Vor der Partie in Leverkusen

Bosz und die Suche nach Stabilität

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BVB-Trainer Peter Bosz (zweiter von rechts) beobachtet das Training.

Das Training war gut, die Alternativen sind groß. Deshalb könnte Peter Bosz für die Partie der Borussen bei Bayer Leverkusen die Abwehr umbauen und für mehr Stabilität sorgen.

Dortmund - Es war der einzige Strohhalm, an den sich Peter Bosz klammern konnte. Der Trainer von Borussia Dortmund lobte das Training vor dem Auswärtsspiel bei Bayer 04 Leverkusen am Samstag (ab 15.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker). „Das war sehr wichtig. Wir hatten die Möglichkeit, richtig gut zu trainieren. Auch die Qualität war hoch und die Einstellung passte“, lobte der Niederländer seine krisengeplagte Mannschaft. 

Positiv stimmte ihn außerdem, dass er den Fokus der gesamten Woche auf die schwierige Aufgabe bei den Rheinländern legen konnte. Keine Champions-League- oder Pokalpartie in der Woche störte die Vorbereitung auf die Begegnung beim direkten Verfolger. 

Der Wille ist zu spüren

Zwar sprang nach der letzten Nicht-englischen-Woche eine 1:2-Niederlage beim VfB Stuttgart heraus, doch das erwähnte Bosz mit keiner Silbe. „Es war gut, die Spieler bei uns zu haben“, berichtete er stattdessen. Auch die Profis, die sich zuletzt mit nur wenigen Einsatzzeiten begnügen mussten, hätten ihm gezeigt, dass sie spielen wollen. 

Einer, der nicht zum Zug gekommen war, ist Neven Subotic. Gerade einmal in der Partie bei Eintracht Frankfurt (2:2) durfte er ran und lieferte eine solide Vorstellung ab. Der Innenverteidiger könnte beim Gastspiel in Leverkusen erneut zu einem stabilisierenden Anker werden. 

Gefahrenquelle Defensive

Denn mit Ausnahme des gesetzten Sokratis gelang es keinem Spieler, sich nachhaltig für weitere Aufgaben zu empfehlen. Ömer Toprak, im Sommer für zwölf Millionen von Bayer zum BVB gewechselt, agiert zu inkonsequent im Zweikampf und war so schon an mehreren Gegentoren direkt beteiligt. Ein miserables Auftreten des erfahrenen Defensivspielers bislang. 

Marc Bartra ist im Augenblick völlig von der Rolle, die Slapstick-Einlage im Spiel beim VfB Stuttgart ist nur ein Beispiel. Und der im Derby gegen den S04 eingewechselte Dan-Axel Zagadou schaffte es in sieben Minuten, die Dortmunder Abwehr völlig zu destabilisieren. 

Bosz schwärmt von Leverkusen

Und auf eine stabile Defensive könnte es in Leverkusen ankommen, jedenfalls nach Meinung von Bosz. Denn das Team von Bayer-Trainer und Ex-Borussen Heiko Herrlich ist für ihn „fußballerisch eine der besten Mannschaften der Bundesliga.“ 

Der 53-Jährige analysiert weiter: „Sie haben gute Spieler, vor allem im Angriff. Sie agieren mutig nach vorne. Ich sehe sie gerne spielen“, schwärmte er. Die Zahlen belegen seine Ausführungen: Mit 26 Toren ist der Leverkusener Sturm nach den Dortmunder- (33) und Bayern-Angriff (31) der drittgefährlichste der Liga. 

Der Druck wächst

Sollten die Hausherren auch am Samstag ihre hochkarätige Offensive um Nationalspieler Julian Brandt, dem flinken Leon Bailey und dem formstarken Kevin Volland in Szene setzen und einen Dreier einfahren, wird es für Bosz immer enger. 

Ob Armin Veh oder Bruno Labbadia: Die Dortmunder Führungsetage um Sportdirektor Michael Zorc käme wohl nicht umhin, für einen neuen Impuls auf der Trainerbank zu sorgen und zumindest einen Coach für den Übergang zu verpflichten. Doch für Bosz ist es nicht die größte Drucksituation seiner Karriere. 

Nicht die schlimmste Situation

„Ich war schon bei kleinen Vereinen, da ging es gegen den Abstieg. Damit waren Arbeitsplätze verbunden. Das war schlimmer“, gibt er einen Einblick in sein Seelenleben.

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