BVB-Trainer Klopp hofft auf einen rauschenden Abschied

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Jürgen Klopp.

Berlin - Es soll sein großer Abend werden. Der vorerst letzte offizielle Arbeitstag von Jürgen Klopp auf der Bank des BV Borussia Dortmund könnte in keinem attraktiveren Rahmen stattfinden.

Wir berichten, sowohl mit dem Blick auf das sportliche als auch das ganze Drumherum in Dortmund und Berlin, in einem Live-Ticker!

Aber der nach sieben erfolgreichen Jahren scheidende Trainer will heute im 72. DFB-Pokalfinale vor 75.815 Zuschauern im ausverkauften Berliner Olympiastadion gegen den VfL Wolfsburg (20.00 Uhr/ARD) nicht im Mittelpunkt stehen. „Ich habe nicht den Anspruch, der Held des Spiels zu werden. Das überlasse ich gerne den Spielern“, sagt der 47-Jährige.

Klopp gewährt in der Hauptstadt keine großen Einblicke in sein Gefühlsleben, gibt sich gewohnt cool. Vor allem fokussiert auf das Wesentliche. Und das ist selbst bei seiner Abschiedsvorstellung ganz allein der Fußball. Er innert daran, schon weit vor der Ankündigung seiner Demission zu Beginn der Saison darauf hingewiesen zu haben, unbedingt wieder nach Berlin zu wollen. „Es war unser großes Ziel, wieder hierher zu kommen, um einiges gerade zu rücken“, erklärt er.

Torlinientechnik erstmals in Pokalfinale

Die unglückliche 0:2-Finalniederlage des Vorjahres gegen die Münchner Bayern nach Verlängerung, als in der regulären Spielzeit ein klarer Treffer von Mats Hummels nicht anerkannt und der Titel damit wohl verpasst wurde, schmerzt noch immer. Doch das wird diesmal nicht passieren, weil erstmals in einem Pokalfinale die Torlinientechnik angewandt wird. „Es ist im Sinne des Sports, dass Fehler minimiert werden“, meint Hummels. Was sicher auch für die Dortmunder Mannschaft mit Blick auf das Finale gegen den starken VfL Wolfsburg gelten dürfte. Klopp fordert seine Profis dazu auf, mutig in die Partie zu gehen. „Es ist auch wichtig, in den entscheidenden Momenten die richtigen Zweikämpfe zu gewinnen“, erklärt der Fußball-Lehrer. „Und am Ende wird es die Mannschaft richten, die die wenigsten Fehler macht.“

DFB-Pokal-Finale: Bilder der Pressekonferenz

Zuletzt zeigten die Schwarz-Gelben in der Bundesliga deutlich ansteigende Form. „Wir waren zwar noch nicht bei 100 Prozent“, betont Kapitän Hummels. „aber auf einem sehr guten Weg dahin. Wir haben auf jeden Fall eine realistische Siegchance“, erklärt der Innenverteidiger, der mit seinen Teamkollegen alles daran setzen wird, den Abschied von Klopp zu krönen. „Wir haben uns nach seiner Entscheidung fest vorgenommen, ihm noch etwas zu schenken. Der Europa-League-Platz ist ja schon nicht so schlecht, doch jetzt wollen wir für den Trainer auch den Pokal holen“, versichert der Nationalspieler. Für Klopp würde am Sonntagnachmittag nach der Rückkehr aus Berlin dann noch einmal ein Traum in Erfüllung gehen: auf dem Lkw eine Runde über den Borsig-Platz und anschließend durch die Innenstadt zu drehen. „Das gehört zu den besten Dingen im Leben, die man erleben kann“, schwärmt Klopp. „Das könnte mein Hobby werden.“

Aufstellung bleibt Geheimnis

Die Mannschaftsaufstellung behält er auch bei seiner letzten großen Aufgabe als BVB-Trainer für sich, wird sie erst 90 Minuten vor dem Anpfiff bekannt geben. Er verrät lediglich, dass auch der zuletzt fehlende Jakub Blaszczykowski fit für einen Einsatz wäre. Fehlen werden lediglich die verletzten Adrian Ramos, Kevin Großkreutz und Nuri Sahin, die allerdings alle mit nach Berlin gekommen sind. Auch die Torhüterfrage beantwortet Klopp nicht, schlägt allerdings seinem Wolfsburger Kollegen Dieter Hecking einen Deal vor: „Wenn du mir verrätst, ob Naldo spielt, sage ich dir auch, wer im Tor steht.“ Hecking reagiert spontan: „Ich tippe, dass Naldo spielt und Langerak im Tor steht.“

Die Trainer sind also trotz der großen Anspannung bester Laune. Die BVB-Fans sind schon in Feierstimmung, färben Berlin schwarz-gelb. Nach Schätzungen werden über 100 000 Dortmunder Anhänger am Wochenende in der Hauptstadt erwartet. Rund 35 000 sollen Karten haben, das Public Viewing auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof ist mit 30 000 Besuchern ebenfalls ausverkauft. Es ist also alles angerichtet für eine große, emotionale Abschiedsparty. Schließlich werden heute Ilkay Gündogan, der den Verein im Sommer verlassen wird, und Sebastian Kehl, der seine Laufbahn gerne mit dem Pokalsieg abschließen will, zum letzten Mal das BVB-Trikot tragen.

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