Vor dem Derby

BVB-Trainer Bosz und das Schicksalsspiel gegen Schalke

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Steht gehörig unter Druck: BVB-Trainer Peter Bosz.

Dortmunds Trainer Peter Bosz weiß, dass es im Derby gegen den S04 bereits um seinen Arbeitsplatz gehen könnte. Doch seine Ansätze für einen Sieg sind überschaubar.

Dortmund - Peter Bosz hat schon angenehmere Geburtstagsabende erlebt. Und dann musste sich der jetzt 54-jährige Trainer des BV Borussia Dortmund nach der 1:2 (1:0)-Pleite gegen Tottenham Hotspur und dem endgültigen K.o. in der Champions League auch noch die Frage gefallen lassen, ob das Bundesliga-Derby am Samstag (15.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) gegen den FC Schalke 04 für ihn persönlich zu einem Schicksalsspiel, einer Partie mit Finalcharakter werden wird. 

Erstaunlich, wie besonnen und nahezu emotionslos Bosz die immer größer werdende Kritik an seiner Arbeit hinnimmt, dabei aber teilweise ratlos wirkt. 

Bosz weiß um seine Situation

„Wenn man bei einem so großen Verein wie Borussia Dortmund arbeitet und die Ergebnisse nicht stimmen, dann ist das schwierig“, erklärte der Niederländer. „Wir müssen gegen Schalke unbedingt gewinnen, auch wegen meiner Position.“ 

Inzwischen wird sogar der physische Zustand der Mannschaft, die in den vergangenen Wochen nach gutem Beginn regelmäßig in der zweiten Halbzeit einbrach, in Frage gestellt. Was der Coach aber vehement bestritt. „Die Spieler sind fit. Solche individuellen Fehler dürfen uns auf unserem Niveau nicht passieren. Uns fehlt einfach das Selbstvertrauen. Wenn man so lange nicht gewinnt, ist das logisch.“ 

Ratlosigkeit und Resignation

Bestätigt wurde er in seiner Aussage von Marcel Schmelzer. „Wir müssen möglichst schnell die Fehler abstellen. Wenn du ständig einen auf den Deckel bekommst, dann ist das nicht einfach.“ 

Ratlosigkeit oder fast schon Resignation ist das Schlimmste, was einem so ambitionierten Verein wie dem BV Borussia Dortmund passieren kann. Schlechte Voraussetzung also, um ausgerechnet am Wochenende im Revierschlager die Trendwende einzuleiten. 

Aubameyang trifft und flüchtet

Immerhin hatte Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang gegen die Spurs nach fünf erfolglosen Spielen wieder getroffen. Dennoch verließ er nach dem Schlusspfiff frustriert und fluchtartig das Stadion. 

Die Luft für Bosz wird nach Niederlage gegen Spurs dünner

Denn das 1:0 (19.) war zu wenig, Tottenham sicherte sich nach groben Abwehrpatzern des Bundesligisten durch Treffer von Harry Kane (49.) und Heung-Min Son (76.) den vorzeitigen Gruppensieg. Für die Dortmunder geht es am 6. Dezember im Fernduell mit dem punktgleichen Team von APOEL Nikosia bei Real Madrid nur noch um die Europa League. Und für Peter Bosz am Samstag gegen die Schalker vor allem um die berufliche Zukunft. 

Jahreshauptversammlung mit Chaos-Potential

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc werden sich in den nächsten Tagen nach fünf sieglosen Begegnungen intensiv Gedanken darüber machen müssen, welche konkreten Maßnahmen sie im Falle einer Derby-Pleite ergreifen werden, um nicht alle Saisonziele vorzeitig aus den Augen zu verlieren. Schließlich steht am Sonntag nach dem Revierschlager ab 11 Uhr in der Westfalenhalle 3b die Jahreshauptversammlung auf dem Programm. 

Dort könnte es dann nicht nur für Mannschaft und Trainer, sondern auch für die Vereins-Verantwortlichen sehr unangenehm werden. Immerhin überraschte Bosz in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch mit der Aussage, dass das Derby zur rechten Zeit käme. 

Castro ist ratlos

„Da brauchen wir keinen Psychologen oder Mentaltrainer. Alle wissen, worum es am Samstag geht“, beteuerte der Coach. Eine Aussage, die er allerdings schon vor Wochen vor der Heimniederlage gegen die Münchner Bayern verbreitete. Der aktuelle Zustand der Mannschaft sorgt unter den BVB-Fans für wenig Zuversicht. 

„Man sieht, dass uns einfach ein Erfolgserlebnis fehlt. Die letzten Wochen sind nicht spurlos an uns vorbeigegangen. Wenn wir wüssten, was los ist, hätten wir es längst repariert“, erklärte Mittelfeldspieler Gonzalo Castro. 

Derby als Chance

Doch der Ex-Nationalspieler erkannte zumindest einen Funken Hoffnung: „Der Druck vor dem Derby ist jetzt natürlich groß, aber wenn wir das Spiel gegen Schalke gewinnen, dann ist die Leidenszeit der vergangenen Wochen auch schnell vorbei.“

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