Jürgen Klopps Hoffnung

Wäre extrem cool, wenn alles ruhig bleiben würde

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Einsatz fraglich: Marco Reus hat vor dem Derby noch Trainingsrückstand.

DORTMUND - Bereits zum 144. Mal treffen heute um 20 Uhr (live bei Sky) in Dortmund vor mit 80.645 Zuschauern ausverkauftem Haus der BV Borussia und der FC Schalke 04 im Revierschlager aufeinander. Und das wird, so prophezeit Jürgen Klopp, "kein Kindergeburtstag".

Von Peter Schwennecker

"In keinem anderen Spiel wird die Wichtigkeit des Fußballs so unterstrichen wie in diesem Derby", betont der BVB-Trainer, der wie alle Beteiligten beider Vereine diesmal nur einen großen Wunsch hat: "Es treffen zwei gute Fußball-Mannschaften aufeinander, die sich auf dem Platz sportlich sehr intensiv messen werden. Es wäre aber extrem cool, wenn dabei draußen alles ruhig bleiben würde."

Die Fakten zum Derby

Es fehlen:

Dortmund: Schmelzer (Muskelfaserriss), Subotic (Kreuzbandriss), S. Bender (Schambeinentzündung), Blaszczykowski (Kreuzbandriss), Gündogan (Nerv im Rücken entzündet)

Schalke: Aogo (Kreuzbandriss), Felipe Santana (Faserriss), Fuchs (Meniskus-OP), Höwedes (Muskelbündelriss), Kirchhoff (Syndesmoseriss), K. Papadopoulos (Muskelprobleme), Uchida (Sehnenverletzung), Clemens (Schambeinentzündung), Höger (Kreuzbandriss), Farfan (Kniereizung)

Bilanz insgesamt:

30 – 24 – 29 (129:119 Tore)

Heimbilanz:

18 – 12 – 11 (72:46 Tore)

Auswärtsbilanz:

12 – 12 – 18 (57:73 Tore)

Schiedsrichter:

Florian Meyer (Burgdorf)

Trotz des 3:1-Hinspielerfolges in der Arena auf Schalke denkt der Dortmunder Fußball-Lehrer nur ungern an diese Partie zurück. BVB-Hooligans hatten mit Leuchtraketen in Schalker Fanblöcke gezielt. Erst mit großer Verspätung konnte die Begegnung, die einen bitteren Nachgeschmack hinterließ, angepfiffen werden.

Deshalb nimmt Klopp jetzt die Anhänger beider Lager in die Pflicht: "Vorher wurde so getan, als gäbe es für jeden Fan nichts Wichtigeres als das Derby", sagt der 47-Jährige. "Da gewinnst du, und anschließend ist das Ergebnis nach einer Viertelsekunde abgehakt, und dann geht es nur noch um Beleuchtungsmittel."

Klopp selbst geht mit gutem Beispiel voran und zeigt auch in sportlicher Sicht Respekt vor den Blau-Weißen. Der Dortmunder Coach lobt besonders die ausgezeichnete Schalker Nachwuchsarbeit. "Die jungen Burschen, die sie in der Startformation haben, sind Riesentalente", schwärmt Klopp. "Wenn es nicht Schalke wäre, würde es schon Spaß machen, da zuzuschauen."

Dass auf beiden Seiten einige Akteure dabei sind, die im Ruhrgebiet aufgewachsen sind, erhöht, so Klopp, keineswegs die Intensität. "Die liegt ohnehin bei 100 Prozent", betont der Coach. "Ich bin im sechsten Jahr hier und habe noch keinen Spieler erlebt, der es geschafft hat, sich von dieser Rivalität frei zu machen. Das spürst du in jedem Moment vor und nach diesem Derby."

Die Verletztenliste ist auf beiden Seiten sehr lang. "Mit den Jungs könnte man schon ein eigenes Derby austragen", sagt Klopp, der voraussichtlich auf Pierre-Emerick Aubameyang zurückgreifen kann.

Der schnelle Stürmer, der beim 3:0 in Hannover wegen einer schweren Oberschenkelprellung (Pferdekuss) fehlte, hat am Sonntag wieder das Lauftraining aufgenommen. "Drei bis vier Tage sollen bei dieser Art der Verletzung eigentlich reichen", meint der BVB-Trainer.

Der verrät allerdings nicht, ob Marco Reus gegen die Schalker zur Startformation gehören wird. In Hannover wurde der spät eingewechselt, und am Ende brannten – so Klopp – beim Nationalspieler die Lungen.

Vor dem Derby: Der Blick zum FC Schalke 04

Keine Veränderung im Kader: Schalker geben sich entspannt

Die Favoritenrolle nimmt der Dortmunder Fußball-Lehrer nicht an. "Wir liegen nur einen Punkt und knapp 40 Kilometer auseinander. Das tut sich nicht so viel", sagt Klopp. "Beide Mannschaften wollen und müssen gewinnen."

Schließlich geht es um die direkte Qualifikation für die Champions League. Und anschließend bleiben nur wenige Spiele, um die nötigen Punkte zu holen. Klopps Marschroute lautet, maximale Lust in Leistung umzuwandeln, um den zweiten Tabellenplatz zu behaupten – und sich diesmal nach dem Derby richtig freuen zu können.

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