannschaft dazu gewillt ist.“ 

In der Hertha erwartet er einen Gegner, der extrem viele Punkte gesammelt hat und deshalb vor Selbstvertrauen strotzen wird. Das Team von Pal Dardai hat sich von Woche zu Woche im eigenen Ballbesitz verbessert, agiert mit hochstehenden Außenverteidigern und gefährlichen Angreifern. „Sie werden versuchen, ihre Chance zu nutzen, doch wir werden darauf vorbereitet sein“, meint Tuchel.

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