Heute gegen Augsburg unter Druck

BVB-Coach Jürgen Klopp warnt vor "hoher Qualität"

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Augsburgs Abdul Rahman Baba (links) und Dortmunds Henrikh Mkhitaryan kämpfen im Hinspiel um den Ball

DORTMUND - BVB-Trainer Jürgen Klopp erwartet vor dem Spiel gegen den FC Augsburg höchste Konzentration von seinem Team. Es gehe darum, eine defensiv starke Leistung zu zeigen und schnell einen Nicht-Abstiegsplatz zu erreichen.

Von Patrick Droste

Die wagemutigen Siedler, die Anfang des 19. Jahrhunderts gen Westen zogen, um die noch unentdeckten Weiten der USA zu erschließen, griffen oftmals auf diese Taktik zurück: Sie stellten im Falle eines Indianer-Angriffs ihre Planwagen in einem Kreis auf und hofften, die Attacke des Gegners auf diese Weise zu überleben. Mal funktionierte dies, mal nahm es aber auch ein bitterböses Ende.

Jürgen Klopp, Trainer von Borussia Dortmund, greift jetzt im Kampf um den Klassenerhalt in der Bundesliga auf eine ähnliche Taktik zurück. „Wir müssen eine Wagenburg um uns herum aufbauen“, sagte der Coach vor dem Bundesliga-Heimspiel heute Abend gegen den FC Augsburg (20 Uhr/Sky) – und schob auch gleich die Erklärung hinterher: „Wir müssen uns von so vielen äußeren Einflüssen frei machen wie möglich.“

Die ganze Konzentration in den kommenden Wochen soll also einzig und alleine der Aufgabe gelten, den BVB in der 1. Liga zu halten und so schnell es geht den letzten Platz zu verlassen.

Der ersten Schritt in diese Richtung soll gegen den Tabellenvierten, der von genau 909 Fans begleitet wird, gemacht werden – auch wenn diese Hürde alles andere als eine kleine ist. „Die Augsburger sind selbstbewusst, werden ein starker Gegner sein und verfügen über eine hohe Qualität, die sind richtig auf Fußball gebürstet“, meinte Klopp, der sich gegen das breit angelegte Spiel der Gäste auch schon die richtige Taktik parat gelegt hat: „Wir müssen in großen Räumen geschickt verteidigen.“

Defensiv nötige Bereitschaft zeigen

Aber der Dortmunder Fußball-Lehrer warnt nicht nur vor dem FCA, sondern auch vor einem zu hohen Selbstwertgefühl und Selbstverständnis: „Wir stehen unten, Augsburg oben. Von diesem wir-sind-immer-noch-Borussia-Dortmund-Denken – ich hoffe, davon haben wir uns in den vergangenen Wochen verabschiedet.“

Dass die Mannschaft den Ernst der Lage erkannt hat und gewillt ist, in der Defensive die nötige Bereitschaft einzubringen, hat sie beim 0:0 in Leverkusen gezeigt – glaubt Klopp. Und beteuern die Spieler. „Wir sind uns der Verantwortung bewusst und spielen den Fußball, der in der jetzigen Situation angebracht ist“, betonte Torwart Roman Weidenfeller.

„Jetzt geht es darum, den Punktgewinn bei Bayer mit einem Sieg gegen Augsburg zu veredeln.“ Doch nur auf den Kampf und auf eine destruktive Spielweise wie in Leverkusen will sich Klopp nicht verlassen – und dies soll auch nicht das Allheilmittel im Kampf gegen den Abstieg sein. „Wir sind nicht in der Position, um etwas zu probieren. Es geht darum, mit jeder Maßnahme, die erlaubt ist, Punkte zu holen“, erläutert er.

Schnell Nicht-Abstiegsplatz erbeuten

„Keiner muss sich sorgen, dass wir uns hinten reinstellen und nur Weitschießen trainiert haben. Aber unter Druck muss eine Mannschaft wie wir die klaren Aktion wählen. Wir sind jedenfalls alle bereit für die kleinen und wichtigen Schritte.“ Auch die nordamerikanischen Siedler haben es bekanntermaßen – trotz einiger brutaler Rückschläge – am Ende geschafft, Schritt für Schritt den Westen der USA zu erobern. So wie Klopp in den kommenden Wochen einen Nicht-Abstiegsplatz erbeuten will.

Trotz des derzeitigen Höhenflugs des FC Augsburg hält Trainer Markus Weinzierl vor dem Gastspiel in Dortmund übrigens an der eigenen Außenseiterrolle fest.„Das ist eine kuriose Situation“, sagte der Coach und erklärte: „Es spielt der Tabellenfünfte beim 18., und der 18. ist in diesem Spiel sicherlich der Favorit.“

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