BVB verstärkt im Fokus - Klopp verspricht Trotzreaktion

Jürgen Klopp

DORTMUND - Borussia Dortmund will im Achtelfinal-Hinspiel am Mittwoch bei Schachtjor Donezk in der Champions League weiter ungeschlagen bleiben. Doch eine große Portion Ungewissheit begleitete den deutschen Meister auf die Reise in die Ukraine.

Jürgen Klopp fiel das Lächeln noch schwer, als sich der Tross von Borussia Dortmund ins 2200 Kilometer entfernte Donezk aufmachte. Der Stachel der 1:4-Heimpleite gegen den Hamburger SV saß noch tief. Dennoch ist der Trainer des deutschen Meisters von einer Trotzreaktion seiner Youngster im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF und Sky) beim ukrainischen Double-Sieger Schachtjor Donezk überzeugt.

"Es wird eine große Herausforderung für uns. Wichtig ist, dass wir in der Defensive wenig zulassen", sagte Klopp kurz vor dem Abflug. Der BVB-Coach weiß aber, dass "es schwer wird gegen die Mischung aus Erfahrung, Spielfreude und Qualität" der ukrainischen Offensive. "Ich habe gehört, Donzek will die Champions League gewinnen. Sie sind sicherlich nicht chancenlos, aber vorher müssen sie uns aus dem Weg räumen." Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke stellte klar: "Eine Spitzenmannschaft muss mit Rückschlägen leben können, und wir wollen ja eine sein."

Personell kann Dortmund vor dem Gastspiel in der schmucken Donbass Arena in Donezk (51.000 Zuschauer), im vergangenen Sommer Spielstätte der EURO 2012, etwas aufatmen. Nationalspieler Marcel Schmelzer ist einsatzbereit. "Schmelle kann spielen", sagte Klopp: "Es war gestern nur ein kurzer Schock". Schmelzer hatte das Training am Montag wegen einer Fußverletzung abbrechen müssen.

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Der von einer Muskelverletzung genesene Neven Subotic steht vor seinem ersten Einsatz in der Rückrunde. Kevin Großkreutz fehlt jedoch wegen des Verdachts auf eine Lungenentzündung ebenso wie Ilkay Gündogan, dessen geschwollener Zeh trotz aller Bemühungen der Mediziner einen Einsatz verhindert. Kein gutes Omen für den BVB, denn immer, wenn der Mittelfeldstratege in dieser Saison nicht in der Startelf stand, konnte der BVB nicht gewinnen - das war sechsmal der Fall.

Nach der bravourös absolvierten Pflicht mit Siegen über Real Madrid und Manchester City in der Gruppenphase, steht der BVB nunmehr verstärkt im Fokus. Von zahlreichen Experten bereits zum Geheimfavoriten auf den Titel erkoren, wollen die Borussen in der Königsklasse erstmals seit 15 Jahren (1997/98) und zum insgesamt vierten Mal in die Runde der letzten Acht einziehen. Dazu bedarf es jedoch einer guten Ausgangsposition für das Rückspiel am 5. März. Watzke, ansonsten Berufspessimist, ist überzeugt: "Wenn wir unseren Fußball spielen und durchziehen, dann bin ich zuversichtlich, das wir das Viertelfinale erreichen." Doch gewohnte Qualitäten ließ der BVB ausgerechnet bei seiner Generalprobe am vergangenen Samstag schmerzlich vermissen.

Das Debakel gegen den HSV wurde ausgiebig aufgearbeitet, alle Fehler akribisch analysiert. Denn Klopp weiß nach dem Studium des Gegners nur zu genau: Kleinste Fehler seiner Abwehr würden die brasilianischen Ballzauberer in Reihen des UEFA-Cup-Siegers von 2009 sofort bestrafen. Klub-Chef Watzke glaubt an eine Reaktion der Mannschaft - so wie zum Beispiel im Oktober, als dem blamablen Auftritt im Revierderby gegen Schalke 04 (1:2) ein grandioser 2:1-Triumph über Real Madrid folgte.

Gegner Donzek plant in dieser Saison den Großangriff auf Europas-Eliteklubs. Der vom Oligarchen Rinat Achmetow, dem reichsten Ukrainer, finanzierte Klub, will wie schon vor zwei Jahren ins Viertelfinale einziehen. Bereits in der Gruppenphase überraschte Donezk mit Platz zwei vor dem punktgleichen FC Chelsea und hinter Italiens Rekordmeister Juventus Turin, der dem Klub aus der Bergbauregion mit dem 1:0 die einzige Niederlage zufügte. "Wir im Klub sind entschlossen, in dieser Saison das Maximum herauszuholen. In der Champions League zielen wir darauf ab, jedes noch verbleibende Spiel zu gewinnen", sagte Mittelfeldspieler Henrich Mchitarjan, mit 20 Toren in den bisherigen 18 Punktspielen bester Torschütze von Schachtjor. Doch auch er bestritt seit Anfang Dezember kein Spiel mehr. Denn es ist Winterpause in der ukrainischen Premier League (bis 1. März). Somit steht Schachtjor ein Kaltstart in die Champions League bevor, was dem BVB in die Karten spielen könnte. - sid

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