Abwehr-Riese

Dan-Axel Zagadou ist angekommen bei Borussia Dortmund

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Längst gibt er auch die Richtung vor: Dan-Axel Zagadou hat sich unter Lucien Favre enorm entwickelt.

Unter Lucien Favre hat sich Innenverteidiger Dan-Axel Zagadou zuletzt erheblich gesteigert. Doch Zagadou hatte es nicht immer leicht bei Borussia Dortmund.

Dortmund - Er ist ein Kerl wie ein Baum, 1,96 m groß, über 90 kg schwer. Dan-Axel Zagadou, Abwehrspieler des BV Borussia Dortmund, ist erst 19 Jahre alt, aber schon eine beeindruckende Erscheinung. Seit vielen Wochen auch auf den Plätzen der Fußball-Bundesliga. 

Denn der gebürtige Franzose, dessen Eltern von der Elfenbeinküste stammen, ist inzwischen zu einem der besten Defensivleute des deutschen Oberhauses gereift. Das belegen zumindest die Statistiken eindeutig.

In der Liste der zweikampfstärksten Innenverteidiger der Bundesliga belegt der Dortmunder mit 69,0 Prozent – gleichauf mit dem Münchner Jerome Boateng – den dritten Platz, noch vor den aktuell im Bayern-Deckungszentrum gesetzten Mats Hummels (67,6) und Niklas Süle (67,5). Sogar 73,3 Prozent der direkten Duelle entscheidet Zagadou in der Luft für sich. 

Favre schwärmt von Zagadou

Kein Wunder also, dass BVB-Trainer Lucien Favre in höchsten Tönen vom Dortmunder Abwehr-Talent schwärmt: „Er hat sich fantastisch entwickelt, er antizipiert das Spiel, er hat viele Fortschritte gemacht.“ Sogar im Spielaufbau. Auch dort besticht er mit einer guten Übersicht und enormer Sicherheit. 87,6 Prozent seiner Pässe erreichen den Teamkollegen – ein Top-Wert.

Und neuerdings strahlt Zagadou auch noch Torgefahr aus. Für den BVB traf er zuletzt beim 3:2 gegen Leverkusen und beim 3:2 bei Hertha BSC, zu Beginn der Woche zeichnete er sich als Torschütze des Tages für den 1:0-Sieg der französischen U20-Nationalmannschaft in einem Test im spanischen Pinatar gegen Argentinien verantwortlich. 

Zorc erinnert an das junge Alter

Mit dem sportlichen Rückenwind erwartet Favre noch einiges von seinem Schützling: „Er hat die Qualität, sich weiter zu verbessern, das ist das Wichtigste. Er hat großes Potenzial.“ Und Sportdirektor Michael Zorc verweist auf das Alter Zagadous: „Er ist gerade einmal in seinem ersten Seniorenjahr. Dan ist erst 19 Jahre alt. Das vergisst man, wenn man ihn so sieht.“

Derzeit läuft es beim jungen Verteidiger, der es in Dortmund nicht immer leicht hatte. Im Juli 2017 kam er aus der Nachwuchsakademie des französischen Ausnahmeklubs Paris St. Germain zur Borussia. Ein weiterer Transfercoup von Zorc, der das Talent, das inzwischen einen Marktwert in Höhe von geschätzten 30 Millionen Euro besitzt, ablösefrei anlockte. 

Bewusst für den BVB entschieden

„Ich habe mich ganz bewusst für den BVB entschieden, weil es diesem großen Klub immer wieder gelingt, junge Spieler ins Profiteam zu integrieren und sie auf höchstem Niveau weiterzuentwickeln“, sagte Zagadou nach dem Wechsel. Zorc sah die Verpflichtung perspektivisch: „Wir sind vollkommen überzeugt von seinen Fähigkeiten und freuen uns darauf, ihm dabei zu helfen, seinen nächsten Entwicklungsschritt als BVB-Profi machen zu können.“

Zunächst schien für den Franzosen auch alles nach Plan zu laufen. Schnell kam er unter dem damaligen Trainer Peter Bosz zu seinem Bundesliga-Debüt, allerdings als Linksverteidiger und Ersatz für den damals verletzten Marcel Schmelzer. 

Unter Stöger ohne Bundesliga-Einsatz

„Ich spiele da, wo ich gebraucht werde“, erklärte Zagadou, dessen Stern aber schnell wieder verblasste, als Peter Stöger den glücklosen Bosz im Dezember 2017 ablöste. Unter dem Österreicher absolvierte er nicht ein Bundesligaspiel. Der Riese wurde beim BVB zur traurigen Gestalt, zudem warf ihn ein Muskelbündelriss im März des Jahres 2018 weit zurück.

Im Nachhinein war es für Zagadou ein Glücksfall, dass Favre im vergangenen Sommer die Borussia als Trainer übernahm und ihm einen kompletten Neustart ermöglichte. Endlich ein Fußball-Lehrer, mit dem sich der Abwehrrecke auf Anhieb verstand. Denn auch Favre spricht Französisch. „Das erleichtert mir das Training, die Spiele und auch alles andere. Ich verstehe gut, was der Trainer von mir verlangt“, bestätigt Zagadou. 

Fehler werden Zagadou verziehen

Favre stellt die Kommunikation nicht in den Vordergrund. „Es liegt nicht allein an der Sprache, er versteht den Fußball.“ Und der Coach verzeiht dem Jungprofi auch den einen oder anderen Flüchtigkeitsfehler, der ihm hier und da noch unterläuft. Selbst eine Mittelfußprellung, wegen der er von Anfang Dezember bis Mitte Februar eine Zwangspause einlegen musste, warf ihn nicht entscheidend zurück.

Auch außerhalb des Platzes lebt Zagadou weiter auf. Mit seinen Abwehrkollegen Abdou Diallo, Manuel Akanji und Achraf Hakimi kann er sich in seiner Muttersprache verständigen, was erheblich zur Lebensqualität in Dortmund beiträgt. „Wir haben viel Spaß zusammen und machen viel Unsinn, wir verstehen uns sehr gut“, sagt der Verteidiger, dessen Vertrag noch bis Juni 2022 läuft. 

Sollte sich die positive Entwicklung fortsetzen, dürften kaum Zweifel daran bestehen, dass die Schwarz-Gelben alles daran setzen werden, den Kontrakt zu verlängern.

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