Auf der Nordtribüne

Corona-Behandlungszentrum im Signal-Iduna-Park: Leitender Arzt über Patienten, Wartezeiten und den BVB

Seit dem vergangenen Samstag hat das Corona-Behandlungszentrum im Dortmunder Signal-Iduna-Park geöffnet. Der Erfahrungsbericht des leitenden Arztes.

  • Neben dem 'digitalen Spieltag' setzt sich der BVB weiter im Kampf gegen das Coronavirus ein.
  • Der BVB ab Samstag den Signa-Iduna-Park als Corona-Behandlungszentrum zur Verfügung.
  • Ein leitender Arzt im Behandlungszentrum hat sich nun geäußert.

Update vom 9. April, 15.43 Uhr: Seit dem vergangenen Samstag das  Corona-Behandlungszentrum im Dortmunder Signal Iduna Park geöffnet. Der leitende Arzt Lars Rettstadt hat in einem Podcast des BVB ein erstes Fazit gezogen: "Wir werden sehr gut angenommen. Es kommen jeden Tag um die 70 Patienten, die wir untersuchen. Bei den meisten von den Patienten machen wir auch einen Abstrich."

Für Rettstadt ist die Dortmunder Nordtribüne kein unbekanntes Terrain. Regelmäßig besucht der BVB-Fan das Stadion. Auch am vergangenen Samstag wäre er mit einem Freund vor Ort gewesen, um sich das Duell mit dem FC Bayern live anzuschauen. "Wir hätten uns den Sieg des BVB angeguckt", so Rettstadt.

Corona-Behandlungszentrum Dortmund: Arzt über Patienten und Wartezeiten

Mit einem Bundesligaspiel hat die Stimmung im Behandlungszentrum nichts mehr zu tun, dennoch herrscht keine Endzeit-Atmosphäre. "Dadurch, dass wir im Signal-Iduna-Park sind und sehr viel Raum und Platz haben, ist es eine sehr entspannte Atmosphäre", so Rettstadt. "Die große Zahl der Patienten ist auch nett, freundlich, entspannt und auch dankbar, dass sie eine Anlaufstelle haben."

Auffällig: Es sind deutlich weniger Kinder, die das Corona-Behandlungszentrum im Signal-Iduna-Park besuchen, wie Rettstadt berichtet. Grundsätzlich jedoch sei es ein Querschnitt durch die Bevölkerung, im Alter von "15 bis 85", so der leitende Arzt. 

Wartezeiten im Signal-Iduna-Park können nicht genau bestimmt werden

Eine genaue Wartezeit wollte Rettstadt nicht bestimmen, zu abhängig sei diese von der Beanspruchung der Ressourcen. "Wir hatten gestern beispielsweise Wartezeiten bis zu zwei Stunden gehabt, weil 20 Leute gleichzeitig gekommen sind. Im Schnitt dauert es eine Stunde, eineinhalb vielleicht", sagte Rettstadt, der sich trotz des vermeintlich herkömmlichen Alltags eines Arztes in eine besonderen Situation sieht - nicht nur aufgrund der speziellen Schutzkleidung, die er tragen muss.

Diese besteht nämlich aus einem Anzug, einer Brille und einer Maske. "Unter dem Schutzanzug wird es manchmal ein bisschen warm oder die Nase juckt", so Rettstadt. "Das Wichtigste bei der ganzen Geschichte ist, dass das medizinische Fachpersonal nicht infiziert wird, damit wir unsere Arbeit tun können."

Der BVB hat bereits mit dem 'digitalen Spieltag' oder der von Kapitän Marco Reus ins Leben gerufenen Aktion 'Help your Hometown' ein Zeichen gesetzt.

Coronavirus: BVB stellt Stadion als Behandlungszentrum zur Verfügung

Dortmund - Borussia Dortmund setzt ein weiteres Zeichen im Kampf gegen das Coronavirus. Ab dem kommenden Samstag steht der Bereich der Nordtribüne des Signal-Iduna-Parks als Corona-Behandlungszentrum zur Verfügung. Die Versorgung von Coronavirus-Verdachtsfällen sowie Patienten mit entsprechenden Beschwerden stehe ab sofort im Mittelpunkt, heißt es in der Pressemitteilung des BVB.  

"Der BVB hat das Areal gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) eigens umgebaut", heißt es weiter. Demnach befinde sich das Corona-Behandlungszentrum im vierten Stock der Nordtribüne, für genügend Parkplätze an der Strobelallee wurde vorgesorgt. Dabei handelt es sich ausschließlich um eine ambulante Versorgung, die sich an diejenigen Patienten, die einen Verdacht auf eine COVID-19-Infektion sowie behandlungsbedürftige Beschwerden aufweisen.

"Im Behandlungszentrum wird die Schwere der Erkrankung ärztlich eingeschätzt und entschieden, ob die Patienten weiter ambulant betreut werden können oder in eine Klinik eingewiesen werden müssen", heißt es in der Pressemitteilung weiter. "Ebenso sollen die Patienten hier notwendige Rezepte für ihre Medikamente und gegebenenfalls Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen erhalten."

Rubriklistenbild: © dpa / picture alliance

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