Zehn Jahre bei Borussia Dortmund

"Ich bin der erste, der sagt ..." - Ex-Borusse Subotic nimmt Klubs und Profi-Fußballer in die Pflicht

Die Kritik am Bundesliga-Neustart ist groß. Ex-BVB-Spieler Neven Subotic spricht über Ängste und nimmt die Klubs und Profi-Fußballer in die Pflicht.

  • Wegen des Bundesliga-Neustarts am kommenden Wochenende hagelt es Kritik.
  • Neven Subotic, Legende von Borussia Dortmund, sieht den Neustart ebenfalls kritisch.
  • Der ehemalige BVB-Akteur nimmt seine Kollegen in die Pflicht.

Update vom 12. Mai, 11.31 Uhr: Der Countdown läuft: In vier Tagen rollt der Ball in der Fußball-Bundesliga. Ein gemischtes Gefühl macht sich derweil wohl bei vielen breit. Vorfreude auf den Bundesliga-Neustart und endlich wieder ein wenig Abwechslung einerseits, Unbehagen und ein schlechtes Gewissen wegen der noch immer anhaltenden Coronavirus-Pandemie andererseits. So auch bei Ex-Borusse Neven Subotic. "Ich bin der erste, der sagt, "das kann ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren", sollte nachgewiesen werden, dass es Krankenhäusern an Testkits fehlt, wenn wir Spieler mehrmals wöchentlich auf das Coronavirus getestet werden", sagte Subotic im Interview des Nachrichtenportals t-online.de.

Der Verteidiger nahm dabei zum wiederholten Mal seine Kollegen in die Pflicht. "Ich wünsche mir, dass mehr Fußballer ihr Verhalten hinterfragen und sich ihrer Rolle in der Zivilgesellschaft bewusst werden", so Subotic, merkte aber auch an: "Die Klubs haben kein Interesse daran." Weil es bislang an einem breiten gesellschaftlichen Druck fehle, " um daran wirklich etwas zu verändern und die bisherigen Aktivitäten zu hinterfragen", fügte Subotic an.

Er habe aus vielen persönlichen Gesprächen das Gefühl, "dass auch immer mehr Fans sich eine viel stärkere, wirkungsvollere Verantwortungsübernahme wünschen", sagte Subotic: "Ich wünsche mir, dass wir diese auch gemeinsam viel stärker und ehrlicher wahrnehmen." Der langjährige Profi des BVB, der sich aktuell auf das Derby gegen Schalke 04 vorbereitet, ist sich sicher: "Der jährliche Pflichttermin im Krankenhaus reicht nicht aus, um den Blick der Spieler zu schärfen."

Neven Subotic mit deutlicher Kritik vor dem Bundesliga-Neustart und über Ängste

Hamm - In sechs Tagen rollt er wieder, der Ball in der Fußball-Bundesliga. Während sich die Spieler, Trainer und Betreuer unter Berücksichtigung des Hygiene-Konzepts der DFL vor dem Neustart ins Quarantäne-Trainingslager begeben, hagelt es Kritik von allen Seiten. Der deutsche Profi-Fußball würde eine Sonderrolle einnehmen, heißt es hier. Der Bundesliga-Neustart sei das falsche Zeichen in Zeiten der Coronavirus-Krise, heißt es dort. Nun hat sich ein Profi ebenfalls kritisch geäußert: BVB-Legende Neven Subotic.

Zwar habe die Liga unter den gegebenen Umständen der Coronavirus-Krise das Beste gemacht, betont Subotic in einem Gespräch mit dem britischen Sender BBC. Dabei sei allerdings eine gewisse Richtung eingeschlagen worden. "Der finanzielle Aspekt wurde hervorgehoben", sagte der für gesellschaftskritische Ansichten bekannte 31-Jährige. "Ich traue mir nicht zu, das Konzept zu bewerten, dafür habe nicht die Kompetenz. Es wurde politisch bewertet und bewilligt, ich denke und hoffe, dass dies nicht passiert wäre, wenn es größere Lücken gäbe."

Neven Subotic: Ex-BVB-Profi kritisiert Vorgehen beim Bundesliga-Neustart

Zehn Jahre lang trug Subotic das Trikot von Borussia Dortmund. Am kommenden Wochenende jedoch steht Subotic für Union Berlin auf dem Rasen. Zu früh, wie Subotic findet. Einfluss auf die Entscheidung, den Ball bereits im Mai wieder rollen zu lassen, hatten der ehemalige Profi des BVB und seine Mitspieler jedoch nicht. "Damit man das auch weiß: Wir als Spieler in Deutschland wurden informiert, nachdem alle Entscheidungen gefallen sind über den weiteren Verlauf", stellt Subotic beim Deutschlandfunk heraus, dass er vor vollendete Tatsachen gestellt wurde. "Wir haben keinen Sitz am Tisch, wir wurden nicht konsultiert."

Die Kritik des ehemaligen Borussen ist deutlich. Die Vorfreude auf die verbleibenden neun Spieltage hält sich in Grenzen. Am Samstag trifft Subotic mit seinen Berlinern auf den deutschen Rekordmeister FC Bayern. Der sportliche Wettbewerb gerät dennoch wohl zur Nebensache. Eine "gewisse Grundangst" vor einer Infektion mit dem Coronavirus sei vorhanden, betont Subotic. "Entsprechend versuche ich mich auch zu verhalten und nehme die ganzen Sicherheitsvorkehrungen und -maßnahmen an. Ich nutze diese, um mich abzusichern. Jetzt wird das Risiko mit Sicherheit erhöht durch den Körperkontakt", so die BVB-Legende.

sven/dpa

Rubriklistenbild: © dpa / picture alliance

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