Mit positiven Eindrücken nach Liverpool

Tuchel nach Revierderby auf Schalke: „Viele gute Dinge gesehen“

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Gelsenkirchen - Nein, mit hängenden Köpfen schlichen die Dortmunder nach dem 2:2 im 148. Pflichtspiel-Derby nicht aus der Schalker Arena. Und die Frage, ob die Meisterschaft jetzt endgültig zu Gunsten der Münchner Bayern entschieden sei, kommentierte Thomas Tuchel nur mit einem süffisanten Lächeln.

Angesichts der Dominanz des Rekordmeisters wollte der BVB-Trainer nicht von einer wirklichen Verfolgungsjagd sprechen. „Die Münchner legen wegen unserer vielen Sonntagsspiele schon seit Wochen immer am Samstag vor. Ich hätte es gerne gesehen, wenn wir mal hätten vorlegen und die Bayern mit einem Zwei-Punkte-Rückstand unter Druck setzen können.“

Schon mit der Aufstellung demonstrierte Tuchel ganz deutlich, dass das Viertelfinal-Rückspiel beim FC Liverpool am kommenden Donnerstag (21.05/live auf Sport 1) absolute Priorität genießt. Er nahm gleich acht Änderungen in der Startformation vor. Tuchel wollte mit der Extrem-Rotation „Lust, Frische und Körperlichkeit“ in das Derby bringen. Und besaß so natürlich die Möglichkeit, enorme Offensiv-Qualität einwechseln zu können, was mit der Hereinnahme von Henrikh Mkhitaryan sowie später noch Ilkay Gündogan und Pierre-Emerick Aubameyang auch passierte. „Wir haben in dieser Zusammensetzung hundertprozentig an die Mannschaft geglaubt“, beteuerte Tuchel.

„Zweimal sehr schlecht verteidigt“

Unterstützung erhielt er vom eigenen Sportdirektor. „Wir haben mit Abstand die meisten Pflichtspiele aller Bundesliga-Vereine absolviert. Der Trainer hat die Leute gebracht, von denen er überzeugt war, dass sie frisch in das Derby gehen würden“, verteidigte Michael Zorc die personellen Maßnahmen und das Ergebnis. „Wir haben immerhin bei Schalke 04, das um einen Platz in der Champions League kämpft, 2:2 gespielt. Es ist natürlich schade, dass wir zweimal so schnell eine Führung hergeschenkt haben.“ Was auch BVB-Mittelfeldspieler Nuri Sahin wurmte: „Da haben wir zweimal sehr schlecht verteidigt. Das können wir besser machen“, erklärte der türkische Nationalspieler, der die gravierenden personellen Veränderung aber nicht als Ursache ausmachen wollte. „Wir haben immer noch genug erfahrene Bundesligaspieler auf dem Platz gehabt.“

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Wichtig für die Borussia war, dass sie mit Blick auf die Aufgabe in Liverpool keine gravierende Verletzungen zu beklagen hatte. Lediglich Torschütze Matthias Ginter musste nach einem Ellbogenschlag von Younes Belhanda eine Platzwunde am Mundwinkel getackert werden. Immerhin hatte Ginter aber vorher per Kopfball das 1:2 erzielte, erwies sich damit als Derby-Experte. Schon beim 3:2-Erfolg der Borussia im Hinspiel hatte er per Kopf getroffen.

„Viele gute Dinge gesehen“

Und schließlich nahm auch Tuchel positive Eindrücke mit in die Vorbereitung auf die Aufgabe in Liverpool. „Wir haben viele gute Dinge gesehen. Es war ein intensives Spiel, und es war okay.“ Froh war Tuchel auch darüber, dass Ilkay Gündogan erstmals nach der fünfwöchigen Verletzungspause in den letzten 17 Minuten auf dem Feld stand. Somit könnte er durchaus eine Option für die Anfield Road werden. Erfreuliche Ansätze zeigte zudem der erst 17-jährige Christian Pulisic. „Er hat eine gute Leistung gezeigt“, lobte Tuchel den Amerikaner.

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