30.000-Euro-Urteil gegen Dortmund

BVB und Schalke appellieren vor Revierderby an alle Fans

+

DORTMUND - Vor dem 144. Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 am kommenden Dienstag (20 Uhr) haben die beiden Bundesligisten gemeinsam mit der Gewerkschaft der Polizei (GdP) einen Appell an die Fans beider Lager gerichtet und für ein friedliches Fußballfest geworben. Unterdessen hat das DFB-Sportgericht den BVB wegen Fan-Ausschreitungen verurteilt.

Lesen Sie zum Thema:

- Revierderby wirft Schatten voraus: Bundespolizei geht in die Informations-Offensive

- Watzke: Fußball-Randalierer in den Knast schicken

- Polizei-Offensive für Fans

- Letzte Chance: Trennung der Schalke- und BVB-Fans

- Polizei ermittelt nach Derby-Krawallen dutzende Täter

"Der Fußball gehört den Fans, nicht den Gewalttätern", wurde nach den negativen Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit als Motto für das Spitzenspiel zwischen den Erzrivalen ausgerufen, bei dem rund 3000 Sicherheitskräfte eingesetzt werden sollen.

"Wir werden an diesem Tag ein großes Fußballfest erleben. Die Randale und Entgleisungen einiger weniger Fan-Gruppierungen in der jüngsten Vergangenheit werden aber auch dazu führen, dass es an diesem Tag zu einem der größten Polizeieinsätze kommen wird, den es je bei einem Bundesligaspiel in NRW gegeben hat. Im Stadion, an den Zugängen und im Stadionumfeld wird zudem eine Großzahl von Ordnern anwesend sein", heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der beiden Klubs und der GdP.

Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass die erhöhte Präsenz der Polizei und der Ordnungsdienste ausschließlich dem Schutz der Stadionbesucher und der Dortmunder Bevölkerung diene: "Denn niemand will erneut die Bilder sehen, wie wir sie alle noch vor Augen haben: verletzte Zuschauer, verletzte Polizisten, zerstörte Sicherheitsabtrennungen, als Wurfgeschoss benutzte Pyros, gewalttätige Auseinandersetzungen mitten in der Innenstadt."

Deshalb hoffen sowohl die der BVB als auch Schalke und die Polizei, dass sich diesmal alle Besucher friedlich verhalten und sich von den Krawallmachern und von allen, die vor Gewalt nicht zurückschrecken, distanzieren: "Bieten Sie denen kein Forum und keinen anonymen Rückzugsraum, die das tolle Revierderby nur als Bühne für gewalttätige Auseinandersetzungen missbrauchen wollen. Wir wollen alle, dass die Besucher des Revierderbys sicher zum Spiel hin und wieder nach Hause zurückkommen."

Bei der An- und Abreise müssen die Fans aus Sicherheitsgründen mit Verzögerungen rechnen. Kurzfristig kann es am Dortmunder Hauptbahnhof und anderen Knotenpunkten zu Engpässen kommen, wie die Polizei mitteilte. Einige Zugangswege und Parkplätze werden für die Schalke-Fans freigehalten.

Geldstrafe, Auflage und Teilausschluss auf Bewährung für BVB

Borussia Dortmund kommt das Fehlverhalten einiger seiner Fans teuer zu stehen. Das Sportgericht des DFB verurteilte den BVB wegen Zuschauer-Vorkommnissen zu einer Geldstrafe in Höhe von 30.000 Euro. Zudem wird den Westfalen auferlegt, im Hinblick auf das Revierderby gegen Schalke 04 am Dienstag weitere 30.000 Euro für Projekte und Maßnahmen zur Gewaltprävention aufzuwenden.

Fakten zum Revierderby:

Die Polizei erwartet rund 1000 gewaltbereite Fußball-Anhänger, je 500 von Borussia Dortmund und Schalke 04. Polizei und Bundespolizei wollen zusammen 3000 Beamte einsetzen, um die Fangruppen schon bei der Anreise zu trennen. Der BVB setzt zudem 1000 Ordner ein. Im Vorfeld hat die Polizei 90 besonders auffällig gewordene Anhänger mit einem Betretungsverbot der Stadt und Meldeauflagen belegt. 400 Anhänger unterliegen zudem einem Stadionverbot. - dpa

Darüber hinaus muss Dortmund ein Meisterschafts-Heimspiel unter teilweisem Ausschluss der Öffentlichkeit austragen und sämtliche Stehplatzbereiche seiner Anhänger auf der Südtribüne schließen. Die Vollstreckung wird allerdings für sieben Monate zur Bewährung ausgesetzt.

Das heißt, dass der Teilausschluss der Zuschauer nur dann erfolgt, wenn es innerhalb der Bewährungszeit zu einem schwerwiegenden Wiederholungsfall kommt. Der Verein hat dem Urteil zugestimmt, es ist damit rechtskräftig.

Insbesondere im Rahmen des Derbys bei Schalke 04 am 26. Oktober 2013 war es vermehrt zu unschönen Zwischenfällen mit Beteiligung Dortmunder Zuschauern gekommen.  Darüber hinaus waren vor Anpfiff der zweiten Halbzeit des Heimspiels gegen Bayern München am 23. November 2013 Feuerzeuge, Bierbecher und kleine Spraydosen aus dem BVB-Zuschauerbereich in den Münchner Strafraum geworfen worden.

Zudem hatte vor Beginn des Auswärtsspiels beim Hamburger SV am 22. Februar ein Dortmunder Zuschauer während der Schweigeminute für den verstorbenen ehemaligen HSV-Masseur Hermann Rieger eine rechtsradikale Äußerung gerufen. - sid

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare